Fishbone sind zurück! Nein, nicht die Klamottenmarke mit dem Fischskelett-Logo, sondern viel mehr die Ska/HC/Alternative Legende aus Kalifornien. Bei ihrem neuen Album „Still Stuck In Your Throat!“ lassen sie die Zuhörer ihre Hingabe zur Musik in jeder Sekunde spüren. Diese Hingabe konnten auch die Zuschauer in Deutschland beim zweistündigen, einzigen Deutschlandauftritt in Köln im Underground spüren. Wir trafen Bassisten John Norwood Fisher vorm Auftritt, der, hätte es die Zeit erlaubt, noch stundenlang über die Geschichte der Band und der Musik hätte erzählen können...
Bumbanet: Ganz zu Anfang direkt eine Standardfrage, warum habt ihr eigentlich den Namen Fishbone für die Band gewählt, hat der Name eine spezielle Bedeutung?
Fishbone: Also, aus der Zeit aus der wir kommen, den späten 70ern/Anfang 80ern, wurde es in den „Ghettos“ zur Mode, dass man sich Spitznamen gab. So kam es irgendwann, dass man sich an seinen Namen ein „Bone“ hinten dran hing. Viele Gangster taten das. Unser Nachname ist ja Fisher, also der von mir und meinem jüngeren Bruder, welcher aber nicht mehr in der Band ist, und eigentlich war das sein Spitzname im „Ghetto“.
Bumbanet: Was macht euch deiner Meinung nach zu einer legendären Band?
Fishbone: Es gab nichts vergleichbares vor uns als wir anfingen Musik zu machen. „The Clash“ hatten viele verschiedene Elemente, sehr viele Einflüsse haben wir zum Beispiel auch von Bad Brains erhalten. The Specials mischten Punk-Rock und Soul. Als wir anfingen wollten wir etwas schaffen, was ebenfalls so originell ist, und ich denke die Leute sehen uns als Legende an, weil wir voll ins Schwarze getroffen haben. Wir warfen all unsere Einflüsse und Erfahrungen die wir als Kinder in unserer Nachbarschaft gemacht haben zusammen, und heraus kam dieses „Ding“. Speziell in den Staaten waren wir eine der ersten Ska-Bands die einen weltweiten Erfolg verzeichneten. Vor uns gab es nur zwei Bands die das auch geschafft haben, das waren „The Toasters“ und „The Untouchables“. Zudem waren wir gerade mal 14 Jahre alt als wir die Band gründeten. Gewiss haben wir Ska nicht erfunden, aber unser Timing war verdammt gut.
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Bumbanet: Nach vielen Rückschlägen und ständigen Pausen habt ihr euch erneut zusammengefunden, was war eure Motivation es noch einmal zu versuchen und wieder ein Album aufzunehmen und gemeinsam auf Tour zu gehen?
Fishbone: Es ist die Hingabe zur Musik, die wir schon als Kinder entwickelten. Es macht mir immer noch Spaß und ich kann mir nicht vorstellen, dass es mir irgendwann keinen Spaß mehr machen sollte. Aber würde es mir keinen Spaß machen, würde ich es auch nicht mehr machen und ich denke auch noch als alter Mann werde ich Musik machen.
Bumbanet: Ihr hattet schon viele Stilelemente in eurer Musik, so war neben Ska, Funk auch Soul, Reggae, Hardcore-Punk und sogar ein bisschen Gospel dabei. Wie kam es zu so vielen Stilformen?
Fishbone: Als Kinder standen wir unvoreingenommen zur Musik und hatten immer ein offenes Ohr für etwas Neues. Wir sind wahre Musikfans und genießen es immer wieder neues zu entdecken. Zusätzlich lebten wir in einer Zeit in der viel passierte. Als ich ein Jugendlicher war kamen die „Sex Pistols“ gerade groß heraus und HipHop tauchte in der Szene auf. Es gab einen Umbruch im Heavy Metal, Bands wie „Metallica“ entstanden daraus. Punk-Rock entsprang aus Punk. Im College Radio entdeckte ich „Kate Bush“ und es kam immer mehr und mehr Neues dazu. In den 90ern entdeckte die elektronische Musik das Tageslicht, das war auch sehr aufregend. Wir entdeckten diese ganzen verschiedenen Dinge und wollten all unsere Erfahrungen und Einflüsse in der Musik ausdrucksvoll wiedergeben – und das ist es was einen „Fishbone“ ausmacht.