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Markthalle
Hamburg
8.5.2001

Muse
Feeder



Endlich wieder neues Material meiner persönlichen Alternative-Rock-Helden aus England, zudem leichte Entzugserscheinungen seit dem letzten Gig, Muse sind wieder da!!! Das müssen sich auch etwa 800 andere gedacht haben, schließlich war es restlos ausverkauft. Wundern tut mich das schon, "good music never sells" ist meine übliche These, aber die Halle war voller Teenie-Girls, Rockern und junggebliebenen Alten, und voll!

Zuerst aber Feeder, die sich ja bekanntlich inzwischen auch einen Namen gemacht haben und doch recht vielen in der Halle Anlass zur Freude brachten. Entweder stand ich schlecht oder der Mixmaster war taub, jedenfalls konnte ich von der Gitarre nur was erahnen, dafür hat aber der Bass meinen Dickdarm anständig zum Vibrieren gebracht. Die Band hatte das doch schwere Los vor Muse spielen zu müssen, dementsprechend fand ich sie musikalisch (im Vergleich zumindest) recht einfallslos. Als Warmupper waren sie aber doch der Hit, der Frontmann hat sich schön mit dem Publikum unterhalten, es war schön laut und durch einiges Getanze ist auch die Halle aufgeheizt worden. Das Album von Feeder werd' ich mir auf jeden Fall noch mal antun, kann ja schließlich doch noch ne Perle sein.

Nun aber: warten, warten, warten, wie das halt bei angehenden Groß-Rock-Stars wohl sein muß und total unspektakulär das Auftreten von Muse. Wie gehabt nur ein kurzes Hallo und dann ein neuer Song, der nicht alle überzeugen konnte. Mit dem zweiten (New Born), auch neu, hatten sie aber schon die ganze Tanzfläche für sich und der Abend konnte beginnen. Die Mischung war etwa 50:50 zwischen neu und alt, was bei zwei Alben nicht unglaublich wundert. Ziemlich faszinierend fand ich, wie neue Songs genauso hemmungslos gefeiert wurden, obwohl die doch keine Sau kennt!!! Aber gut sind sie auf jeden Fall.

Der Gott des Abends war aber wieder mal der Sänger, ewig waren die Spotlights hinter ihm her und er sorgte dafür, dass sich das auch lohnt. Ich kann mich nicht entscheiden, ob Extase das richtige Wort dafür ist, genauso wenig wie ich mich entscheiden könnte ob der Bassist oder der Sänger zuerst in die Klapse müsste.

Gegen Ende des Gigs wurde dann langsam klar, dass die Intensität des Abends losbrechen muß. Erst wurden "Muscle Museum" und "Plug In Baby" auf uns losgelassen, was einer 50% Herzanfallchance glich, beim letzten Song wurden Riesenluftballons zum Spielen ins Publikum geworfen, während auf der Bühne erste Feedback- und Lärmorgien losgingen. Letztendlich setzte sich die komplette Band aufs Schlagzeug und stürzte mit dem ein. Spätestens da war also klar, dass es keine Zugabe geben würde, die aber nach über einer Stunde Power wirklich zuviel des Guten gewesen wäre.

 

Autor:
Karl Mieske
Photos:
Motor Music

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