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Interview: Werle & Stankowski (2/3) News

Bumbanet: Ich hab gelesen, dass ihr letztes Jahr vom Goethe-Institut in Toronto zu „Canadian Music Week – German Sounds“ eingeladen ward. Seht ihr Euch als Botschafter deutscher Musik bzw. Musikkultur?

Werle: Als Botschafter auf jeden Fall. „Deutsch“ weiß ich jetzt nicht. Dadurch, dass wir auch keine deutsche Musik machen, ist es ein wenig schwierig, sich als deutsche Botschafter zu bezeichnen. Dann würde ich eher sagen, dass sollte man „Wir sind Helden“ oder „Die Ärzte“ überlassen.

Stankowski: Dazu muss man sagen, dass wir bis jetzt auch nur im deutschsprachigen Raum veröffentlicht haben. Und es ist schwer, ein Botschafter zu sein, wenn man nur in seinem eigenen Land veröffentlicht.

Bumbanet: Na ja, wer vom Goethe-Institut eingeladen wird repräsentiert ja gewissermaßen Deutschland.

Stankowski: Kann sein. Trotzdem wäre es ein wenig übertrieben, sich Botschafter zu nennen.

Bumbanet: Warum eigentlich nur englischer Text?

Stankowski: Auf den Alben sind nur englische Lieder. Die deutschen Lieder waren Specials. Es ist einfach ein organischer Prozess gewesen. Ich habe mit 16 mehr deutsche Texte geschrieben, aber das war eine unüberlegte Entwicklung englische Texte zu schreiben. Als wir dann Musik zusammen gemacht haben, waren es halt nur noch englische Texte halt.

Werle: Ich bin inzwischen froh, dass wir nicht auf Deutsch singen. Ansonsten wären wir im ganzen Juni/Silbermond-Scheiß wahrscheinlich untergegangen.

Stankowski: Wobei sich unsere Musik stark von deren Musik unterscheidet.

Bumbanet: Welche musikalischen Einflüsse sind Euch wichtig?

Stankowski: Alles was man hört! Alles was man hört, wir zu einem Teil von dem was man macht. Input wird zu Output! Man kann nicht sagen, ich höre „Beachboys“ und die beeinflussen mich. Dann höre ich Bach und das beeinflusst mich nicht. Das ist alles auf irgendeine Art und Weise relevant. Daher sind wir universell beeinflusst, aber im Popkontext.


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Bumbanet: Wie ist das bei Dir, Simon? Gibt es in der elektronische Szene Künstler, die dich inspirieren?

Werle: Dazu muss man sagen, dass ich mich gar nicht als der Vorzeigeelektroniker sehe. Ich bin in der elektronischen Szene nicht drin und weiß gar nicht so viel darüber. Ich höre ganz viel verschiedene Musik und ziehe aus Allem irgendwelche Elemente, die mich inspirieren oder mir gefallen. Das geht von Notwist über Timbaland bis Schlagerradio. Ich bin da universell absorbierend.

Bumbanet: Hat das Album einen thematischen Schwerpunkt?

Stankowski: Das Album ist komplett autobiographisch. Bis auf die Single, die ist eine Art Konzeptsong geworden. Thematischer Schwerpunkt ist das Seelenleben des Protagonisten Stankowski.

Bumbanet: Die Texte sind von sehr melancholischer Natur. Und ich hatte den Eindruck, dass der Gegensatz eher zwischen Text und Musik liegt als Elektro-Akustik.

Stankowski: Kann sein. Wenn Du das so siehst. Ich glaube da sind überall kleine Gegensätze.

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Autor:
Enrico Ippolito
Photos:
Virgin


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