Dreht sich nicht alles um die Frage "Are You In?"? Und was
fällt dem unabhängigen, klar denkenden menschlichen Wesen
dazu ein? Ich an dieser Stelle möchte hervorheben; falls mir
die Möglichkeit gegeben wäre, zu entscheiden, ob ich in
dieser im Sitzen schlafenden, sowie mir total verfremdeten Welt es
bevorzugen würde zu einer bestimmten "elitären Abteilung
der limitierten Auflage eines höheren Daseins" zu gehören,
oder mich dann doch lieber als einen Aussenstehenden betrachten zu
wollen, würde ich mich definitiv Letzterem zuwenden. Sowie: "I'm
Rather On The Outside, Just Looking In!". Jedoch ist dies nur
ein Wunschdenken. Denn es gibt Situationen, in denen die Grenzen dieser
zwei vorhin beschriebenen Welten zu verschmelzen "drohen"!
Man ist schon mit einem Bein "In"! Eingesogen in fremde
Dimensionen schmecken wir die Süße des anderen "Geschlechts".
Im Unterbewußtsein versucht man ziemlich angestrengt sich an
die oberste Priorität seiner Selbst zu erinnnern: "I'm Rather
On The Outside, Just Looking In!". Aber habe ich nicht vorhin
schon erwähnt, dass dies ein reines Wunschdenken ist? Denn hat
man ersteinmal diesen süßen Geschmack am Gaumen kleben,
nützt auch das Vorhaben sich Selbst bestrafen zu wollen rein
garnichts. Es ist fast so, als würde man ein Bild malen und dabei
Schritt für Schritt in der Farbe ertrinken. Am Ende kommt es
abrupt und ohne jegliche Vorwarnung.
Als ein Wesen dieser uns unterdückenden Gesellschaft hat man
praktisch gesehen weder die Chance etwas zu verändern, noch
sich Selbst zu verwirklichen. Vor allem passiert dies wenn man wie
gesagt, von DRAUSSEN nach INNEN stolpert. Denn hier Drinnen ist
man nichtig und klein. Man wird sorglos zur Seite geschoben und
fällt am Ende der Selektion zum Opfer. Was sollte ich nun tun,
wenn nicht in Flammen aufgehen? Die Asche meines nun explodierten
Wahnsinns ist ein Produkt dieser äußerst verworrenen
Welt und des Menschen unbedachten Spiels. Man war doch tatsächlich
für einen, wenn auch sehr kurzen, Moment DRIN. Dachte man während
dieser Zeit man würde beachtet und für seine Arbeit vielleicht
geschätzt werden, hat man wirklich falsch gedacht. Im Endeffekt
ist alles tatsächlich bloß Fassade, denn in diesem oben
genannten kurzen Augenblick hat man nicht die Möglichkeit weiter
und tiefer in die Oberfläche einzutauchen. Alles scheint so
weit weg, aber war man denn vorhin nicht im Begriff die Grenze vollends
zu eliminieren? Dies kann ich wohl mit einem klaren NEIN beantworten.
Man wurde eingesogen, es wurde auf einem herumgekaut und als man
dann nur noch im Wege stand, wurde man wieder ausgespuckt.
Was soll das alles? Sollte dies nicht ein Konzertbericht sein???
Tja, es war sicherlich nicht meine Intention euch verwirren oder
gar langweilen zu wollen. Dies alles sollte euch einen Einblick
in die Welt derjenigen verschaffen, welche auf die Frage "Are
You In?" mit einem gespitzten YES antworten können oder
sogar müssen. Wie Alien Ant Farm sagen würde: "I'm
So Confused, This Industry Has Made Me Cold!".
Bericht
Die Opener für Alien Ant Farm's Europa Tour heißen Dredg
und stellen von außen betrachtet eine sehr introvertierte
und dazu noch ziemlich talentierte Band dar. Für Dredg stehen
keine leeren und unwichtigen Kommentare ihrerseits im Vordergrund,
sondern die Musik tut es. Vier Musiker welche sich ihrem eigenen,
dem Massen-Musik-Konsumenten noch unbekannten, Stil hingegeben haben.
Die unbekannte Fremde dieser Band gegenüber lässt es nicht
vermeiden sie mit einigen Größen der Rockmusik zu vergleichen.
