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Interview: Badly Drawn Boy (2/3) News

Bumbanet: Dann lass uns noch einmal zum neuen Album zurückkommen. Du hattest Ende 2005 dafür bereits sehr viele Lieder aufgenommen, hast dich dann aber dazu entschlossen, alles in die Tonne zu treten. Was denkst du, hat den Liedern gefehlt?

Badly Drawn Boy: Ich weiß nicht recht, ich glaube es war schwierig die Produktion richtig hinzubekommen für die Lieder, die ich mit Stephen Street aufgenommen habe. Das ist eine große Schande, da ich sehr großen Respekt vor ihm habe aufgrund seiner bisherigen Arbeiten. Ich hatte mich auch sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm gefreut und die ersten zwei bis drei Wochen waren wir auch sehr produktiv. Wir haben alles live aufgenommen mit einer Band, was ich aber bisher nie gemacht hatte. Das hat den Sound verändert und es mir schwer gemacht meine Persönlichkeit in die Musik einzubringen. Es hat sich schwer angefühlt herauszufinden, wie die Lieder klingen sollen, da schon viel gespielt wurde. Da gab es einfach diesen orchestralen Teil der Band, der durch das Spielen der Musik von selbst entsteht und den man schwer herausnehmen und durch etwas anderes ersetzen kann. Ich habe so das Gefühl dafür verloren, was die Musik zu machen versuchte.

Stephen hat das zum Glück genau so gesehen, es war also keine große Sache, wir haben uns nicht gestritten oder so. Es war einfach nicht die Musik, die ich veröffentlichen wollte. Hinzu kommt, dass ich mich stark unter Druck gefühlt habe, weil ich dachte, dass das mein großer Moment sein könnte und ich mit dem Album meine Familie und mich finanziell komplett absichern könnte für den Rest meines Lebens. Sie sollte dafür sorgen, dass ich, meine Frau, meine Brüder und Schwestern und auch meine Kinder sich nie wieder sorgen um das Finanzielle machen müssen. Das war es, was ich gehofft hatte. Zusätzlich wollte ich ein Album erschaffen, dass meine Musik einem größeren Publikum näher bringt und den Leuten, die mich angezweifelt haben beweist, dass ich ein guter Songwriter bin. Was ich daraus gelernt habe ist, dass es der komplett falsche Denkansatz ist. Ich denke nicht, dass die Art verändert habe, Musik zu schreiben, dennoch wollte ich eine Platte machen, die einen höheren kommerziellen Wert hat für die Menschen und öfters im Radio gespielt wird, doch nichts davon ist geschehen.


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Ich habe aber dennoch einen angemessenen Erfolg, da mir sehr viel Respekt von anderen Künstlern entgegen gebracht wird – worüber ich auch sehr glücklich bin. Ich habe versucht eine Platte zu schaffen, die diesen Respekt auch kommerziell umsetzen kann. Vielleicht soll das in meiner Karriere aber schlicht und ergreifend nicht sein, was mich jedoch nicht mehr deprimiert, darüber bin ich hinweg. Außerdem blicke ich auf mein erstes Album „The Hour of Bewilderbeast“ zurück, da es damals auch sehr lange gedauert hat, bis es wirklich angekommen ist bei den Leuten. Mein jetziges Album verkauft sich jetzt vielleicht genau so gut, wie „„The Hour of Bewilderbeast“ das zum gleichen Zeitpunkt getan hat. Der Unterschied ist, dass es sich damals wie Erfolg angefühlt hat, da es ja mein erstes Album war und für mich jede Kleinigkeit eine große Sache war. Dennoch hat sich das Album in den ersten Monaten nur ungefähr 20.000 mal verkauft, was für mich damals ein sehr gutes Resultat war. Heute ist es einfach nicht gut genug in den ersten drei bis vier Wochen nur 20.000 Platten zu verkaufen. Es ist einfach eine Sache der Perspektive und wäre „Born in the U.K.“ eine Debütplatte, sie wäre sehr erfolgreich. Nachdem ich aber ein etablierter Künstler bin und das bereits mein fünftes Album ist, hatte ich wohl etwas mehr erwartet. Aber wie schon gesagt, dadurch habe ich realisiert, dass ich das nächste mal, wenn ich ins Studio gehe um ein Album zu machen, mir dafür so lange Zeit nehme, wie es nötig ist und es so gut mache, wie ich es eben kann. Ich werde mich von diesem Druck von Außen nicht mehr beeinflussen lassen, das ist meiner Meinung nach der beste Weg.

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Autor:
Stefan Kronthaler
Photos:
EMI


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