Bumbanet: Sind die Songs denn auch im Hinblick auf das Album entstanden, dass ihr gesagt habt, wir brauchen noch einen Song in eine bestimmte Richtung um das Album rund zu machen?
Lexy & K-Paul: Gar nicht. Wir hatten so viele Songs, dass wir alle einfach rausgeschmissen haben, die nicht gepasst haben. Ich muss zugeben, dass wir bei unserem letzten Album auch Fülltracks gemacht haben, weil wir das Album schnell fertig machen wollten. Diesmal mussten wir uns tagelang entscheiden, ob wir einen Track vom Album schmeißen. Die Konkurrenz unterhalb der Lieder war so groß, dass es auch gute Lieder nicht auf das Album geschafft haben. Was andererseits auch schade ist. Da gab es einige Kandidaten, die jahrelang schon gesetzt war, hinterher aber doch rausgefallen sind.
Bumbanet: Könnt ihr euch dabei denn immer einigen, welcher Track der Richtig ist?
Lexy & K-Paul: Da gibt es natürlich schon mal unterschiedliche Meinungen, definitiv. Es muss sich eben einer von uns zurücknehmen, oder man baut den Track noch mal um, damit er für uns beide okay ist. Aber wir sind auch nicht so egozentrisch, dass wir auch die Argumente des Anderen nicht hören würden. In den ruhigen Minuten lässt man sich das dann mal durch den Kopf gehen und wird vielleicht doch umgestimmt. Wir kennen uns ja auch schon sehr lange und respektieren uns. Bei allen Tracks die veröffentlicht wurden sind wir jedenfalls auf einen Nenner gekommen. Der Weg dahin ist halt nicht immer ganz einfach, aber immer noch einfacher als wenn wir zu Dritt wären.
Bumbanet: In einem Kommentar nennt ihr das neue Album „dunkler“. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?
Lexy & K-Paul: Kann sein, es ist jedenfalls nicht mehr Happy-Hippo-Kirmes-Sound. Viele Leute meinen, dass unser Album erwachsener klingt. Ist natürlich gut, wir sind ja auch älter geworden. Wir sind ja schon lange dabei und haben Erfahrung gesammelt. Diese Erfahrung steckt auch in diesem Album. Mit den Beschreibungen dunkler oder ernster kann ich mich nicht so ganz anfreunden, aber erwachsener passt gut. Es ist jedenfalls kein Gothic-Album. Das Album wurde sicherlich auch durch die Leute geprägt, mit denen wir zusammengearbeitet haben. Der Manne Svensson ist ein Rocksänger, und solche Leute tragen auch zur Entwicklung eines Albums bei. Die Single „Wide Road“ mit Dorian E ist auch ein eher düsterer Track. Da kann man auch mal auf einem Dark-Festival spielen.
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Bumbanet: Zurzeit seid ihr mit eurem Album in den Clubs unterwegs, habt ihr euer Set entsprechend angepasst?
Lexy & K-Paul: Wir wollen natürlich unser neues Album vorstellen, aber gleichzeitig erwarten die Fans auch unsere alten Tracks. Es muss die richtige Mischung da sein. Wir wollen auch die Reaktion der Leute sehen auf unsere neuen Sachen, und wir freuen uns besonders, dass auch viele unserer neuen Stücke richtig gefeiert werden, obwohl die Leute sie noch gar nicht kennen. Bei „The Clap“ und „Ponyboy“ kommt es mir vor, als wären das schon Hits.
Bumbanet: Die offizielle Releaseparty ist in Hamburg und nicht in eurer Heimatstadt Berlin, warum das?
Lexy & K-Paul: Weil unser Label seinen Sitz in Hamburg hat, aber es kann auch sein, dass das Zufall ist. Jedenfalls spielen wir auch eine Woche später in Berlin, das ist für mich die eigentliche Record-Releaseparty und alle Freunde kommen.
Bumbanet: Wie sehen eure weiteren Pläne aus?
K-Paul: Wir sind jetzt wirklich die ganze Zeit unterwegs und dann hören wir vielleicht auf. Nein, dann wird es eine neue Single geben und Ende des Jahres die erste komisch elektronische Mix-CD, die auf unserer Radiosendung „komisch elektronisch“ basiert. Aber schwer wird es, sich für die neue Single zu entscheiden. Die erste Single war mein Wunsch, daher wird die zweite dann wohl eher Lexys Wunsch.
Lexy: „The Clap“.
K-Paul: Aber stell dir vor dann wird „The Clap“ erfolgreicher als „Wide Road“. Dann suchst du immer die Singles aus, das wär doch scheisse.
Lexy: Bei Outkast war es so, dass jeder je eine CD gemacht hat, das fand ich cool.
K-Paul: Aber noch sind wir ja Lexy & K-Paul.
Autor: Rob Labas Photos:
Pressefreigaben / Bumbanet