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Interview: Culcha Candela News

Die „Heisse Kultur“ war zu Besuch auf Europas größtem Reggaefestival, die berliner Band bestehend aus Mitglieder aus Polen, Korea, Kolumbien und Deutschland fühlten sich unter dem diesjährigem Motto „Meltin Cultures“ noch nie so gut platziert auf einem Festival. Im Interview sprechen sie über ihr im Winter erscheinenes Album, wo Sie ihren „Culchaflavour“ her haben und was sie zu Schwulenfeindlichkeit im Reggae halten...

Bumbanet: Was ist das besondere für euch am Summerjam?

Culcha Candela: Naja, das besondere dieses Jahr am Summerjam ist das Motto, „Meltin Cultures“ das könnte fast von uns entworfen sein, ich habe mich selten auf einem Festival so gut platziert gefühlt wie heute hier auf der Summerjam. Wir entsprechen diesem Motto perfekt, dass was der Summerjam mit den verschiedenen Bookings aus verschiedenen Ländern und Stilrichtungen versucht zusammenzustellen, sind wir als eins auf der Bühne.

Bumbanet: Die verschiedenen Bands aus aller Welt und aus den unterschiedlichen  Stilrichtungen machen den Summerjam zu dem was er ist, was macht euch zu dem was ihr seid, womit befasst ihr euch, was ist sozusagen eurer Input?

Culcha Candela: Kultureller Backround, wir versuchen unsere Herkünfte in die Musik einzubringen und ein bisschen internationale Musik zu machen, bisschen African-Flavour, bisschen Latino-Flavour, auch Sachen aus Deutschland, aber wir gucken auch darüber hinaus was es für Sachen in der in der Welt gibt. Wir suchen nach neuen Musikelementen, und suchen nach den in der Welt verstecken Musikjuwelen und präsentieren sie dann der breiten Öffentlichkeit in unserem Culcha Candelastyle.

Bumbanet: Eure neue Single „Hamma“ ist bereits im Radio zu hören, ihr habt gerade davon gesprochen, dass ihr die Musikjuwele unsere Welt sucht, was erwartet uns auf dem neuen Album?

Culcha Candela: Viele verschiedene Facetten, es ist definitiv ein Culcha-Album, d.h. es wird viel von dem Sound von dem was wir bisher gemacht haben dabei sein, es sind aber auch auf jeden Fall neue Sachen dabei, aber ich werd mir ehrlich gesagt nicht das Maul so faserig labbern um zu versuchen zu beschreiben was da passiert ist, es ist einfach fresh und anders. Hört es euch an. Und das wichtigste beim Culcha-Sound ist das man sich keinerlei Grenzen setzt, also es gibt nicht irgendwie so eine sortenreine Musikrichtung, das ist in keinster Weise von uns beabsichtigt, es gibt  immer wieder neue Einflüsse, ob es jetzt Cumbia oder ein rockiges Rife ist, Hauptsache es flash uns, wir wollen uns ins keinester Weise einengen oder begrenzen. Alles was rockt, alles was uns weiterbringt, als Band, kommt auf den Tisch.


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Bumbanet: Dann ist das auch egal von wo und wer das einbringt, um ein Beispiel zu nennen, wenn jemand von euch etwas aus dem Urlaub in seinem Heimatland, ob es jetzt Polen, Kolumbien oder Korea ist, mitbringt, dann wird das zusammengemixt und oder in die Lieder eingebracht?

Culcha Candela: Genau, wir haben Musiker kennen gelernt, Choque Town (ich bitte vielmals um Entschuldigung falls der Name hier falsch geschrieben ist) eine sehr coole Gruppe aus Kolumbien, von denen wir dann ein Instrumental bekommen haben und es auch für das Album benutzt haben. Und so kommen dann immer mehr verschiedene Stile zusammen, und bei diesem Album ist es auch so das wir mit viel mehr verschiedenen Produzenten zusammen gearbeitet haben, und dadurch mehr Beats bekommen haben. Früher haben wir nur mit Krutsch gearbeitet, und dadurch sind die Songs unter sich noch individueller.

Bumbanet: Womit habt ihr die Zeit zwischen den Alben verbracht, wart ihr auf Reisen oder mehr in Berlin?

Culcha Candela: Kolumbien waren wir im letzten Jahr, dann waren wir in Honduras vor ein paar Wochen, und in Polen Frankreich, Italien, die ganzen deutschsprachigen Länder alles wegen Bookings.

Bumbanet: Und abgesehen von den arbeitsbedingten Reisen, was habt ihr so gemacht?

Culcha Candela: Es war gar nicht so viel Zeit, dadurch das wir die Wochenenden zusammen unterwegs waren, im Sommer die Festivals hatten und dazwischen im Studio waren, verbringen wir sehr viel Zeit miteinander. Einzelurlaube oder so was gehen dadurch nicht.

Bumbanet: Auf den Festivals trifft man Künstler aus aller Welt, ist das auch ein Ort an dem Kommunikation bzw. Verbindungen zwischen den einzelnen Künstler entstehen, werden zukünftige Zusammenarbeiten geplant?

Culcha Candela: Ja auf jeden Fall. Ich wird jetzt nicht sagen, wenn Beenie Man auf uns zu gerannt kommt das wir gefälligst einen Song zusammen machen sollen. Es ist natürlich eher ein Schnuppern und Kennen lernen. Aber die Leute gerade hier auf einem Reggaefestival wo die eigentlichen Stars, abgesehen von Gentleman, in erster Linie aus Übersee kommen, Jamaika, auch da findet immer mehr eine Annährung statt. Es hat überhaupt nichts von Klassengesellschaft oder so was, man freut sich, sich wieder zusehen man quatsch miteinander, man gibt sich die Hand, man sagt: Geile Show, wenn es geil war, und man sagt scheiss Show, wenn es scheisse war. Also es ist schon ganz schön, ich denke je länger man auf so einem Festival spielt, um so mehr trifft man auch die gleichen Leute wieder, und umso mehr entstehen da auch persönliche Dinge, die sich dann auch in der Musik hören lassen.

Bumbanet: Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Frage zu der Schwulenfeindlichkeit im Reggae stellen, was würdet ihr einem Sizzla sagen wenn ihr auf das Thema zu sprechen kommen würdet?

Culcha Candela: „Stretch your Mind“. Und ich würde ihm sagen das er so wunderschöne Texte und Lieder hat wieso muss er dann seine Musik unnötig mit Hass füllen.

 

Autor:
Patrick Bedford
Photos:
Universal


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