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Die Firma News


Am 24.9.99, 2 Tage nach der Release Party im Stadtgarten, trafen wir die Firma zum Interview im Büro der Plattenfirma V2 am Mediapark in Köln. Am Anfang redeten wir nur mit Alex (Tatwaffe) und Daniel (Fader Gladiator), später kam dann noch Ben (Def Benski Obiwahn) dazu.

Bumbanet: Eure neue Platte, das 2. Kapitel, kommt jetzt bald raus. Gibt es musikalische oder auch allgemeine Veränderungen?

Daniel: Beides, musikalisch und überhaupt. Man merkt schon, daß es immer noch die Firma ist, aber ich find, wir haben die Stärken von der ersten Platte weiter ausgebaut und die Sachen, die uns nicht so lagen, reduziert.

Alexander: Das 2. Kapitel besagt schon, daß es nicht das gleiche ist wie das erste, sondern es geht weiter. Es ist jetzt nicht so, daß sie völlig verschieden ist von der ersten, sondern sie schließt halt an. Das ist wie ein Buch, daß du aufschlägst, liest das erste Kapitel und fragst dich, was passiert als nächstes. Und das gibt's jetzt halt auf der Platte.

Bumbanet: Eure alte Platte war ja ein ziemlich überraschender Erfolg. Fandet ihr das auch oder habt ihr damit gerechnet?

Daniel: Ja klar fanden wir das auch. Ich hab zwar immer an die Platte geglaubt, aber ich hab mir auch gedacht, Independent ist die Grenze 10.000. Das ist in der Regel auch die Grenze für jegliche Platte im Independent Bereich, wenn man drüber geht, hat man Erfolg, extremen Erfolg. Und wir verkaufen immer noch weiter und ich bin sehr glücklich.

Bumbanet: Wie sieht das denn jetzt dadurch mit den Erwartungen an die neue Platte aus, Verkaufszahlenmässig?

Daniel: Was denkst du denn?

Bumbanet: Ich könnte mir schon die Top20, Top30 vorstellen.

Daniel: Okay, Frage beantwortet.

Bumbanet: Also, so seht auch ihr das?

Alex: Ich hab keine Ahnung ob's passieren wird, aber wär natürlich gut.

Daniel: Aber mir bringt's ja auch nichts wenn ich in die Charts komme, irgendwo auch Top10 Bereich, aber im Endeffekt verkauf ich weniger als von der ersten. 40.000 ist viel. Also, hätten wir die erste Controlmässig (Mediacontrol) angemeldet und die ganzen Leute hätten gewußt, unsere Platte kommt heute raus und hätten die im ersten Monat abgegriffen, dann wären wir im ersten 10er Bereich. Deswegen, unterm Strich muß man die Rechnung aufmachen, wie rentabel war etwas.

Bumbanet: Also ihr habt jetzt auch 40.000 von der alten verkauft, man liest überall verschiedene Angaben, wie auch 25.000?

Daniel: Ich bin ja selber Label und hab auch nie mit den Zahlen übertrieben. Jetzt sind es 45.000 und als wir angefangen haben bei V2, im Januar, da waren's 25.000. In nem Info zu Scheiss auf die Hookline wird noch stehen 25.000, in einem zu dem 2. Kapitel 35.000. Durch Kap der guten Hoffnungen haben wir jetzt halt noch viel vom alten Album verkauft, so kommen halt die verschiedenen Werte zusammen.

Bumbanet: Ihr benutzt ja auf euren Platten ziemlich viele Klassik Samples. Woher kommt das, hört ihr selber auch viel Klassik?

Alex: Ja klar, ich spiele immer 2 Stunden Klavier jeden Tag, mit meiner Freundin, die spielt Flöte dazu...

Daniel: Musik muß in erster Linie bei mir Bilder erzeugen, bei Klassik ist das sehr stark, bei Filmmusik ist das auch, die Filmmusik ist auch ein bißchen herausgewachsen aus der Klassik, glaub ich. Der Beat aus dem HipHop ist da immer das verbindende Element und ich versuche das immer zusammenzubringen, aber das heißt jetzt nicht, daß ich kategorisch nur Klassik nehme. Im Endeffekt muß die Musik, die ich mache, ein Bild erzeugen, und der Rest ist dann sekundär, was für Einflüsse das sind.

Bumbanet: Eure Texte sind ja teilweise sehr geschichtlich, mythologisch geprägt, wo kommt das her? Interessiert ihr dafür besonders?

Alex: Ja klar, also ich jetzt besonders. Es interessiert mich einfach, was ist wahr, was ist nicht wahr, was ist verfälscht worden, warum ist es verfälscht worden. Und viele Sachen, die vor Jahrhunderten passiert sind, betreffen uns heute auch noch. Weil alte Bewegungen ganz neue Bewegungen auch heute wieder beeinflussen können. Darum machen wir uns halt viele Gedanken und deshalb bannen wir das auch irgendwie auf Platte.

