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Mixery Raw Deluxe Finale
15.02.01 Köln
Livemusichall

1400 Besucher (ausverkauft)
300 mußten nach Hause geschickt werden

Mit freundlicher Unterstützung der


Das Ding war ausverkauft. Irgendwie war das zu erwarten bei all der Promotion, die Viva da reingesteckt hat. Immerhin waren folgende Acts angekündigt: Smut Peddlers, Spooks, Kool Savas und Mystikal. Jeder Act für sich hätte die Halle wohl locker alleine füllen können, und von dem wahren Anlass, dem Battle, wohl ganz zu schweigen. Aber was zum '"*$# ist das für eine Zusammenstellung? Okay, Savas und Smut Peddlers zusammen würden unter Umständen noch durchgehen, aber dazu noch Spooks?!??! Und vor allem Mystikal?!!!? Warum es an diesem Abend keine Massenschlägerei gab, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls war es Scheiße voll, und irgendwann fing es dann an. Rene kam auf die Bühne und brachte einen Freestyle, mit dem er im Battle wohl nicht sehr weit gekommen wäre, aber dennoch die Halle erstmal gut aufgeheizt hat. Rocken kann er.

Smut Peddlers
Der erste Auftritt waren die Smut Peddlers. Irgendwie schien das wohl keiner mitbekommen zu haben, denn so richtig ab ging es da nicht. Gar nicht eigentlich. Kannte die überhaupt jemand? Naja, nach einer halben Stunde wars dann vorbei. Das war es dann mit deren einzigem offiziellem Europa-Auftritt. Viele, die draußen nicht reingekommen sind, werden sich wohl in den Arsch gebissen haben.

1.Runde:
Dennis aus München gegen Sha-Karl aus Berlin gegen Mythos aus Leipzig, der den Battle in Chemnitz gewonnen hat. Also ein flotter 3er Battle. Feine Idee. Gebattlet wurde mit 4-Zeilern. Beim Battle merkte man direkt, dass dies nicht irgendein Haufen von MCs war, denn rappen konnten alle. Sha-Karl kam oberprollo mit unverwechselbarem Berlin-Style, worauf das Publikum ziemlich ausgeflippt ist. Das ist wohl Geschmackssache. Mythos kam auch gut, aber nicht beim Publikum an. Dennis rappte mit Stil, und ließ sich nicht auf das Niveau der anderen hinab. Es gab also für jeden Geschmack etwas. Raus flog Mythos.

Lasse MC aus Glashütten (Frankfurt) gegen Nazz aus Siegen (Dortmund) gegen Separat aus Hannover. Lasse hatte auf jeden Fall seinen eigenen Fanclub dabei. Bei Nazz sind so ziemlich alle im Publikum durchgedreht, schnell rappen kann sie ohne Frage. Seperat musste raus.

Jesen aus Düsseldorf (Köln) gegen Torwart aus Stuttgart gegen Felix XL aus Hamburg. Das war der fetteste Battle! Alle 3 gingen sehr heftig ab und hatten gute Rhymes und Ideen auf dem Kasten. Dennoch merkte man, dass Jesen etwas besser als die anderen war; ob der Heimvorteil bei der Abstimmung noch einen Bonus gebracht hat, ist eine andere Frage. Die anderen 2 mussten dann ans Stechen, und da bei der Abstimmung wieder kein deutlicher Sieger hervor kam, musste mit Schnick-Schnack-Schnuck der Sieger ermittelt werden. Raus flog Felix XL, natürlich unverdient und unglücklich, aber so lief es nun mal. An dieser Stelle einmal Props an den Mann, der trotz eines bereits vorhandenen Plattenvertrags noch einmal zeigte, dass er mit den anderen MCs mithalten kann.

Spooks
Als nächster Act war Spooks an der Reihe. Das beste an der Band war mit Sicherheit der Hammer-DJ DJ Ghetto!! Sie spielten so eine halbe Stunde, und nachdem der DJ auch gut gefeiert wurde, gings weiter mit betteln.

2.Runde:
Es wurde ein neues Konzept gewählt, und zwar das Rappen mit Charakteren. Jeder bekam eine Rolle und musste als jene Person die andere beleidigen. Eine gute Idee wegen Freestylern, die nur ihr Standartprogramm abtexten und gar nicht wirklich frei stilen. Dafür wurden die Texte und Reime natürlich schlechter; das Konzept hat sicherlich Vor- und Nachteile. Gebattlet wurde eins gegen eins.

Torwart vs. Dennis oder Boris gegen Babs Becker
Witzige Idee, beide waren sehr fett, und die Abstimmung war wieder ein sehr knappes Ding. Torwart kam weiter.

Jesen vs. Sha-Karl oder Lewinski vs. Clinton
Hier war es eindeutig, wer der bessere war, und auch wer sich besser in den Charakter hinein versetzen konnte. Jesen kam weiter.

