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Bumbanet: Erkläre am Anfang am besten einfach mal, wie alles mit euch begann? Rotzlöffel: Es begab sich 1991, da hab ich die Schule gewechselt und bin in die Klasse von Peerbee, unserem Produzenten, gekommen. Er hatte damals auf dem Keyboard paar HipHop Beats gemacht und hatte auch eine Posse. Wir hatten zu der Zeit noch alle englische Namen. Ich war in einer Crew, die hieß Cologne Rap Association. Meine Band hieß The musicial Punishment. Peerbee war bei Suns of Soul. Das war halt alles HipHop, aber damals noch mit englischen Texten. Wir hatten dann überlegt, ich mach Reime, du machst Beats, laß uns doch was zusammen machen. Zu der Zeit kam das auch gerade hoch mit deutschen Lyrics, Advanced Chemistry waren schon länger am Start, die Vierer hatten gerade ihre erste LP veröffentlicht und hatten eines ihrer ersten Konzerte in Köln. So haben wir die direkt kennengelernt und das war auch ein ganz netter Kontakt. Wir hatten dann die Idee, auch auf Deutsch zu rappen. Peerbee hatte in seiner Posse noch den Schivv, den ich bis dahin noch nicht persönlich kannte. Den, und Dr. Müller, der auch noch in unserer Stufe war, haben wir dann noch dazugeholt und dann waren wir zu viert. Auf diversen Samplern haben wir dann unsere Sachen veröffentlicht, das erste war auf der "That's real underground", das war aber noch ein bißchen zu früh. Danach kam dann HipHop Hurra und Klasse von 95. Auf dem ersten Plattenpapst Jöäk Album hat Schivv einen Solotrack. Durch diverse Tape's, die wir dann verschickt haben, sind wir zuerst zur EMI Electrola gekommen. Wir bekamen einen Vorvertrag und durften 3 Lieder produzieren., wobei es darum ging, ob es als Maxi rauskommen sollte. Dann hieß es aber doch mehr und wir haben ein komplettes Album produziert. Wir haben uns dann aber von der EMI getrennt und das Album ist nie rausgekommen. So haben wir halt schon ziemlich früh Erfahrungen im Buisness bekommen und einen sehr netten Manager kennengelernt, der uns ein bißchen geholfen hat. Über den haben wir dann einen Deal mit BMG Ariola bekommen. Dann haben wir die erste LP gemacht, erste Single "Wie war das noch mal", die knapp vor den Charts gescheitert ist. War also relativ erfolgreich. Dann kam die zweite LP und es gab einige Querelen. Wir kamen mit unseren Vorstellungen nicht so ganz zusammen und haben uns getrennt. Und jetzt sind wir bei Deck 8. Bumbanet: Auf eurer ersten LP gab es noch ziemlich viele Funk Einflüsse. Mittlerweile sind die fast ganz verschwunden. Gibt's da eine bestimmte musikalische Entwicklung? Rotzlöffel: Ich finde, daß sich alles in eine gewisse Richtung verändert hat. Damals auf der ersten LP waren das noch die anfänglichen Versuche, man sucht sich halt Funk Samples und legt einen Beat drunter und hat noch nicht richtig den eigenen Stil gefunden. Zu dieser Zeit hatten sich auch ziemlich viele Produktionen aus Deutschland relativ gleich angehört. Peerbee ist auch ein riesengroßer Funk Fan und hat auch tausende Platten. Er hatte damals die Sampling Kunst auch noch nicht so ganz gekonnt, genauso so, wie wir auch noch nicht so gut gerappt haben. Deshalb war das vielleicht auch noch offensichtlicher. Wir arbeiten heute aber immer noch mit Funkplatten und nehmen davon unsere Samples, verstecken die aber besser. Von der allgemeinen Entwicklung ist das so, wie sich auch HipHop verändert hat, die Beats