Ash kommen mit ihrem fünften Album „Twilight Of The Innocents“ (erscheint am 29. Juni 2007). Wir sprachen während der Tour in Köln mit Bassist Mark Hamilton. Die Band, die ihre größten Hits mit den in UK auf Platz 1 gecharteten Alben "1977" und "Free All Angels" hatte, ist nach dem Ausstieg von Charlotte Hatherley zum Trio geschrumpft...
Bumbanet:Beschreib doch bitte mal das neue Album…
Ash: Also mit „Twilight of the Innocents“ kehren wir praktisch ein Stück weit zu uns selbst zurück. Charlotte ist ja nicht mehr dabei und zu dritt haben wir uns wieder dort gesehen, wo wir vor vielen Jahren mal angefangen hatten. Das neue Album ist meiner Meinung nach mit das Stärkste und Beste, was wir je gemacht haben. Wenn wir von den Lyrics sprechen, dann ist das allein Tims Werk. Früher hatten seine Texte etwas Romantisches und es ging viel mehr um die positiven Seiten der Liebe aber mittlerweile ist er nicht mehr so idealistisch. Er ist sicher realistischer geworden, mehr reflektiert, aggressiver, vielleicht auch ein bisschen depressiver, nicht mehr wie „Oh Yeah“ oder „Girl From Mars“. Die neue Single „You Can’t Have it All“ handelt von ihm und seiner Freundin. Die beiden hatten lange Zeit eine On-Off-Beziehung und in dem Song verarbeitet er seine Wut darüber.
Bumbanet:Welche Faktoren spielen denn dafür eine Rolle?
Ash: Naja in New York haben wir unserer eigenes Studio gefunden. Ein toller Ort, in dem wir unser Equipment unterbringen, proben und natürlich auch recorden können. Das alles hat uns positiv beeinflusst. Wir haben diesmal einfach unser völlig eigenes Ding gemacht und uns durch niemanden in die Enge drängen lassen. Wir hatten keine Deadline und niemanden, der uns Vorschriften machte.
Bumbanet:Das klingt sehr relaxed!
Ash: Das war es in gewisser Weise sicher auch! Wir nahmen uns ein ganzes Jahr lang Zeit, unser neues Album aufzunehmen und wir hatten irgendwann 30 Songs. Nun sind wir zurück!
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Bumbanet:Ihr habt das Album sogar selbst produziert, oder?
Ash: Ja, das stimmt. Nach fünf Alben und Produzenten wollten wir diesmal alles selbst machen und nur das tun, was uns gefiel und was wir von der neuen Platte erwarteten. Wir haben uns selbst verwirklicht und es, glaub ich, auch dadurch geschafft, dass wir jetzt wieder nur zu dritt sind.
Bumbanet:Inwiefern fehlt Charlotte denn und wie genau kam es zu ihrem Ausstieg?
Ash: Charlotte hat sich irgendwann nicht mehr richtig wohlgefühlt in der Band, hat lieber Solo-Sachen gemacht und schließlich haben wir uns darauf geeinigt, dass es wohl nur noch zu dritt für uns weitergehen kann. Das letzte Album (Meltdown) hat sich leider nicht so gut verkauft und wir mussten sozusagen neu organisieren. Die Tatsache, dass wir jetzt wieder eine Band sind, die nur aus drei Leuten besteht, hat uns glaub ich gut getan. Anfangs hatten wir schon ein bisschen Panik ein wenig entgegenzuwirken, spielten wir in den USA dann noch ein paar Konzerte, um zu gucken, ob es auch live ohne Charlotte klappt. Es war ja nicht so, dass wir nicht wussten, was wir taten. Aber jetzt sind wir durchaus bessere Musiker als damals als wir noch zu dritt waren und es fällt uns nicht mehr schwer, nur zu dritt zu sein. Im Gegenteil, wir merkten schnell, dass es toll und viel leichter war, wieder zu dritt zu sein. Auch die Fans kritisierten unser Splitting mit Charlotte nicht. Von daher ist alles okay. Besser, als wenn jemand neues für Charlotte in die Band gekommen wäre.
Bumbanet:Wie kam es denn nun eigentlich dazu, dass du nach New York gezogen bist?
Ash: Also nach unserer US-Tour 2005, die in New York endete, blieben wir einfach dort. Ich bin gar nicht erst wieder zurückgeflogen, sondern hab mich einfach dort niedergelassen, ein Visum bekommen und alles ist super. Wir hatten das ganze Jahr über sehr viel Spaß mit The Bravery auf Tour und mir gefällt das Leben in den USA enorm gut. Nach fast neun Jahren London wurde die Stadt langweilig und ich habe kaum noch etwas unternommen wenn ich mal zu Hause war. In New York gibt es so viel zu tun. Tim und ich brauchten eine Art Neuanfang und umzuziehen hat uns weitergebracht. Ich wohne in Williamsburg, Brooklyn, warst du da schon mal?