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Interview: Beatsteaks News

Am 4. April  trafen wir die Beatsteaks beim 1Live Radiokonzert im Gloria in der schönen Rheinstadt Köln. Gitarrist und zweiter Leadsänger Bernd Kurtzke beantwortete die Fragen zum neuen Album „Limbo Messiah“...

Bumbanet: Euer neues Album hat einen seltsamen Namen. Welche Idee steckt hinter „Limbo Messiah“?

Beatsteaks: Kneipengespräch. Wie das so ist, wenn man ein paar Dinger drinnen hat, lach. Dann überlegt man sich, wie die Platte heißen soll, wir hatten ne Menge Zettel mit Namen und irgendjemand kam dann auf Limbo, alle fanden es ganz lustig. Der Nächste sachte Messiah, war noch lustiger. Und erst im Nachhinein haben wir uns dann mit dem Dirk von Lowtzow getroffen, dem Sänger von Tocotronic. Da hat er gefragt, wie das Album denn nun heißen soll. Und da haben wir ihm ein paar Namen vorgelesen von der Liste die wir so hatten und bei Limbo Messiah hat der gesagt: STOP, der ist aber geil. Da hat er uns dann erklärt, dass der Limbo als solches der Vorhof der Hölle ist, und die Leute, die da rein kommen, werden mit Langeweile bestraft, dürfen nichts machen den ganzen lieben langen Tag. Und Messiah war für uns jemand, der dort eine Kneipe aufmacht um die Leute ein bisschen abzulenken von ihrer Langenweile. Passte ganz gut auch zu dem Begriff Punkrock, No-Future und so.

Bumbanet: Wie lange wart ihr im Studio für das neue Album?

Beatsteaks: Wir haben die Backings in Hamburg aufgenommen, da waren wir zweieinhalb Wochen, und dann haben wir noch einen Monat lang Gesang aufgenommen, sagen wir mal eineinhalb Monate.

Bumbanet: Gibt es lange kreative Denkphasen oder kreiert ihr eure Songs spontan und kreativ?

Beatsteaks: Eigentlich immer, mal sitzen zwei oder drei zusammen, oder mal macht einer alleine ein Demo, macht echt jeder in der Band mit. Irgendwann gibst dann einen Punkt, wenn sich alle zusammensetzen und die Demos anhören, und von den tausend Ideen, die so geil sind, eine oder zwei auswählen um sich dann weiter intensiv damit zu beschäftigen.

Bumbanet: Wie habt ihr euren Produzenten kennen gelernt? Über private oder geschäftliche Verbindungen?

Beatsteaks: Ich weiß nicht mehr ganz genau…der ist nicht ganz unbekannt in Berlin, bevor wir die „Black Smash“ mit ihm gemacht haben, haben wir in Berlin in der Columbiahalle gespielt so ne Art Wohnzimmer-Konzert, da haben wir uns überlegt den Leuten zu der Eintrittskarte noch was dazuzugeben, ne CD mit Coversongs. Die hat er auch schon produziert. Und da waren wir das erste Mal mit ihm zusammen und haben nach seinen Maßstäben aufgenommen. Live, alle zusammen.

Bumbanet: Wann war das?

Beatsteaks: 2003.


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Bumbanet: Hat „Jane“ aus der Single „Jane became Insane“ einen wahren Hintergrund?

Beatsteaks: Nee wie so oft, wie bei uns Texte entstehen…

Bumbanet: So wie bei Limbo Messiah?

Beatsteaks: Ja genau… Texte schreiben bei uns mehr oder weniger immer Peter und Thomas in Verbindung mit Arnim. Die Drei sind bei uns so an der Textfront unterwegs und meistens kommen die Schlagwörter von Arnim, der brabbelt irgendwie über ein Demo. Das sind dann manchmal schon Silben, Wörter oder Zeilen, und die anderen Beiden versuchen das dann mit Leben zu erfüllen, und so entstehen dann meistens die Texte.

Bumbanet: Habt ihr bei dem Video zu der neuen Single „Jane became Insane“ mitgearbeitet?

Beatsteaks: Ja klar, der Regisseur Daniel Hader kam mit der Location an, dieser Kuppel in Berlin-Mitte, wo wir gedreht haben. Er hatte dann die Idee “Nackte Weiber“, da meinten wir: Nee, wollen wir nicht, lach.
Wie wär’s denn stattdessen mit einer Transe, und dann haben wir die Biggie Van Blond gefragt, eine ziemlich bekannte Dragqueen aus Berlin. Und sie hatte auch gleich Bock mitzumachen, sieht super aus in dem Video.

Bumbanet: Wie lange im Jahr gönnt ihr euch noch Urlaub?

Beatsteaks: Wir versuchen uns irgendwie zwei Wochen im Jahr frei zu machen, hat bis jetzt noch nicht geklappt, vielleicht im Sommer. Manchmal geht’s gar nicht, aber manchmal hat man dafür länger frei, je nach dem.

Bumbanet: Wie ist das Verhältnis zu den „Ärzten“, wo ihr jetzt in der gleichen Liga wie sie spielt?

Beatsteaks: Super, relativ engen Kontakt würde ich nicht sagen. Man trifft sich natürlich auf Festivals, oder wenn die mal in Berlin sind, sagen die meistens „Hallo“. Jan meldet sich meistens bei Peter, lach, und Bela ruft meistens bei mir an, so trifft man sich dann gelegentlich.

Bumbanet:  Habt ihr eine Philosophie wenn es um Musik geht?

Beatsteaks: Rockmusik ist immer dann am geilsten, wenn sie spontan entsteht, und wenn die Leute die sie machen sie nicht zu ernst nehmen.

 

Zum Konzertbericht





Autor:
Patrick Bedford
Photos:
Warner


Bumbanet Magazine

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