Nazz vs. Lasse oder Daum vs. Hoeneß
Der Battle kam nicht an die anderen heran. Bei beiden merkte man, dass sie Standarttexte im Repertoire haben und hier etwas überfordert waren. Als Hoeneß "mein Name ist Lasse" zu sagen, kommt nicht ganz so gut. Die Entscheidung war knapp, Lasse kam weiter.

Kool Savas
Als nächster Act war Kool Savas mit seiner Crew MoR (Masters of Rap) an der Reihe. Sichtlich war Savas für viele der Hauptgrund hier hinzukommen, die Stimmung war ziemlich gut. Nachdem er ein paar Lieder gespielt hatte, holte er jeden aus seiner Crew einzeln nach vorne, um ein kurzes Stück von demjenigen vorzustellen. Dabei gab es den ein oder anderen, bei dem die Meinungen weit auseinandergingen. Dennoch ging es sehr ab. Gastauftritte gabs zusätzlich von Creutzfeld und Jakob und Fast Forward, mit denen KKS seine Tracks spielte. Bei LMS sprang leider die Nadel 3 mal, was recht abturnend kam. Zum Schluss kickte er noch ein A Capella, bei dem er zum Teil Scheiße schnell rappte. Auch hier gehen die Meinungen über ein A Capella an sich auseinander.

3. Runde, Finale:
Stichwörter. Das Konzept sah es nun vor, 1,5 Min. zu freestylen, wobei an der Seite immer wieder Stichwörter reingehalten wurden, die dann einzubauen waren. Absicht war die schon oben erwähnte; auch hier wurde das Niveau dadurch natürlich verschlechtert. Allerdings bleibt die Frage, warum nicht in einem Battle-Finale gebattlet wurde??! Sicherlich muss ein guter MC neben Vier-zeilern auch mal länger durchrappen können, aber ob das Finale der richtige Zeitpunkt ist, das zu testen? Die Meinungen gehen auseinander.

Jesen kam als erster dran und rappte wie gewohnt mit Flow und gut. Lasse schien mit 1,5 Minuten etwas überfordert zu sein, und hatte ein Problem mit "Kein Problem". Das sagte er nämlich jeden 2. Satz. Torwart kam eigentlich ziemlich gut, aber leider viel zu übertrieben und aggressiv. Gegen Ende war es schwer, noch etwas zu verstehen.

Das Publikum entschied und Gewinner war Jesen. Hier wieder die Frage, ob ihm der Heimvorteil einen Bonus gebracht hat; was auch Torwart anschließend reklamierte. Unumstritten ist ein Gewinner nie, aber Jesen hat den Preis auf keinsten unverdient bekommmen. Der Preis war eine Reise nach New York, um dort mit einem Partner eine Platte aufzunehmen plus Plattenvertrag. Jesen hat das Ding also auch für seine Band NimmZwai gewonnen. Da kann man ja mal gespannt sein.

Anschließend hatte Jesen noch einmal die Gelegenheit zu freestylen, wo er unter tosendem Applaus bekräftigte, dass er eigentlich gar kein Bock auf Viva hat, er jedoch trotzdem ziemlich dankbar sei.

Mystikal
Als letzter Auftritt sollte Mr. Shake Ya Ass Mystikal auftreten. Lustig, wie wenig Leute das interessiert hat, und wie viele noch übrig blieben, um ihn zu sehen. Also, ein Viertel der Halle war schon noch gefüllt. Mystikal wird dementsprechend auch etwas verärgert gewesen sein; 3 Tracks zu spielen ist ja nicht gerade viel. Trotzdem legte er eine fette Show hin; er hatte nämlich 4 geile Frauen im Gepäck und mit auf der Bühne, die leicht bekleidet ihren Körper wackeln ließen. So muss eine Show aussehen!! Shake Ya Ass kam dann auch wirklich sehr geil rüber. Allein wegen diesem Gig hat sich die Veranstaltung gelohnt!

Zum Schluss lässt sich sagen, dass Viva zum einen beste Arbeit geleistet haben, denn überhaupt einen deutschlandweiten Battle zu veranstalten ist eine Hammeridee, und dass zu organisieren macht auch nicht jeder. Dafür erst mal Big Props, auch an Rene! Außerdem waren die Smut Peddlers und Kool Savas 2 sehr fette Gigs, an die man, besonders bei den Peddlers, nicht so leicht rankommt.
Zum anderen hat sich Viva mal wieder bis auf die Knochen blamiert und unbeliebt gemacht, denn auf so einer Veranstaltung Ghetto-Mystikal oder trendy Spooks Fans zu sehen, kotzt schon ziemlich an. Warum man das ganze nicht in einem normalen Rahmen machen kann, wird wohl niemand beantworten können. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Veranstaltung nicht einmalig gewesen ist, und wir uns wieder auf fette Battles freuen können!

 

Autor:
Daniel Willam
Photos:
VIVA

Bumbanet Magazine

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