Aber Dredg können tief durchatmen, denn der sehr melodiöse,
wenn auch z.T. etwas monotone Gesang von Gavin Hayes kann durchaus
mit der emotionalen und melancholischen Stimme des Daniel John's
(Silverchair) in Verbindung gebracht werden. Auch wenn Gavin die
Spiritulität der Mystik noch nicht halb so gut beherrscht wie
Tool's Maynhard; eine Parallelität zu dieser unglaublichen
Band, genannt Tool, ist ohne Zweifel vorzuweisen. Denn auch die
restlichen Musiker scheinen sich der Kunst der vorhin erwähnten
Band mit Vorlieb angenommen zu haben.Vor allem der Bass-Lauf des
Drew Roulette, sowie das Bearbeiten der Drums (Dino Campanella)
bekräftigen diese Aussage. Mark Engels verleiht seiner Gitarre
eine z.T. melodiöse, aber überwiegend von schnellen Riffs
geprägte Stimme.
Auf der Bühne schienen sich Dredg von fast nichts iritieren
zu lassen. Sie spielten ihre Songs á la Deftones und Tool
in einem Atemzug durch. Die einzigen "Hingucker" wurden
durch die sehr jazz-lastigen Trompeteneinlagen des Sängers
verursacht. Auch wenn die vier Musiker keine unnötigen Versuche,sich
selbst in den Vordergrund heben zu wollen,machten, ihre Songs übernahmen
und meisterten diese Aufgabe mit leitgkeit für sie. Auch der
unspektakuläre Abgang Dredg's macht sie umso sympatischer,
denn hier wird keine Band vorgestellt, welche sich den kommerziellen
Erfolg um jeden Preis erkaufen will. Hier heißt es noch: "It's
All About The Music!".
Bei Alien Ant Farm ging es von Anfang an um den Spaß auf
der Bühne. Das nicht allzusehr mit Massen von Besuchern bestückte
Soundgarden wurde durch die blendende Bühnenpräsenz von
Dryden Mitchell(Gesang), Tye Zamora(Bass), Mike Cosgrove(Drums)
und Terence Corso(Gitarre)zum leuchten gebracht. Ihre Dortmunder
Show eröffneten AAF mit dem Song "Courage". Die Setlist
der vier Jungs blieb sehr vielseitg, denn wie auf Ihrem Major-Debut
"AnThology" wechselten sich langsam ruhige, und dennoch
mit Dynamik bepackte Songs, mit den, an Terence's Primus-Coverband
erinnernden, runtergestimmten Gitarren geprägten Stücken.
Bei "Attitude" griff der Gitarren-Mann dann zur Acoustic-Gitarre.
Dann trat auch schon die sarkastische Ader der Musiker in den Vordergrund.
"Do you have a boyfriend or a girlfriend?-yeah, you do? Do
you hate her? Do you hate him? Okay, this Song is for you!"-(Dry).
Im Gegensatz zur Vorband Dredg suchten Tye, Terence und Dryden den
Kontakt
zum Publikum. Ein wenig Small Talk hier und Körperkontakt in
Form von Fingerspitzen-Kollaps dort, brachten eine gewisse Wohnzimmer-Atmosphere
zu
Tage.
Beim nächsten Song griff auch Dryden zur Acoustic-Gitarre.
Und als er die ersten Töne von "Death Day" erklingen
ließ, lockerten die Konzertbesucher ihr steifes Dasein ein
wenig auf. Tye und Terence schienen das ganze Konzert über
eine Art "Tanz" aufzuführen. Dieser sah ziemlich
daneben aus, jedoch lachten ein paar Menschen mit Ihnen - oder vielleicht
auch über die Beiden. Auch ein neuer Song gesellte sich in
das Sortiment der AAF Setlist, welcher da hieß:"Bug Bites".
Dieser soll auch auf dem Soundtrack zum neuen Spiderman-Movie vertreten
sein. Bei Ihrer aktuellen Singel "Movies" wurden auch
die letzten weich. Man kann sogar sagen, dass die "Musikbegeisterten"
endlich ein Gefühl für Rythmus entwickelt hatten. Auch
Songs wie "Whisper", "Sticks and Stones" und
"Flesh and Bone" wurden brav vorgetragen. Der offiziell
letzte Song war das vom Publikum lang erwartete "Smooth Criminal".
Das Michael Jackson-Cover hatte für Alien Ant Farm in Europa,
vor allem in Deutschland, für den Durchbruch gesorgt. Jedoch
wurde das Konzert mit einem instrumentalen Heavy-Metal Stück,
bei welchem Ihr Roadie, welcher auch in dem Video zu "Movies"
zu sehen ist, mit seinem an Marilyn Manson erinnerndes Äußeres,
ein "mächtiges" Head-Banging hinlegte, abgeschlossen.
Somit ging auch dieser Abend seinem Ende zu und "alle"
waren glücklich und froh. Hhhhmmmmm......
Autor: Meltem
Arsu Photos:
Alien Ant Farm, Dreamworks