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Interview: Killswitch Engage (1/3) News

Leise und fast unbemerkt haben sich Killswitch Engage aus Westfield, Massachusetts zu einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Metalcore-Bands entwickelt. Mit ihrem neuen Album „"As Daylight Dies" sind die fünf Amis eindeutig am Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Wir sprachen während der Deutschlandtour in Wiesbaden mit Bassist Mike D'Antonio...

Bumbanet: Was bedeutet Killswitch Engage und wieso habt Ihr diesen Namen als Bandnamen ausgewählt?

Killswitch Engage: Killswitch Engage bedeutet irgendwie, neu anzufangen. Wir hatten vor Killswitch Engage verschiedene andere Bands, meine Band „Overcast“ hatte sich aufgelöst, „Aftershock“, Adam and Joel’s Band war gerade dabei, sich aufzulösen. Demnach bedeutet Killswitch Engage, dass man den Schalter umlegt, alles beendet und noch einmal von vorne anfängt. Wieso wir den Namen gewählt haben? Weil man einen Bandnamen braucht, um eine Band zu sein.

Bumbanet: Was macht Killswitch Engage Eurer Meinung nach einzigartig?

Killswitch Engage: Ich weiß nicht recht,  wir versuchen auf der Bühne Spaß zu haben, sind keine typische Metalband, die auf ihre Fans verhöhnt und anspuckt und Sachen auf sie wirft, man sieht, dass wir Spaß haben und lachen und merkt, dass wir gut zusammenspielen und wir wollen, dass Leute zu uns kommen und es sich gut gehen lassen und nicht, dass sie überlegen, wie scheiße alles sein kann.

Bumbanet: Eure Musikrichtung wird auch als Metalcore bezeichnet. Seid Ihr damit einverstanden oder denkt Ihr, dass sich da etwas geändert hat?

Killswitch Engage: Ich denke, dass es die Aufgabe der Presse ist, Merkmale zu vergeben und das ist das Merkmal, das uns zugewiesen wurde. Wir schöpfen aus vielen verschiedenen Richtungen.
Man gibt heute Namen, die sich morgen schon wieder ändern können und es macht mir auch eigentlich nichts aus.

Bumbanet: Was ist Eurer Meinung nach der größte Einfluss für Eure Musik?

Killswitch Engage: Immer wenn ich schreibe - ich meine, jeder aus der Band schreibt und trägt einen gewissen Teil zu einem Lied oder Album bei - immer wenn ich schreibe, schreibe ich viele härtere Sachen, über Zusammenbrüche; ich wurde stark vom New York-Hardcore geprägt. Um neue Ideen zu bekommen höre ich mir selten neue Sachen an, außer vielleicht In Flames and Soilwork, es läuft immer auf Musik aus meiner Kindheit hinaus.


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Bumbanet: Glaubt Ihr, dass dieser Stil der Beste ist um Emotionen wie z.B. in „Rose of Sharyn“ oder „My last Serenade“auszudrücken? Schließlich sind die Texte ja sehr gefühlvoll…

Killswitch Engage: Nein, ich denke Poesie ist Poesie, ob man sie nun mit Musik kombiniert oder nur in Büchern liest. Ich denke, dass es keine beste Möglichkeit gibt, Poesie darzustellen; wir tun einfach, was wir tun und hoffen, dass es den Leuten gefällt.

Bumbanet: Glaubt Ihr, dass sich Euer Stil inzwischen ein wenig verändert hat?

Killswitch Engage: Nun ja, jede Band steigert sich, gelangt mit der Zeit zu einem höheren Level, endet dann mit anderen Dingen, fügt andere Elemente in die Musik ein. Im Moment ist die Band genau da, wo sie sein soll. Das aktuelle Album ähnelt dem Letzten, was daran liegt, dass wir endlich unseren Stil gefunden haben. Wir haben nun alle die gleiche Vorstellung, wie die Band sich anhören soll und das haben wir jetzt erreicht. Wir haben uns schon seit unseren Anfängen verändert, aber das ist immerhin 7 Jahre her und mit der Zeit ändern sich die Dinge.

Bumbanet: Glaubt Ihr, dass es in Zukunft weiterhin viele Veränderungen in Eurem Stil geben wird oder haltet Ihr Euren Stil inzwischen für vollendet? Gibt es etwas, was Ihr im Moment gerne noch verbessern würdet?

Killswitch Engage: Nein, nichts ist jemals vollkommen, wir bedienen uns gerne anderer Dinge um ein Genre zum nächsten Level zu bringen, indem wir Elemente einfügen und damit etwas anderes schaffen, also nicht indem wir kopieren, was bereits da ist. Bei diesem Album haben wir etwas wie Southern Rock hinzugefügt, was ich schon immer mochte und immer einem Lied beifügen wollte, dann ein klein wenig Black Metal, so was. Ich kann es mir gut vorstellen, weitere ähnliche Elemente einzubauen; ich denke, wir werden bei unserem nächsten Album ein wenig Polka und Ska beifügen.

Bumbanet: Für wann ist das nächste Album geplant?

Killswitch Engage: Wir haben es gerade beendet, es sollte also demnächst rauskommen. Wir schreiben noch nichts für ein weiteres Album. (lacht) nein, das war jetzt nur ein Witz.

Bumbanet: Welche Gesellschaftsgruppen wollt Ihr mit Eurer Musik ansprechen oder ist die Musik für jedermann bestimmt?

Killswitch Engage: Ich schätze mal, dass sie für jeden gut ist, wobei nicht jeder sie mögen wird. Es gibt einige Dinge, die manchen Menschen nicht gefallen dürfte, z.B. das Schreien, wobei es ist auch viel Gesang; aber wir sind nette umgängliche Menschen, die einfach Spaß auf der Bühne haben wollen.

Bumbanet: Wollt ihr dass Eure Hörer etwas in der Welt, Politik oder an anderen Dingen verändern?

Killswitch Engage: Es liegt an jedem Einzelnen, wie man unsere Texte interpretiert, mir wäre es recht, wenn die Leute eine positive Einstellung davontragen würden, also dass der Ausgang einer Situation besser sein kann, als man zuvor dachte. Jedem passieren jeden Tag schlechte Dinge. Es gibt einige Dinge, die einen eher in die Depression treiben,  anstatt zu versuchen, einen daraus zu befreien; ich denke, dass KsE den Menschen helfen kann, sich in ihrem Leben nicht so deprimiert zu fühlen.

Bumbanet: Wie schreibt Ihr Eure Lieder? Schreibt Ihr zuerst die Texte oder die Melodie?

Killswitch Engage: Immer zuerst die Melodie, als Grundlage Gitarre, Bass und Schlagzeug; wann immer wir ein Lied schreiben, setzt sich jeder in eine Ecke - ich verwende „GarageBand“ auf einem Mac - und nimmt zwei oder drei verschiedene Riffs auf und wenn wir uns dann wieder zusammensetzen, hat jeder zwei oder drei Riffs aufgenommen und spielt sie vor. Dann kann jeder seine Ideen einbringen und sagen was ihm gefällt oder auch nicht; es ist so eine Art Brainstorming, wenn die Ideen geradezu herumfliegen und ich denke, das ist die beste Art zu arbeiten.

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Autor:
Tom Jakobs
Photos:
Roadrunner, Thilo Stoffels


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