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Interview: Badly Drawn Boy (1/3) News

Den meisten wird der bärtige und gemütliche Kerl mit der Mütze noch von seinem Soundtrack zur Nick Hornby Verflimung „About a boy“ bekannt sein. Vor einigen Monaten veröffentlichte der aus Manchester stammende Damon Albarn mit „Born in the U.K.“ sein bereits fünftes Studioalbum. Wirklich leicht ist die Entstehungsphase dieser Platte nicht gewesen – im Gegenteil. Aufgrund des großen Druckes entstand zunächst ein Album, mit welchem Damon absolut nicht zufrieden war, weshalb er es komplett in die Tonne wandern ließ und bei Null anfing. Hier erfahrt ihr nun, weshalb er unter Druck stand, wieso die Lieder nichts geworden sind und bekommt offenherzig die Enttäuschung eines authentischen Musikers zu lesen, der irgendwie nicht wirklich zufrieden scheint. Wenn ihr zudem noch wissen wollt, weshalb der ehrliche Damon Albarn das Ende der Musik voraussagt und niemals ein Chris Martin oder Bono sein wird, lest einfach weiter.

Bumbanet: Damon, mit deinem letzten Album “One Plus One Is One” hat es angeblich ein paar Probleme mit dem damaligen Label XL gegeben – ist das wahr?

Badly Drawn Boy: Naja, nicht wirklich. Die Sache ist die, dass „One Plus One Is One“ mein letztes Album für das Label gewesen ist und ich habe mich absolut nicht unter Druck gefühlt, sondern sehr frei. Die Beziehung zwischen mir und meinem Management zu XL Recordings löste sich irgendwie langsam aber sicher auf, ich möchte aber auf keinen Fall schlecht über XL sprechen, da ich dort auch sehr schöne Zeiten hatte. Im Großen und Ganzen haben sie mir geholfen meine Karriere zu starten und mich an den Punkt zu bringen, dass ich ein wahrgenommener Künstler bin. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Als ich jedenfalls an dem Album gearbeitet habe, war es bereits klar, dass ich nach der Platte nicht mehr auf dem Label bleiben werde, da ich eine Art „Future Deal“ mit EMI unterzeichnet hatte. Von daher fühlte es sich für mich sehr befreiend an, das Album zu machen. Für mich ist es eine meiner besten Platten geworden und ich denke, dass alle meine fünf bisherigen Alben den gleichen Standard erfüllen. Ich stimme zwar zu, dass sich auf dem Album keine wirkliche Single befindet, das sorgte dann aber auch dafür, dass das Label kein Geld und keine Promotion reinstecken wollte, sie haben die Single vermisst. Deshalb stand ich für mein neues Album vermutlich zum ersten mal wirklich unter Druck, da ich das Gefühl hatte mich als Künstler etablieren zu müssen. So kam es dann dazu, dass ich ein Album aufgenommen habe, dass ich nicht veröffentlicht habe. Und jetzt, wo ich das neue Album fertig habe, stelle ich fest, dass all das was ich gehofft hatte, dass es passieren würde, nicht passiert ist. Ich bin wohl kein Künstler, der im Stande ist das zu tun, was Bands wie Coldplay, Snow Patrol oder U2 sehr gut können. Damit meine ich ein Album zu machen, es so unglaublich groß zu machen, enorm zu promoten, Lieder zu schreiben, die in riesigen Stadien funktionieren, große Konzerte zu spielen und so weiter. Im Hinblick auf künstlerische Befriedigung für dich selbst ist es aber vermutlich ziemlich selbst zerstörerisch mit dem gleichen Album über ein Jahr auf Tour zu sein. Ich bin jetzt aber wieder so weit um ein neues Album herauszubringen, da ich viele Ideen hatte und ich möchte versuchen mit der Platte wenigstens ein bisschen länger zu touren. Es werden noch zwei Singles veröffentlicht werden und ich hoffe, dass das den Unterschied macht, denn kommerziell gesehen läuft die Platte derzeit nicht besonders gut. Was meiner Meinung nach nicht ganz gerechtfertigt ist, da ich es für ein tolles Album halte und ich es wirklich mag, leider wird es dennoch übersehen. Ich weiß nicht, was in der Zukunft damit geschehen wird, denn es existiert auf CD und vielleicht finden die Leute das Album irgendwann. Natürlich gibt es das auch im Internet zum herunterladen, doch ein Album enthält so viel Informationen und im Internet hat man nur eine Liste, das ist langweilig. Meiner Meinung nach nimmt das der Musik die Seele. Wenn dies aber die Entwicklung ist, dann ist sie es. Vielleicht gibt es aber noch einige Leute wie mich, die versuchen Vinyl bis zu einem gewissen Grad am Leben zu erhalten.


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Bumbanet: Sammelst du Vinyl?

Badly Drawn Boy: Nicht mehr so sehr, wie ich das einmal getan habe, außerdem sind gar nicht mehr so viele im Umlauf. Noch gibt es in Manchester, wo ich lebe, ein paar Plattenläden, wo ich hin und wieder einkaufe. Ich muss sagen, ich höre aber kaum mehr Vinyl, ich hab es einfach nur in meinem Haus stehen (lacht). Ich habe auch nur einen ganz billigen Plattenspieler.

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Autor:
Stefan Kronthaler
Photos:
EMI


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