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Interview: Black Dillinger News

Sein Debüt-Album „Live And Learn“, dass im April über MK ZWO Records veröffentlicht wurde, lässt nicht erahnen, dass man hier einen Sänger hört, der nicht mal Mitte 20 ist. Black Dillinger, aufgewachsen im Gugulethu Ghetto in Kapstadt, reiste im Mai 2005 erstmalig nach Deutschland, um auf dem Afrika Festival in Würzburg aufzutreten. Durch die Unterstützung von seinem singenden Cousin Vido Jelashe und von dem Berliner Sänger, Produzent und Labelchef Ganjaman spielte er hierzulande weitere Gigs und nahm Tunes und Dubplates auf. Inzwischen hat der Süd-Afrikaner bereits mit Artists wie Uwe Banton, Martin Jondo, Rebellion The Recaller und Jah Meek zusammengearbeitet. Aber wie hat das alles angefangen und welche Unterschiede bestehen seiner Meinung nach zwischen der afrikanischen und der europäischen Reggaeszene? Paul Schlagk fragte freundlicherweise nach.

Bumbanet: Wann hast du damit angefangen, Texte zu schreiben?

Black Dillinger: Das war während meiner Schulzeit, im Klassenzimmer. Ich fing damals auch an, am Wochenende auf Dancehall-Partys zu gehen und mich mit Reggae zu beschäftigen, aber war halt noch ein Schüler. Daher explodierte mein Kopf quasi vor Inspiration und Textideen. Fire will be burning! Das war mein erster Song. Viele Südafrikaner kennen den Song noch. Es geht um das Ende der Tage, wenn die Welt kollabiert. Das hat mich sehr interessiert. Ich wollte es den Leuten wissen lassen, was noch kommen wird. Das ist jetzt sieben, acht Jahre her.

Bumbanet: Spielst du ein Instrument?

Black Dillinger: Nein, mein einziges Instrument ist die Stimme. Ich habe ein wenig Gitarre gelernt, und jetzt, wo ich Ganjaman an meiner Seite habe… vielleicht wird es ja mal, früher oder später, etwas Akustisches mit der Gitarre von mir zu hören geben.


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Bumbanet: Wen zählst du zu deinen Lieblingssängern?

Black Dillinger: Capleton, Sizzla, Anthony B., Turbulence oder auch Luciano, solche Artists geben mir jede Menge Gedankennahrung. Durch sie lernte ich, die Welt differenziert zu sehen. Elephant Man, Beenie Man, Bounty Killer, auch solche Künstler respektiere ich sehr.

Bumbanet: In welchem Rahmen wurden bisher deine Songs in Süd-Afrika veröffentlicht?

Black Dillinger: Vor drei, vier Jahren gab es dort eine Compilation namens „True Story“ von der Band Sons Of Basania. Ich bin bei zwei Songs dabei, außerdem waren auch Jamaikaner wie Taffari mit von der Partie. Als ich Süd-Afrika das erste Mal verließ, hatte ich ein unfertiges Album im Gepäck. Das wird auch noch in Süd-Afrika veröffentlicht werden.

Bumbanet: Was für eine Reggae-Szene hast du in Süd-Afrika erlebt?

Black Dillinger: Es ist nicht wie in Europa, den USA oder Jamaika, wo eine große Industrie dahinter steht, die für Promotion und so weiter sorgt. Afrika hat eine Menge von starken Reggae-Künstlern. Ich repräsentiere Kapstadt, Rebellion The Recaller repräsentiert Gambia, Lucky Dube repräsentiert Süd-Afrika. Es mangelt nicht an guten Sängern, aber wir brauchen dort mehr Produzenten, mehr Promoter und mehr Labels. Kommt nach Afrika, schaut euch um nach jungen Künstlern und fördert sie! Ich bin nur einer von vielen anderen talentierten Artists.

Bumbanet: Wie ist es für dich, dass hier in Europa einige Sänger Reggaesongs in ihrer Muttersprache singen?

Black Dillinger: Als ich das erste Mal in Deutschland war, empfand ich das schon als seltsam, aber ich kann die Vibes der Musik fühlen, ohne den Text zu verstehen. Es ist gut, in seiner Muttersprache zu singen, weil es Reggae noch farbenfroher macht, aber es limitiert ihre Musik für eine lokale Szene.

Bumbanet: Was war das Merkwürdigste für dich, was du hier bisher erlebt hast?

Black Dillinger: Dort, wo ich herkomme, gibt es nicht alles auf Knopfdruck. Hier in Deutschland braucht man oft nur mit dem Finger zu schnipsen und man hat das, was man braucht. Ein weiterer großer Unterschied ist das Tempo. In Afrika braucht man teilweise für ein Album sechs, sieben Jahre. In Afrika wird uns im Fernsehen allerdings auch immer vorgegaukelt, dass in den USA und in Europa nur Wohlstand herrscht. Sie zeigen nicht die weniger schönen Ecken. Die sieht man erst, wenn man vor Ort ist. Insgesamt waren meine Erfahrungen bisher aber sehr positiv.




Autor:
Paul Schlagk
Photos:
Black Dillinger


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