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Interview: She-Male Trouble 1/2 News

Eine Girlpunk-Band sind She-Male Trouble nicht. Waren sie mal, aber jetzt steht mit Sängerin Carola nur noch eine Frau an der Front. Obwohl She-Male Trouble schon 1992 gegründet wurden, haben die Berliner bis jetzt erst zwei Alben eingespielt, "Back From The Nitty Gritty" und das kürzlich erschienene "Off The Hook". In der jetztigen Formation spielen She-Male Trouble seit 2003 zusammen. Wir unterhielten uns mit der Punkrock Band in Köln, wobei Bassist Torsten, der gleichzeitig auch Besitzer des Labels XNO und Manager verschiedener anderer Bands ist, die meisten Fragen beantwortete...

Bumbanet: Wie viele Konzerte gebt ihr so im Jahr?

She-Male Trouble: Das ist unterschiedlich. Manchmal ganz, ganz viel. Dieses Jahr haben wir im ersten Halbjahr gar keine Konzerte gegeben, weil wir an der Platte rumgebastelt haben. Dann haben wir ein paar Festivals gespielt und jetzt geht es wieder richtig los. Bis Ende des Jahres spielen wir mindestens dreißig Konzerte. Im Schnitt spielen wir so 40 Konzerte im Jahr.

Bumbanet: Spielt ihr denn gerne live oder seid ihr mehr eine Studioband?

She-Male Trouble: Wir sind zu 107 Prozent eine richtige Liveband, auf jeden Fall. So eine Platte ist ultraviel Arbeit, wir machen dabei ja auch fast alles selbst. Jetzt ist die Zeit der Ernte, jetzt haben wir alle Arbeit getan, jetzt können wir losfahren und den Spaß abholen. Wobei es auch Spaß macht, eine neue Platte zu machen, weil man dabei merkt, wie sie wächst und zu etwas Komplettem wird. Die letzten Wochen bevor „Off The Hook“ waren allerdings totaler Stress. Jetzt können wir die Früchte ernten.

Bumbanet: Sind die Konzerte in verschiedenen Städten auch unterschiedlich für euch, ist es anders heute in Köln zu spielen als in einer Kleinstadt?

She-Male Trouble: Es ist definitiv so, dass diese typischen Medienstädte schwierig zu spielen sind. Wir kommen aus Berlin, daher ist Berlin nicht so schwer für uns, aber Hamburg, Köln und München sind echte Aufgaben, die zu knacken. Weil die Leute da sind es echt so satt, jede Band muss da spielen und die Leute gehen dann nicht mehr so zu den kleineren Bands. Für Bands wie uns ist das hart. Manchmal stößt man aber auch auf dem Land auf totale Ignoranz, dass es nur drei Punkrocker gibt, die sich für einen interessieren, manchmal ist es aber auch total geil auf dem Land. Letztendlich spielen wir da am liebsten, wo wir das Gefühl haben, dass die Leute Bock auf uns haben. Egal ob große Stadt, kleine Stadt, großer Club, kleiner Club, das ist scheiß wurscht.

Bumbanet: Mit wem würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?

She-Male Trouble: Danko Jones, Social Distorsion und Queens of the stoneage. Das wären echte Bomben. Halt ein Traum.

Bumbanet: Ihr habt aber auch schon mit bekannten Bands gespielt...

She-Male Trouble: Wir waren vielleicht fünf Mal mit Dover auf Tour, haben mehrfach mit Flogging Molly gespielt, und mit Deep Purple. Da waren schon coole Sachen dabei.

Bumbanet: Vor kurzem ist euer zweites Album veröffentlicht worden. Wie lange habt ihr an dem Album gearbeitet und wo habt ihr es aufgenommen?

She-Male Trouble: Um uns direkt ins richtige professionelle Licht zu rücken muss ich sagen, dass wir es im Proberaum aufgenommen haben. Bei der ersten Platte war es schon, dass je länger die Produktion ging, das waren mehrere Einzelphasen, umso mehr haben wir in die eigene Hand genommen. Die letzten Gitarrensachen und auch viel vom Gesang hatten wir damals komplett selbst aufgenommen. Nachdem wir nach sehr viel live spielen über die neue Platte nachgedacht haben, fiel der Entschluss, diesmal noch mehr selbst zu machen. So haben wir das Album komplett selbst produziert und sind nur zum Mixen in ein großes Studio gegangen. Mit jemandem der das auch kann, weil das haben wir uns noch nicht selbst zugetraut. Wir wussten zwar wie wir klingen wollen, hatten aber nicht so die Ahnung, wie wir das umsetzen können. Dazu hatten wir Equipment ausgeliehen, ein bisschen herumprobiert und ein paar Demos gemacht. Nach dieser Phase hat es noch mal ein dreiviertel Jahr gedauert, bis das Album fertig war. So sind dann auch drei Jahre zwischen dem ersten und dem neuen Album vergangen. Als wir dann realisiert hatten, dass wir das Album noch vor dem großen Weihnachtsgeschäft veröffentlichen wollen, was man als kleine Band ja vielleicht tun sollte, mussten wir noch richtig ackern wie die Bekloppten, um das fertig zu kriegen. Obwohl wir ja schon fast fertig waren. Das war sehr anstrengend.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
She-Male Trouble


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