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Interview: Curse (1/2) News

Beim Finale der Jam Session in Köln, einem bundesweiten Contest für Rap-Acts, trafen wir Curse zum Interview. Gewonnen hat die Jam Session übrigens Non Plus Ultra aus Frankfurt, knapp vor Phonetic&Cane aus Koblenz und Marsimoto aus Berlin...

Bumbanet: Wir sind heute bei der „Jam Session“, hier trifft die junge Generation der deutschen Rapper aufeinander. Was würdest du, denen die auf den Durchbruch warten für einen Rat auf den Weg geben?

Curse: Das kommt drauf an, das ist individuell, der eine hat bestimmte Stärken ausgeprägt, z.B. einen ausgeprägten Sinn für Image, dafür eine Schwäche beim Songwriting, dem würde ich sagen bau deine Stärken weiter aus und ändere deine Schwächen. Grundsätzlich, kann man nur so Standardsprüche sagen nach dem Motto: Mach dein Ding, glaub da dran. Was auch super wichtig ist, nimm die Ratschläge an und nicht nur von deinen Homies, weil das sind meist die die sagen „ja geil…yeah, yeah, “; nur weil deine Freunde dir sagen das du ein cooler Rapper bist, heißt das noch lange nichts, sondern nimm Ratschläge an, selbst wenn einer dich abfuckt, es kann sein da irgendetwas drinsteckt, sei es nur Neid, dann muss man sich das natürlich nicht zu Herzen nehmen, aber auf jeden Fall sollte man offen bleiben.

Bumbanet: Die Jam Session als größter deutscher Rapcontest ist einer von vielen Veranstaltungen solcher Art, findest du, dass solche Events genug Anerkennung bekommen?

Curse: Kommt drauf an, so was wie die „Jam Session“ oder „Bock aufn Beat“, das seit zwei Jahren in Frankfurt veranstaltet wird, bekommt schon einen relativ großen medialen Hype. Es gibt bestimmt auch andere Veranstaltungen die nicht so einen Hype bekommen. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Jam Session recht medienwirksam ist.

Bumbanet: Man sagt über Schriftsteller sie hätten ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Wohnort, gibt es speziell bei Rappern ein vergleichbares Verhältnis?

Curse: Ich denke schon, weil Rap ja super viel damit zu tun hat aus welchem Viertel du kommst, wo du aufgewachsen bist, wer deine Clique ist, wer deine Homies sind. Deswegen diktiert dir die Rapkultur selbst, das du dich mit deiner Heimat krass auseinander setzen sollst, mit deinen Leuten und mit dem was da mit dir passiert.


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Bumbanet: „Das Leben ist das was man daraus macht“ ist ein Zitat von deiner Website, wenn du diesen Satz auf dein Leben beziehen würdest, könntest du dich als zufriedenen Musiker bezeichnen?

Curse: Als zufriedenen Musiker…? Nein, weil wenn du zufrieden bist als Musiker und so Sachen sagst wie: „Ey weißt du was, ich bin einfach Happy, ich hab das und das erreicht was ich erreichen wollte, und blablabla“. Dann kannst du eigentlich aufhören. Deswegen bin ich nie 100 % zufrieden. Ich bin happy mit dem was ich habe, ich bin aber auch happy weil ich weiß ich habe noch Ziele, Träume und Ideale wo es mal hingehen soll. Und ich weiß auch, dass ich das erreichen kann, und das ist ein großer Teil der Happiness.

Bumbanet: Du giltst als ein Rapper der seinen Weg gegangen ist und sich nicht sonderlich von Trends beeinflussen lassen hat, was hältst du von der Entwicklung des deutschen Raps?

Curse: Jedes mal kommen die Leute an und fragen mich was hältst du von der Entwicklung. Das ändert sich alles ständig. Meine Antwort ist eigentlich immer die gleiche es gibt manche Dinge die finden ich gut, und es gibt manche Dinge die finde ich Scheiße, und manche Dinge die bekomme ich gar nicht mit. Ich finde das Street-Rap und harter Rap populär ist, ist an sich positiv, weil es für mich eine gewisse Situation und Realität in Deutschland porträtiert, vielleicht manchmal auf eine überzogene Weise, aber es  porträtiert eine gewisse Realität und ich finde es absolut richtig das diese Realität porträtiert wird. Aber ich finde es auch genauso wichtig und richtig das andere Realitäten porträtiert werden. Und ich habe das mal in einem anderem Interview gesagt: Mit dem Darstellen einer schlechten Situation kommst du bis zu einem gewissen Punkt, zu dem Punkt an dem alle wissen das es scheiße ist. Aber was kommt dann? Und das ist für mich ein Schritt der in den meisten Sachen halt fehlt, wo ich mir denke bis hier hin perfekt, aber da drüber ist Luft, und ich warte noch auf die Leute die kommen und diese Luft ausfüllen.

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Autor:
Patrick Bedford
Photos:
Pressefreigaben


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