Bumbanet: Und möchtest du auch außerhalb von Deutschland deine Musik verbreiten? Also, es wäre ja ziemlich naheliegend in Italien zu veröffentlichen?
Nevio: Klar, also das ist natürlich ein Ziel, das hier auch immer besprochen wird. Die Welt ist größer als Deutschland, und es gibt ganz viele Märkte, und wir sind da dran. Auf jeden Fall. Also, Österreich und Schweiz sind ja eh dabei, und Italien liegt auf der Hand. Und auch noch so andere Länder, die es auf der Welt gibt.
Bumbanet: Aber es wäre doch bestimmt ein tolles Gefühl für dich, wenn du dann zum Bespiel in Italien Auftritte hättest?
Nevio: Auf jeden Fall. Auf der Tour ist es ja auch geplant. Ab September diesen Jahres gehe ich auf Tour mit meiner Liveband, wo übrigens mein Bruder Leadgitarrist ist.
Bumbanet: Das ist eine ziemlich große Band habe ich gehört.
Nevio: Ja, das sind 10 Leute, genau. Ziemlich große Band. Und ja, Italien ist auch dabei.
Bumbanet: Was kannst du mir ganz allgemein über die Entstehungsphase des Albums erzählen?
Nevio: Ja, nach meinem Ausscheiden bei DSDS hab ich mir erstmal mein kongeniales Umfeld ausgesucht, bin in Deutschland rumgereist und habe alle Angebote, die es so gibt, abgewogen. Und bin jetzt echt glücklich, dass ich so ein tolles Umfeld habe, sprich Plattenfirma, Management, Anwalt, also alles was dazugehört. Es war mir wichtig, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die meine Ziele teilen. Dann war es mir wichtig, einen neuen Plattenvertrag auszuhandeln, der völlig fern von der ganzen DSDS- Geschichte ist, und zwar wo die Hauptpunkte sind, dass ich kreatives Mitspracherecht beziehungsweise ein kreatives Selbstentscheidungsrecht habe. Dass ich sagen kann: „Auf allem, was kreativ um meine Person herum passiert, habe ich die Hand drauf“ und ich selbst entscheiden kann. Weil am Schluss steht ja „Nevio“ auf der Platte drauf und ich bürge mit meinem Namen für die Qualität, und ich will ja nicht, dass da irgend ein Scheiß Umlauf kommt. Ich bin ja derjenige, der seinen Arsch auf die Bühne heben und das irgendwie verkörpern muss. Wenn das irgendwie auferlegt ist, wenn das künstliche Sachen sind- damit kann ich nicht leben, da kriege ich irgendwie Ausschlag auf der Haut. Ich will selbst bestimmen können, dass alles was kreativ ist durch meine Hände muss. Sonst bin ich nicht glücklich und kann das auch nicht präsentieren. Das war mir wichtig. Und zu dem Album ist zu sagen, dass ich das zu einem ganz großen Teil selbst geschrieben habe. Es war mir wichtig, eine persönliche Platte zu machen, aus autobiografischer Sicht. Ich bin mir sicher, dass je persönlicher die Platte ist, desto näher findet sie sich dann wieder bei den Herzen der Leute. Je persönlicher die Platte ist, desto größer ist die Chance dass man die Leute auch direkt berühren kann. Weil ich hoffe natürlich, dass mein Leben und meine Erfahrungen andere Leuten zu Teil werden können. Dass die sich identifizieren können, dass die sagen können: „Hey, so ist es mir auch ergangen, ich kann die Gefühle genau verstehen und so habe ich auch mal gefühlt“. Das ist mein großes Ziel, mein großes Vorhaben, das möchte ich erreichen, dass der Funke überspringt.
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Bumbanet: Und du hast jetzt für das Album auch mit Leuten aus dem Team von Eros Ramazotti zusammen gearbeitet. Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
Nevio: Also, ich hatte ja 1999 schon mal einen Plattenvertrag, und da hatte ich schon ein paar Kontakte geknüpft. Unter anderem auch mit einigen Songwritern, die mit Eros Ramazotti zusammen arbeiten. Als es klar war, dass ich ein Album machen kann, hab ich zum Beispiel Antonio angerufen, einer der halt für Eros Songs geschrieben hat. Ich hab gesagt: „Antonio, ich schreib eine Platte, hast du nicht Lust nach Deutschland zu kommen und mir dabei zu helfen?“. Und da hat er gesagt: „Ja klar“. Und dann ist er nach Hamburg gekommen wir haben drei Tage geschrieben, und dabei sind auch Songs für dieses Album heraus gekommen. Mit dem Texter von dem Duett Eros und Anastacia zum Beispiel hab ich auch einen Song gemacht, den kannte ich auch. Also, das sind noch Kontakte die weit vor DSDS entstanden sind. Ich hab ja vorher schon mal reingeschnuppert in dieses Business.
Bumbanet: Welche italienischen Sänger würdest du als Inspiration nennen? Zum Beispiel, als ich „Runaway“ das erste Mal gehört habe, das hat mich so ein bisschen an Zucchero erinnert.
Nevio: Na ja, die sind hier nicht so bekannt in Deutschland, aber in Italien gibt es Battisti. Das ist jemand, der sehr poetisch unterwegs ist und für die ganzen Liedermacher und Texter im Vordergrund steht. Es gibt ja auch neue Bands, die ich sehr schätze. Ich kann dir da jetzt Tausende aufzählen, die sind hier aber nun mal nicht bekannt.
Bumbanet: Findest du jetzt den Vergleich bei „Runaway“ zu Zucchero so abwegig?
Nevio: Na ja, Zucchero ist natürlich ein internationaler Star, der schon mit Gott und der Welt zusammen gespielt und gemacht hat. Das ehrt mich natürlich, wenn es sich so anhört. Allerdings bin ich ja auch ein bisschen jünger als diese ganzen Leute und stehe für ein Italien, das irgendwie... Ich habe die letzten fünf Jahre in Italien studiert und gelebt und mein Italien sieht halt ein bisschen jünger, ein bisschen moderner, ein bisschen frischer aus. Es hat halt den Spirit, der jetzt halt existiert, von jungen Leuten, von Studenten die da wohnen und irgendwie frische und aktuelle Ideen haben.
Bumbanet: Ich wollte damit nicht sagen, dass du altmodisch klingst...
Nevio: Nee, ich meine, Zucchero ist ja ein Megavergleich, ist ja wunderbar irgendwie.