Endlich
wieder neues Material meiner persönlichen Alternative-Rock-Helden
aus England, zudem leichte Entzugserscheinungen seit dem letzten
Gig, Muse sind wieder da!!! Das müssen sich auch etwa 800 andere
gedacht haben, schließlich war es restlos ausverkauft. Wundern tut
mich das schon, "good music never sells" ist meine übliche These,
aber die Halle war voller Teenie-Girls, Rockern und junggebliebenen
Alten, und voll!
Zuerst aber Feeder, die sich ja bekanntlich
inzwischen auch einen Namen gemacht haben und doch recht vielen
in der Halle Anlass zur Freude brachten. Entweder stand ich schlecht
oder der Mixmaster war taub, jedenfalls konnte ich von der Gitarre
nur was erahnen, dafür hat aber der Bass meinen Dickdarm anständig
zum Vibrieren gebracht. Die Band hatte das doch schwere Los vor
Muse spielen zu müssen, dementsprechend fand ich sie musikalisch
(im Vergleich zumindest) recht einfallslos. Als Warmupper waren
sie aber doch der Hit, der Frontmann hat sich schön mit dem Publikum
unterhalten, es war schön laut und durch einiges Getanze ist auch
die Halle aufgeheizt worden. Das Album von Feeder werd' ich mir
auf jeden Fall noch mal antun, kann ja schließlich doch noch ne
Perle sein.
Nun aber: warten, warten, warten,
wie das halt bei angehenden Groß-Rock-Stars wohl sein muß und total
unspektakulär das Auftreten von Muse. Wie gehabt nur ein kurzes
Hallo und dann ein neuer Song, der nicht alle überzeugen konnte.
Mit dem zweiten (New Born), auch neu, hatten sie aber schon die
ganze Tanzfläche für sich und der Abend konnte beginnen. Die Mischung
war etwa 50:50 zwischen neu und alt, was bei zwei Alben nicht unglaublich
wundert. Ziemlich faszinierend fand ich, wie neue Songs genauso
hemmungslos gefeiert wurden, obwohl die doch keine Sau kennt!!!
Aber gut sind sie auf jeden Fall.
Der Gott des Abends war aber wieder
mal der Sänger, ewig waren die Spotlights hinter ihm her und er
sorgte dafür, dass sich das auch lohnt. Ich kann mich nicht entscheiden,
ob Extase das richtige Wort dafür ist, genauso wenig wie ich mich
entscheiden könnte ob der Bassist oder der Sänger zuerst in die
Klapse müsste.
Gegen Ende des Gigs wurde dann langsam
klar, dass die Intensität des Abends losbrechen muß. Erst wurden
"Muscle Museum" und "Plug In Baby" auf uns losgelassen, was einer
50% Herzanfallchance glich, beim letzten Song wurden Riesenluftballons
zum Spielen ins Publikum geworfen, während auf der Bühne erste Feedback-
und Lärmorgien losgingen. Letztendlich setzte sich die komplette
Band aufs Schlagzeug und stürzte mit dem ein. Spätestens da war
also klar, dass es keine Zugabe geben würde, die aber nach über
einer Stunde Power wirklich zuviel des Guten gewesen wäre.