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Sick of it all News


Am 10.05.00 haben Sick of it all im Rahmen der Flying high across the sky Tour zusammen mit Bands wie Molotov und No fun at all im Kölner E-Werk gespielt. Wir nutzten die Zeit für ein Interview mit Sänger Lou Koller, seinem Bruder und Gitarristen Pete Koller und Drummer Armand Majidi.

Bumbanet: Ihr seid jetzt seit 1986 dabei, ist es immer noch etwas besonderes, Konzerte zu geben und neue Platten zu machen?

Lou: Es ist immer etwas anderes. Jeder Tag ist eine neue Erfahrung. Was wir in der langen Zeit erkannt haben, ist, dass es immer neue Kreisläufe gibt, Hardcore ist mal in, dann wieder nicht. Wir sind aber immer konstant geblieben und haben festgestellt, dass Hardcore eine Menge ausdrücken kann, mehr als andere Musik.

Armand: Ja, man kann immer noch mit neuen musikalischen Sachen experimentieren.

Bumbanet: Was hat sich denn in der Hardcore Szene in dieser Zeit verändert?

Lou: Sie ist auf jeden Fall gewachsen. Teilweise hat sie auch im Mainstream an Popularität gewonnen, dann ist das aber auch wieder zurückgegangen. Aber die Leute, die hinter der Philosophie standen, sind immer dabei geblieben. Das einzige, was mir nicht gefällt, dass einige junge Bands versuchen, Hardcore zu spielen, um Geld zu machen. Wir machen das, weil wir die Musik lieben. Natürlich hat es sich jetzt so entwickelt, dass wir davon leben können. Aber wer glaubt, mit Hardcore reich zu werden, liegt falsch.

Bumbanet: Denkt ihr, dass Hardcore noch die gleiche Rolle, wie vor 10 Jahren spielt?

Lou: Ich kann nur sagen, dass wir unserer Band versuchen, die alte Philosophie beizubehalten, so zu bleiben, wie wir auch am Anfang waren.

Armand: Ich denke der Unterschied ist, dass es heute Bands in der Szene gibt, die Rockstars werden wollen, das war damals nicht so. Von den Bands, die zusammen aufwachsen, werden halt einige erfolgreich, und andere nicht. Und trotz der Community, für die Hardcore steht, werden diese Bands dann bitter und neidisch. Dadurch hat sich Hardcore in die Richtung entwickelt, dass jeder versucht sein eigenes Ding zu machen. Es nicht mehr so, dass alle zusammenarbeiten, um eine Sache nach Vorne zu bringen. Wenn ich jetzt Musik schreibe, denke ich nicht über andere nach, sondern ich will mein persönliches Ding machen. Ich sage ganz ehrlich, das sollte nicht so sein. Der Unterschied ist, wenn viele an etwas beteiligt sind, dann ist es eine Bewegung, so geht es nur um den Aspekt der Kunst, der Musik.

Bumbanet: Was denkt ihr denn über die neuen Hardcore Bands, glaubt ihr, dass diese noch neue Wege beschreiten können?

Armand: Es gibt da viele Bands, die wirklich sehr gute Musik machen. Es ist wirklich sehr eindrucksvoll, wie diese die Aggression des Hardcore beibehalten, aber gleichzeitig die technischen Fähigkeiten stark verbessert haben. Die haben heute auch mehr Melodie in der Musik. Bands wie Refused, Boysetsfire...

Lou: Trotzdem kommen diese Bands immer noch aus der gleichen Szene.

Bumbanet: Wie ist es denn jetzt für euch seit ihr bei Fatwreck Records seid, hat sich da was verändert?

Lou: Das hat uns definitiv einiges erleichtert. Das ist das erste Label, dem wir komplett vertrauen, früher haben wir uns immer etwas verloren gefühlt. Das war eindeutig der richtige Schritt.

Pete: Früher haben wir nie über unsere negative Situation bei den Plattenfirmen nachgedacht. Wenn du uns vor 5 Jahren gefragt hättest, was wir von Major Labels denken, hätten wir gesagt, dass wir zufrieden mit denen sind. Aber das Problem ist, dass es da sehr schwer ist, den richtigen Punkt zu erkennen. An einem Tag kannst du noch glauben, dass das ganze Team hinter dir steht, und am nächsten Tag stehst du alleine da. Major Labels betreiben halt diese Politik, dass sie ganz schnell und ohne Probleme Leute einstellen und wieder feuern. Bei Majors kann sich jeden Tag etwas ändern. Und wenn da neue Leute kommen, die keinen Plan von Hardcore haben, hast du ein Problem. Bei Fatwreck sprechen wir immer mit den Leuten, die wissen wo unser Platz ist, und wie man mit Hardcore und Punk umgeht. Das ist eine Plattenfirma, die auf den selben Prinzipien aufgebaut ist, wie unsere Band.

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