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Interview: ATB (1/3) News

6. Welcher Song wird als erste Single aus dem Album ausgekoppelt?
Eigentlich habe ich mir einen Traum verwirklicht, den ich schon vor ein paar Jahren bei meiner ersten Zusammenarbeit mit Heather Nova hatte. Einmal eine Single-Veröffentlichung mit Ihr als Gastsängerin. Da ich damals keinen von unseren gemeinsamen Songs als Singletauglich befand, war das damals nur ein Traum. Diesmal haben wir allerdings einen richtig starken und eigenständigen Track gemeinsam geschrieben und ich denke nach zwei Jahren, haben wir wieder eine richtig gute ATB-Single am Start. Der Name ist „Renegade.“ Ob es beim Hörer auch so ankommt wie bei mir, wird man natürlich noch sehen. Ich hoffe aber doch!

7. Erstmalig erscheint Dein Album weltweit an einem Tag. Warum die zeitgleiche Veröffentlichung?
Durch den späten Erfolg von „9PM“ in England und den anderen Ländern der Welt, war Deutschland eigentlich immer das Land, wo meine Musik zuerst veröffentlicht wurde. Diesen Versatz fand ich nie sehr prickelnd, da gerade durch das Internet die Fans immer auf dem neusten Stand sind und natürlich auch immer alles sofort haben wollen. So bin ich ja auch! Wenn nun alles mit der Synchronisation klappt, dann ist es eine Premiere und alle ATB Fans können gleichzeitig in den Laden gehen.

8. In den letzten Jahren spielst du relativ selten in Deutschland. Zum Album sehen dich deine Fans mal wieder bei fünf Terminen am Stück hierzulande. Wie beurteilst du die Lage für deine Musik in Deutschland?
Die Frage ist heikel und es fällt mir ehrlich gesagt immer recht schwer, eine Antwort zu finden, ohne das sich niemand auf den Schlips getreten fühlt. Ich denke man muss einfach nur mal in die deutschen Clubs und Diskotheken gehen und man hat schnell ein Bild, was genau da zur Zeit abgeht. Entweder muss man die Getränke nur in den Raum stellen und sie werden schon von der Coolness der Musik gekühlt oder man hat das Gefühl Musik wird nur noch mit einem Finger gemacht und der Abend besteht nur aus einem Song, wenn man den so nennen kann. Zwischen dem knallroten Gummiboot und dem so genannten Underground gibt es so gut wie gar nichts mehr. Bei beidem fühle ich mich musikalisch nicht wohl und zu Hause. So offen muss ich das einfach mal sagen. Warum sich das so entwickelt hat, ist ganz klar die Schuld der Club- und Diskotheken-Besitzer, denen der Kassenabschluss am Abend immer wichtiger war als der musikalische Anspruch. Ein DJ, der dem Publikum Musik näher bringen möchte, braucht dafür Zeit. Die bekommt er in deutschen Clubs nicht. Er hat das zu machen, was ihm vorgeschrieben wird. Das Resultat sehen wir jetzt. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es auch wieder bessere Zeiten geben wird. Denn es gibt ein großes Publikum, welches gerne auch mal etwas anderes hört, als das was man kennt.
Bei mir kommt noch dazu, das die Musik, die ich live präsentiere sehr trancig ist. Und das findet in Deutschland zur Zeit wirklich so gut wie gar nicht statt. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich deswegen den Kopf in den Sand stecken würde. Meine Fans hierzulande würden es mir übel nehmen, wenn ich deswegen Deutschland ganz den Rücken kehren würde. Nein, man wird mich in naher Zukunft auch wieder in Deutschland sehen können.


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9. Nach der Album Veröffentlichung geht es direkt auf eine vier wöchige Tour durch die USA. Vorher seid ihr noch in Mexiko, Guatemala und El Salvador. Das liest sich ja schon beeindruckend. Welche Erfahrungen hast du im Ausland gemacht?
Es gibt Erlebnisse im Ausland, die ich teilweise schon als Abenteuer beschreiben würde und trotzdem niemals missen möchte. Ich bin glücklich darüber durch meine Musik die Möglichkeit zu haben, so viele verschiedene Länder und Kulturen kennen zu lernen. Und so verschieden die Kulturen oft sind, so komme ich immer wieder zur Überzeugung, wie gleich wir doch alle sind. Und das merke ich nicht nur bei der Musik, sondern auch bei vielen anderen ganz normalen Dingen im Alltag. Ich sehe oft grausame Armut, die mich immer wieder davon überzeugt, auf welchem hohem Niveau gerade hier in Deutschland oft geklagt wird. Auch sehe ich schon fast unverschämte Reichtümer wie z.B. in Dubai, wo ich mich oft frage, warum die Welt nicht ein klein wenig ausgeglichener sein kann. Denn wenn ich abends auf der Bühne stehe und ich ins Publikum schaue, sieht alles immer sehr gleich aus. Die Musik scheint alles zu verbinden. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Arm und Reich und keinen Zwist um Religionen. Das verwundert und begeistert mich immer wieder aufs Neue und gibt mir immer wieder Antrieb und Inspiration.

10. International bist du ein sehr gefragter DJ. Dein Platz 13 bei Wahl der DJ Mag Top 100  hat diese erneut unter Beweis gestellt. Was für Gigs reizen dich noch. Was hast du 2007 noch vor?
Als erstes möchte ich natürlich an vielen Orten der Erde mein neues Album vorstellen. Das wird natürlich nicht überall möglich sein. Da ich kein Mensch bin, der es gerne kalt hat, halte ich mich meist in Ländern mit einem warmen Klima auf. Es fällt mir allerdings schwer zu sagen, welche Gigs mich noch reizen würden. Ich habe von 100 Mann Clubs bis 100.000 bei Rock in Rio schon sehr viele verschiedene Crowds erlebt und weis mittlerweile, dass ein kleines Publikum genau so reizvoll sein kann, wie zigtausend Leute. In erster Linie ist mir immer wichtig, dass Menschen da sind, die meine Art Musik verstehen. Diese gemeinsame Reise für drei Stunden ist dann genau der krönende Abschluss meines musikalischen Trips von der Studioarbeit bis zum Livegig. Das kann man allerdings nie so richtig planen. Deswegen lasse ich mich einfach überraschen, was da noch so kommt im Leben!

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