|
Ich
war ja schon gespannt die Beiden mit komplett neuem Programm Open
Air in Hamburgs coolster Location zu sehen. Samy hab ich zum ersten
Mal gesehen, abgesehen vom Feature bei dem FK-Allstars, Eißfeldt
mit seinem neuen Style war sowieso der beste Grund, sich auf den
Weg zu machen. Das haben sich wohl viele gedacht, von denen meiner
Meinung nach viel zu viele Kiddies und Hip Hop Prolls waren. Schade
eigentlich, aber wohl nicht zu ändern, jedenfalls hat sich das nicht
auf die Stimmung ausgewirkt, die doch schön locker war. Ausserdem
hätte man schon aus dem Publikum ein Hip Hop Konzert veranstalten
können (KC da Rookie, Digga Dance, Beginner)...
Also, Samy ab auf die Bühne! Und
zwar schon um 18.30, fragt nicht wieso, vielleicht damit auch Minderjährige
teilnehmen konnten? Dementsprechend ging es auch nicht von der ersten
Minute an ab. Das änderte sich aber nach zwei drei Songs mit den
DJ's Ben Kenobi und Mixwell an den Platten und Tropf am Mix. Das,
was ich mich gefragt habe, war: Warum nimmt dieser Mann Platten
auf und wie kann er sich für einen Text entscheiden? Fast 50% des
Konzerts war reinster Freestyle, den er wie kein anderer beherrscht!
Die Stimmung wurde auch immer besser, auch wenn er die meiste Zeit
damit beschäftigt war das Publikum mit Hinweisen auf "früher" noch
mehr zum Feiern zu bringen. Ein einziges Feature war dabei, ein
MC, den ich aber leider nicht kannte und natürlich seine Frau Brooke
Russel als Background, was sehr gelungen war. Nach lockeren 1,5
Stunden war dann aber Schluss, lange und unterhaltsam fand ich's,
abgegangen wurde für Hip Hopper Verhältnisse auch recht ordentlich.
Aber nun zu Meinem ganz persönlichen
Höhepunkt: Grüner Rauch im grünen Park bei Reggae, was sollte man
mehr wollen. Überrascht war ich von der 10-köpfigen Sam Ragga Band,
inklusive Jonny Bläzers und den Backing Queens (nach Eißfeldt),
die Band ist astrein nach dem Vorbild Bob Marleys aufgebaut. 3 Sängerinnen,
die richtig gut waren, Gitarre, Bass, Keys und zwei Schlagmänner
und die Bläser, die ich aber schon auf dem Album ein wenig einfallslos
finde. Schön war auch zu sehen, wie Eißfeldt auf der Bühne gehüpft
und getanzt hat, scheint ihm zu gefallen was er da macht! Die Musik
war echt gut: tanzbar bis entspannt war echt alles dabei und es
ging in die Richtung Roots bis zum Dancehall. Albern fand ich einen
Sketch bei der Hälfte des Gigs, alte Frauen (Samy & Jan) reden dumm
rum und beschmieren sich mit Scheiße, OK, aber ein bisschen überflüssig.
Der beste Song des Abends war "die Sonne die scheint", wo ich auch
gerne D-Flame gehört hätte, und "die Bürger von Konsolien" mit Samy.
Zwei Covers waren auch noch dabei, eins von den Talking Heads, das
andere von den Söhnen Mannheims (Geh davon aus) in Ragga-Version.
Alles in allem recht cool, der Abend,
doch Kritik muss auch sein. Ich bin mir nicht ganz so sicher, was
ich von Eißfeldt als Raggaman halten soll, kann sein dass ich damit
alleine bin, aber ich nehm ihm den Hip Hopper mehr ab als die jetzige
Rolle. Ich meine, obwohl er ne astreine Roots Band auf der Bühne
hatte störte einfach was. Nicht falsch verstehen: die Musik ist
und bleibt gut, live seh ich mir aber lieber Patrice oder Mr. Gentleman
an! Das aber, wie so oft, muss jeder für sich selber wissen!
|