Bumbanet: Wie kam es denn jetzt zu eurem Deal mit V2, wie sah's mit Angeboten von anderen Label's aus?

Daniel: Also die Angebote konnten ja nicht das Problem sein, denn es hat eigentlich jeder gerafft, daß wir Platten verkaufen. Auch die uns vorher abgelehnt haben, und dann ist das später sekundär, dann werden die Aussagen, die man zum Demo-Tape getroffen hat ganz schnell verworfen, wir haben immer dran geglaubt, laba, laba. V2 hatte uns auch so ein Ding geschickt, daß sie meinen, das würde nicht funktionieren. Aber das hat uns nicht interessiert, später sind die auf uns zu gekommen, eh wir haben Bock drauf, der Chef der Plattenfirma hat extrem Bock drauf gehabt und hat uns persönlich getroffen. Das sind so Sachen, wenn die eintreten, dann hat man schon ein gutes Gefühl. Dann sind die noch so genau dazwischen, was ist ein Independent, was ist ein Major. Die sind halt klein, von der Struktur halt eher wie ein Independent aufgebaut und vom Kapital sind die ganz klar beim Major anzusiedeln. Ben kommt dazu, erzählt was von nem Promotape. Jetzt hab ich ich den Faden verloren...Man hat das Geld vom Major halt und Einflußnahme wie man vermarktet wird.

Alex: Und wir haben unsere Platte fertig gemacht und dann haben wir die vorgespielt, und da gab's halt nichts zu mausern. Das mußte so akzeptiert werden und deshalb sind wir auch nur diesen Deal eingegangen. Die Musik ist so, wie wir sie gemacht haben. Keiner hat gesagt, macht dies anderes, macht das anders.

Bumbanet: Machen wir mal einen Schritt zurück. Wie hat alles angefangen mit euch, wie habt ihr euch kennengelernt?

Ben: Wir sind alle, ich denk das war so `88 rum, aktiv in das ganze Geschehen eingestiegen. Ich für meinen Fall habe mit Beatbox angefangen, Fatboys waren damals irgendwie mein Ding, wo ich gesagt hab, das mach ich. Uns so ist man dann irgendwie in die Szene reingekommen. Der Alex hat halt früher auch schon mit rappen angefangen. Das hab ich halt erst später gemacht. Der Daniel hat früher die Musik produziert bei C.U.S., über verschiedene Wege hat man sich dann irgendwie getroffen. Er ist aufgewachsen in dem Ort, wo ich auch aufgewachsen bin, da kannten wir uns vorher schon, in Porz! Alex: Niehl! Ben: Dann bin ich halt in eine Gruppe eingetreten, die mit dem Daniel zu tun hatte, das Äi-Tiem damals, so hab ich den Daniel kennengelernt. Der Alex ist dann wieder nach Köln zum Dualen System. Dann hat's mir beim Äi-Tiem nicht mehr so gefallen, weil das nicht so mein Ding war. Bin dann halt, weil ich den Alex schon kannte, zu ihm gestoßen, zum Dualen System. Der Daniel hatte die ganze Zeit sein Blitz Vinyl, sein Label, Blitz Mob, hatte viel zu tun mit C.U.S. halt, viel Arbeit. Ende `95 war dann der Zeitpunkt, wo wir gesagt haben, Duales System, das ist irgendwie nichts, da können wir nicht das machen, was wir wollen. Das paßt einfach nicht, persönlich wie musikalisch. Es gab da Differenzen. Wir haben dann gedacht, machen wir unsere eigene Platte, suchen uns verschiedene Produzenten, unter anderen halt der Daniel. Wir haben dann halt überall angefragt und er meinte, eh, ich hab soviel Musik, wollen wir nicht ein ganzes Album zusammen machen. Die Musik hat uns dann zugesagt und wir haben gesagt, gut, machen wir. So haben wir dann Anfangs `96 die Firma gegründet.

Bumbanet: So halb habt ihr jetzt meine nächste Frage vorausgenommen, kommt ihr alle direkt aus Köln, also seid ihr hier geboren?

Alex: In Wattenscheid bin ich geboren, im Pott, aber seitdem ich eins bin, wohn ich in Köln. Köln-Porz, jetzt Köln-Innenstadt.

Daniel: Köln-Bayenthal bin ich geboren.

Ben: Ich bin in der Stadt Porz geboren...Ja das war damals noch ne Stadt. Jetzt ist es Köln-Porz. Aber ich lebe immer noch in Porz.

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