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Oft erlebt man ein derartiges Konzerthighlight
nicht, und oft hat man auch bestimmt noch nicht die Gelegenheit
Run DMC in Deutschland live zu erleben. Oft erlebt man es heutzutage
aber auch nicht mehr, dass Konzerte so kurzfristig angesetzt werden.
So stellte sich dann die Frage, wieviel
Besucher sich überhaupt in die Kölner 1.500 Mann Halle
LMH verlaufen würden. Einmal weil die meistens Leute solche
Sachen heutzutage nicht mehr so schnell mitbekommen, und andererseits
weil nicht mehr so viele Leute aus der eigentlichen Run DMC Ära
übrig geblieben sind. Und ob der der letzte Hit bzw. Remix
von Jason Nevins noch in der Köpfen der Massen in Erinnerung
geblieben ist war auch die Frage...
Aber es gab da ja auch noch Crazy
Town, vor einem Jahr veröffentlichten die Crossover Jungs ihr
wenig beachtetes Album "Gift", und spielten auf der Deutschland
Tour (Marlboro Slam Tour mit Arsonists, Spezializtz und Dog eat
Dog) in leeren Hallen. Jetzt hat es aber (aus welchen Gründen
auch immer) Peng gemacht und Crazy Town sind mit ihrer Single "Butterfly"
da, aber gewaltig. In Windeseile stürmte man an die Spitze
der amerikanischen und deutschen Charts. Das bringt der Band jetzt
Auftritte bei Top Of The Pops und Stefan Raab's TV Total ein.
Jetzt aber direkt ins Konzertgeschehen.
Als Opener wurde kurzfristig der Münchener Rapper Raptile engagiert,
der mit DJ Explizit (Main Concept) sein Set zum Besten gab. Beim
Publikum kamen seine englischen Texte gut an und es zeigten sich
auch einige Fans und HipHop Headz in der schwach gefüllten
Halle. Die ersten Reihen waren auf jeden Fall bei einigen Tracks
am bouncen. Über die Qualität der Show kann man auf jeden
Fall streiten, und nur dem Sound kann man wie Raptile nicht alles
in die Schuhe schieben. Raptiles Tracks sind halt überwiegend
Durchschnittsware. Dafür holte er dann aber noch E-LA auf die
Bühne, die am Schluss die Single "Microphone Igniter"
droppten, und damit ein zufriedenes Publikum hinterliessen.
Überhaupt war die Atmosphäre
beim Konzert sehr relaxt. Das lag wohl daran, dass man ohne Probleme
von ganz hinten bis nach ganz vorne durch die Reihen wandern konnte.
Zum Schluss füllte sich die Live Music Hall dann aber doch
einigermassen, mit älterem Publikum und Medien Guys & Girls.
Die waren wohl nicht zuletzt da, weil auch VIVA da war und für
Overdrive das Konzert mit fünf Kameras mitschnitt. So kann
man eine Halle auch schnell füllen - bis auf die großen
Schwenkarm über dem Publikum störten die Kameras aber
zum Glück wenig.
Weiter gings dann mit der "Butterfly"
Band, die wie Raptile ca. 40 Minuten spielten und eine sehr rockende
Show ablieferten. Einsatz, Energie und Stimmung stimmten hier, und
man merkte, dass nicht wenige im Publikum zumindest auch wegen Crazy
Town gekommen waren. Das Album wurde hoch und runter gespielt, was
anderes haben sie ja auch nicht. Auf jeden Fall überzeugend!
Dann kam eine sehr unnötige
Pause von einer Stunde, ehe es Run DMC mal für nötig hielten,
auf die Bühne zu kommen. Die Menge ging direkt völlig
ab, auch wenn DJ Jam Master Jay nur Standard Beats reinhaute und
außer Sprüchen nicht viel rüber kam. Dann wurden
auch noch einige Songs gespielt, aber fast ausschließlich
altes Material. Wen es wundern sollte, das neue (schwache) Album
"Crown Royal" hat nur einen einzigen Track ohne Feature.
Und ein Feature Track ohne das Feature live dabei zu haben kommt
halt nicht wirklich so, wie er sollte.
Aber jetzt bitte nichts falsch verstehen, Run DMC bewiesen sich
als perfekte Entertainer und lieferten eine phatte Party, aber wirklich
Substanz hat das alles nicht mehr.
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Raptile & E-LA
Crazy Town
Run DMC
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