werden dicker und der Sound minimalistischer. Das war auch unsere Entwicklung. Bumbanet: Was gibt's denn so an musikalischen Einflüssen bei euch persönlich? Rotzlöffel: So ein All time Favourit von uns allen ist natürlich Gang Starr, die Band schlechthin. Egal wann Premier irgendwas rausbringt, er flasht uns immer. So hat uns Gang Starr natürlich auch immer beeinflußt. Wir haben aber nie versucht, wie irgend jemand zu klingen oder zu sagen, die finden wir jetzt supergeil und deshalb möchten wir jetzt auch so klingen. Wir haben schon immer versucht eine eigene Handschrift und einen eigenen Style zu haben. Ansonsten lassen wir uns von allem inspirieren, was in den Kopf reinkommt, Sachen die man sieht oder neue Maxis, die Lifeforce anschleppt, mit supergeilen Tracks drauf, wo man dann sagt, wie hat der denn den Beat gemacht oder was ist das denn für ein Style. Je mehr sich das so entwickelt, desto mehr entwickelt man sich auch selber. Bumbanet: Du hast ja früher auf Englisch gerappt, wieso heute nicht mehr? Rotzlöffel: Das hat einen ganz einfachen Grund: Weil es keine Sprache gibt, die ich so gut spreche wie Deutsch. Wenn man Texte schreibt möchte man sich natürlich auch so gut wie möglich ausdrücken. Damals war das Schulenglisch Style mit Fremdwörtern, die man sich aus Lexikas rausgesucht hatte. Es stand gar nicht so zur Debatte auf Deutsch zu rappen. Und dann kamen halt Gruppen wie die Vierer und Advanced Chemistry, die gezeigt haben, daß es durchaus möglich ist auf Deutsch zu rappen und, daß das auch cool klingen kann. Nicht so wie bei Falco oder der EAV. So sind wir dann auch auf den Trichter gekommen, daß Texte schreiben etwas ziemlich persönliches ist. Wir sprechen Deutsch und deshalb machen wir auch die Texte auf Deutsch. Bumbanet: Jetzt mal eine ganz blöde Frage, wieso macht ihr überhaupt HipHop und nicht Schlager oder so was? Rotzlöffel: Das ist natürlich immer eine sehr schwierige Frage. Da könnte ich dich fragen, warum trägst du Turnschuhe und keine Lederschuhe. Jeder von uns hat halt ein Schlüsselerlebnis, warum er HipHop mag und macht. Bei mir war es 1986/87, da bin ich mit meiner Mutter nach London gefahren und wir haben so ein bißchen Sightseeing gemacht. Im Hotel gab es einen Musiksender, was es hier damals noch gar nicht gab, und ich hab dann das Run DMC Walk this Way Video mit Aerosmith gesehen. Bis dato hatte ich Queen gehört und irgendwas mit E-Gitarren. Und dieses Video war dann der absolute Knaller für mich, ich hatte noch nie so etwas geiles gesehen oder gehört, ich fand auch die Typen supercool. Das war das erste Mal, wo ich diesen Begriff HipHop im Kopf hatte. Dann gehst du halt in den Plattenladen und kaufst ein Platte und dann noch eine, und andere Musik interessiert dich dann schon fast gar nicht mehr. Irgendwann willst du dann auch nur noch HipHop hören und HipHop machen, ich denke, das geht bei HipHop relativ schnell. Es gibt ja fast keinen, der nur HipHop hört und nichts macht. Selbst wenn man nicht selber Musik macht, sprüht man, tanzt oder macht eine Zeitung und Photos.
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Interviews: Dashboard Confessional, Dog eat Dog, Ash, Lexy & K-Paul Special: Rheinkultur, Splash, Rihanna, Juicy Beats Live: Justin Timberlake, Mad Caddies, Reel Big Fish, Maxïmo Park Sports: BMXMasters, Extreme Playgrounds, Wave Tour
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