Tele, das sind Francesco Wilking (Gesang & Texte), Martin Brombacher (Gitarre), Tobias Rodäbel (beide Gitarre), Patrick Reising (Keyboards), Stefan Wittich (Schlagzeug) und Jörg Holdinghausen (Bass). Mit „Wir brauchen nichts“ veröffentlichen die ursprünglich aus Freiburg stammenden Herrschaften am 23. Februar ihr neues Album. Um vorab ein paar wichtige Fragen zu klären, haben wir uns mit Sänger Francesco und Gitarrist Tobias unterhalten. Im Interview sprechen die beiden über ihre Teilnahme am Bundesvision Song Contest, sido & Bushido und natürlich die neue Platte.
Bumbanet: Zum Einstieg gleich mal etwas pathetisch: ist es euch bewusst, wie wichtig ihr und eure Musik für manche Menschen seid und wie viel ihr ihnen bedeutet?
Tobias: Jetzt würde ich natürlich gerne wissen, wer das ist, und eine Runde schmeißen. Wenn mir jemand sagt, eines unserer Lieder hätte seine Beziehung gerettet, hoffe ich, dass sie ewig hält.
Bumbanet: Macht es euch das Angst oder freut ihr euch darüber einigen fremden Menschen sehr viel zu bedeuten?
Tobias: Du schreibst Songs, nimmst sie auf, veröffentlichst sie und trennst dich von ihnen. Das ist so altmodisch wie Briefe schreiben. Wenn sie dann im richtigen Briefkasten landen, ist es gut. Und wenn du eine schöne Antwort bekommst, freust du dich. Und wenn daraus eine Einladung wird, kommst du zum Essen. So funktioniert die Welt.
Bumbanet: Würdet ihr sagen, dass ihr gut seid im Umgang mit euren Fans? Legt ihr Wert darauf, eure Fans glücklich zu machen?
Tobias: Ich würde sagen, dass die Fans hoffentlich gut mit uns umgehen. Wir machen die Musik und spielen uns die Seele aus dem Leib.
Bumbanet: Nochmal zurück zum Pathos: wie kam es zu dem Song "Bye Bye Berlin"?
Francesco: Pathos ist ein Mittel, das man benutzt, um ein Gefühl grösser zu machen als es ist. Ich hoffe wir tun das nicht. "Bye Bye Berlin" kam wie aus versehen, nur gewollt zu uns. Es ist mein Lieblingslied.
Bumbanet: "Sido und Bushido singen Bye Bye Berlin" - manch einer fragt sich jetzt bestimmt: "Was soll das?“.
Francesco: Alter Journalistentrick: Manch einer fragt sich heißt, ich frage mich. Diese frage bedeutet, dass du den Pathos dem Spaß vorziehst. Alle sollen es mitsingen. die liste war ursprünglich noch länger und es waren Namen dabei, bei denen sich manch einer noch mehr gewundert hätte.
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Bumbanet: Habt ihr bei den beiden angefragt, ob sie im Chorus mitsingen möchten?
Francesco: Sie singen ja mit. Das sind die ganz hohen Stimmen.
Bumbanet: Wer singt sonst noch im Chor mit?
Francesco: Unsere besten Freunde und die gesamte Belegschaft der Bvg.
Bumbanet: Habt ihr das Lied schon einmal live gespielt? Wie reagieren die Leute - steigen sie in den Chor ein?
Francesco: Haben wir noch nicht probiert, wir brennen aber darauf.
Bumbanet: Die Platte ist insgesamt sehr abwechslungsreich geworden. Was würdet ihr sagen ist der Grund dafür?
Francesco: Wir sind insgesamt sehr abwechslungsreiche Typen, und jeder ist zu einem Sechstel Songwriter bei Tele.
Bumbanet: Sido hat über sein neues Album gesagt, wenn es eine Farbe wäre, wäre es lila. Welche Farbe hat euer Album?
Francesco: Es ist braun mit Diamanten.
Bumbanet: Wie würdet ihr die Entstehungsphase der Platte beschreiben?
Tobias: Lang. Wir haben uns einen Monat im ehemaligen DDR Rundfunkstudio in Berlin-Köpenick eingeschlossen und aus sechs Leuten einen Haufen Songs herausgeholt. Danach gab es eine ausgedehnte Phase der Vorproduktion, und danach mussten wir über die Hälfte der neuen Songs auf Eis legen, weil es sonst mindestens ein Doppelalbum geworden wäre.