Bumbanet:Ja, ein wunderschönes Künstlerviertel! Sozusagen wie für dich geschaffen als Musiker.
Ash: Du sagst es, ich fühle mich total wohl dort. Meine Neighborhood ist italienisch und es gibt viele tolle Möglichkeiten abends richtig gut essen zu gehen, wie du dir denken kannst. Jedenfalls ist es ein gutes Viertel und ich fühle mich dort schon Zuhause. Es gibt eine gute Musikszene und man kann jeden Abend was unternehmen. Es ist immer viel los!
Wir haben vorher auch für vier Monate in Los Angeles gelebt. Bis zu dem Zeitpunkt habe ich L.A. gehasst, aber als ich dann länger als ein paar Tage dort war, habe die Stadt kennen- und lieben gelernt.
Bumbanet:Ja, Kalifornien ist ein toller Staat!
Ash: Finde ich auch! So viele verschiedene Landschaften. Berge, Schnee, Strand, Pazifik! Vor allem für mich als begeisterter Snowboarder ein Traum…das ganze Jahr über schönes Wetter, Sonne und Strand aber die nächsten Berge sind sozusagen um die Ecke! Perfekt!
Naja aber New York gefällt mir noch besser.
Bumbanet:Hat New York als Stadt dich denn hinsichtlich deiner Kreativität verändert?
Ash: Die Stadt ist unheimlich impulsiv und gibt mir als Musiker sehr viel Kraft. Für die ganze Band war es sicher ein Gewinn! Ich habe jeden Tag neue Ideen und bin sehr aktiv geworden. Durch den Umzug konnten wir als Band auch wieder neue Energie schöpfen und haben uns weiterentwickeln können. In London schien für uns die Zeit stehen geblieben zu sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass uns in Amerika kaum jemand kennt, beziehungsweise werden wir nicht gleich mit einer bekannten Band in Verbindung gebracht. In England war das Banddasein dann doch um Einiges schwieriger. In New York können wir uns frei bewegen und ich konnte ein Stückchen mehr zu mir selbst finden, auch in kreativer Hinsicht.
Bumbanet:Ist Rick denn gar nicht mit umgezogen? Ist es nicht schwer für eine Band, auf zwei Kontinenten verteilt zu sein?
Ash: Rick lebt nach wie vor in Edinburgh in Schottland, da hast du Recht. Er will auch nicht weg da. Zumindest derzeit nicht. Aber er fliegt einfach die ganze Zeit hin und her und scheint überhaupt kein Problem damit zu haben. Manchmal fliegt er mehrmals im Monat. Wenn er in New York ist, dann hängt er meistens bei mir rum. Das ist cool! Für uns als Band hat es also keine Nachteile. Wir kommen nach wie vor mit allem zurecht und jetzt sind wir ja sowieso erstmal viel unterwegs, um das Album zu promoten.
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Bumbanet:Ihr seid bereits mit nur 12 Jahren schon als Band zusammengekommen und habt Musik gemacht. Gibt es nach all den Jahren denn irgendetwas, was du bereust?
Ash: Ich betrachte meine lange Bandgeschichte mit Ash als eine einzige große Erfahrung. Ich habe in der ganzen Zeit bisher schon unheimlich viel gelernt und erlebt und wir sind alle sehr glücklich, dass es uns jetzt schon so lange gibt und auch noch kein Ende in Sicht ist. Wir können immer noch touren und alles. So viele Bands machen ein oder zwei Alben und dann hört man nie wieder was von ihnen. Wir sind ja immer noch relativ jung, dadurch dass wir so früh angefangen haben mit der Musik. Tim und ich sind 30 geworden dieses Jahr und ich habe das Gefühl, dass es noch lange mit uns weitergeht.
Bumbanet:Hast du denn einen Ash-Alltime-Favorite-Song?
Ash: Also momentan habe ich einen Lieblingssong, der auch auf dem neuen Album zu hören ist. Das letzte Lied. Es ist über sechs Minuten lang und wirklich richtig richtig gut! Wir finden alle, dass das der beste Song ist.
Bumbanet:Seit Anfang 2007 seid ihr fast kontinuierlich unterwegs. Woher nehmt ihr eure Energie wenn ihr auf Tour seid?
Ash: Wir hängen letztendlich eigentlich nur viel rum. Den ganzen Tag hat man Pressetermine und dann nach der Show betrinken wir uns, einfach, weil es auch nichts anderes zu tun gibt.
Bumbanet:Also wie in alten Zeiten?
Ash: Haha, zugegebenermaßen ja. Letzte Nacht waren wir bis 7Uhr morgens wach und dann am nächsten Tag…
Bumbanet:Bereut man das Ganze…
Ash: Naja, ich habe mich dran gewöhnt. Lange Nächte, wenig Schlaf. Man steht verkatert auf, duscht, gibt Interviews, macht den Soundcheck. Eigentlich jeden Tag dieselbe Prozedur. Und naja ab und zu entspanne ich mich vor dem DVD-Player.
Bumbanet:Gibt es eine Sendung, die du besonders gerne siehst?
Ash: Ja, ich mag zum Beispiel The Office. Beide Versionen, die Amerikanisch und die Britische sind super. Kennst du Criminal Minds? Das sehe ich mir auch gern an. Und Dr. House.
Aber meine absolute Lieblingsserie war eindeutig Northern Exposure (in Deutschland: Ausgerechnet Alaska). Ich habe alle Folgen auf DVD und träume seitdem, dass ich eines Tages in Alaska leben werde und den ganzen Tag nur Snowboarde.
Bumbanet:Gibt es noch eine Band, die deiner Meinung nach erwähnenswert ist?
Ash: Ich höre derzeit gerne Brand New. Eine Alternative-Rockband aus Long Island, New York. In Amerika sind sie richtig groß und bekannt. Eine super Band. Sollte sich jeder mal anhören.
Bumbanet:Kannst du mir noch etwas über die Zukunftspläne von Ash verraten?
Ash: Es kommt letztendlich immer darauf an, wie gut sich das neue Album verkauft. Wir können nicht so weit in die Zukunft schauen. Da das letzte Album ja in Deutschland ein Flop war, hoffen wir einfach nur, dass „Twilights of the Innocence“ sich besser verkaufen wird. Wir werden im Herbst für Sportfreunde Stiller als Support auftreten. Das wird sicherlich gut werden. Den ganzen Sommer vorher werden wir auf Festival zu sehen sein.
Bumbanet:Dann habt viel Spaß und Erfolg und alles Gute! Vielen Dank für das Interview!