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Interview: ATB (1/3) News

11. Was für eine Gewichtung hat eine gute Platzierung in den DJ Mag Top 100 für Dich überhaupt?
Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mich solche Platzierungen kalt lassen. Ich denke jede Liste hat eine gewisse Aussagekraft. Diese sollte dann allerdings nur als einzelnes gesehen werden. Sonst würde es ja laut dieser Liste nur eine handvoll richtig guter DJ’s geben, was natürlich nicht der Fall ist. Das der Bekanntheitsgrad eine wichtige Rolle spielt, ist offensichtlich. Ich persönlich denke trotzdem immer, das die Leute, die da oben stehen irgendetwas richtig gemacht haben und letztendlich deshalb da stehen. Wie ein altes Sprichwort nun mal sagt, ist ja jeder seines eigenen Glückes Schmied. Jeder kann es meiner Meinung nach in die DJ Mag Top 100 schaffen, wenn er den Willen hat, wahre liebe zur Musik mitbringt und fleißig ist. Ich selber freue mich über die Platzierungen der letzten Jahre, auch weil sie viele verwundert hat oder es auch von einigen nicht gegönnt wird.

12. MP3 und Downloads bestimmen immer mehr den Markt und machen auch schon 50% der Chartplatzierung aus.  Was denkst du als Produzent und DJ über das Internet als Vertriebsform? Du warst ja auch einer der ersten Künstler, die eine Single rein über Download veröffentlicht haben.
Das ist eine sehr zweischneidige Angelegenheit. Auf der einen Seite bin ich ein sehr modern denkender Mensch, der immer aufgeschlossen neuen Technologien gegenüber steht. Zum anderen erkenne ich natürlich auch daraus entstehende Probleme. Und genau die sind derzeitig im Bereich Musik größer als die positiven Resultate. Ich denke jedoch, dass man die meisten Probleme in den Griff bekommen wird und das der Konsument die Musik wieder als Kulturgut mit einem gewissen Wert anerkennen wird.
Es gibt aus meiner Sich allerdings einen Punkt den ich sehr bedauere. Der Trend in den unzähligen Downloadplattformen ist natürlich der, sich nur noch einzelne Stücke von Alben herunter zu laden, weil man die anderen vielleicht in dem Moment nicht so prickelnd findet. Wenn man sich aber ein Album als CD kauft, entdeckt man doch immer wieder, wie man plötzlich auch die anderen Songs, die man zuerst gar nicht so toll fand, lieben lernt. Und genau das ist es ja, was Musiker wollen. Albumtracks sind oft nicht so eingängig wie Singles, sondern entwickeln sich beim Hören des Albums im Ganzen. Diese Chance besteht bei diesem Downloadverhalten aber nicht. Ich hoffe, dass sich dieses Bewusstsein beim Musikliebhaber wieder durchsetzt. Denn auch ich komponiere ein Album immer als eine ganze Geschichte.


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13. Du hast ja im letzten Jahr geheiratet. Hat das auf Dein Songwriting und die Produktion von Songs irgendwelchen Einfluss?
Ich denke nicht, dass die Hochzeit einen direkten Einfluss auf meine Produktionen ausgeübt hat. Aber ich glaube, dass dieses stärkere Zusammenhaltsgefühl die eigene Persönlichkeit positiv beeinflusst. Man wird erwachsener und reifer, was natürlich auch zur Folge hat, dass sich dies in der eigenen Musik widerspiegelt. Auch wenn ich mein Privatleben so gut es geht im Hintergrund lasse, denke ich schon, das gerade diese Seite vom Leben mich am meisten beeinflusst. Und das ist auch gut so!

14. Du machst jetzt seit mehr als 10 Jahren Dance-Musik auf höchstem internationalem Niveau? Willst Du das Dein ganzes Leben lang weiter machen?
Ich finde, es ist falsch sich Gedanken darüber zu machen, wie lange man das noch machen möchte, was man über alles liebt! Ich denke, ich werde mein Leben lang Musik machen und werde natürlich auch versuchen die Musik live zu präsentieren so lange es geht. Das einzige was sich wahrscheinlich im Laufe der Zeit verändern wird, ist die Häufigkeit und die Art der Präsentation!

15. Vor kurzem wurde die Love Parade in Berlin für 2007 abgesagt. Wie beurteilst Du die Wichtigkeit der Love Parade für Dance-Musik allgemein und ist das ein weiteres Zeichen für die Schwierigkeit von dem Musikgenre in Deutschland. Du hast ja auch einige Mal im Rahmen der Love Parade in Berlin aufgelegt.
Ich denke wir sprechen da über zwei verschiedene Probleme, die sich vielleicht ein klein wenig berühren. Ich persönlich finde dieses ganze hin und her um die Loveparade wirklich langsam eher nervig. Jahr für Jahr die ewige „Absagerei“ hat die Magie der Veranstaltung schon vor Jahren zerstört. Die Loveparade war ein wichtiger Teil der deutschen und auch internationalen Dance Kultur. Veranstaltungen wie diese schufen eine Lobby, wie sie die elektronische Musikkultur dringend braucht. Durch das was da immer wieder abläuft, wird für den Beobachter alles immer unglaubwürdiger. Ich glaube nicht, das sich die Loveparade von diesen vielen Tiefschlägen wieder erholen kann. Ein Standortwechsel ist meiner Meinung nach nur noch ein zusätzlicher Schlag in den Nacken. Dann sollte man die Loveparade lieber würdevoll in der Erinnerung behalten. Aber dies sind nur meine persönlichen Gedanken dazu.

 

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