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Interview: F.R. 1/2 News

Es gibt da einen Rapper aus Braunschweig, der spielt mit seinem zweiten Album "Mittelweg" mittlerweile eine gewichtige Nummer im HipHop-Biz. Das ist insofern etwas verwunderlich, da F.R., was für Fabian Römer steht, erst 1990 geboren wurde und noch das Gymnasium besucht...

Bumbanet: In meinen Augen bist du sehr weit für dein Alter, meinst du, dadurch dass du viel mit Älteren zusammenarbeitest, verpasst du was? Oder findest du den Ausgleich?

F.R.: Ob ich etwas verpasse? Nein, im Gegenteil, durch Rap mache ich viel mehr Erfahrungen als andere in meinem Alter. Allein wie viel ich durch die Auftritte erlebe, ist denke das ist ziemlich wertvoll für meine Entwicklung. Den „Ausgleich” finde ich insofern, dass ich ganz normal zur Schule gehe und natürlich auch außerhalb davon gleichaltrige Freunde habe. Die Jugend sollte doch immer der turbulenteste Lebensabschnitt sein. Und den habe ich durch das Rapding definitiv.

Bumbanet: Deine Hörer sind meist älter als du, wie erklärst du dir das? Hast du mit Vorurteilen zu kämpfen?

F.R.: Ich muss mit mindestens genau so vielen Vorurteilen klarkommen wie alle Female MCs. Das Problem, was ich bei vielen weiblichen Rappern sehe ist, dass alle versuchen wie Männer zu wirken. Ich habe mit 13 Jahren bei den Aufnahmen zu meinem ersten Album ja auch nicht versucht meine Stimme zu verstellen um männlicher zu wirken. Ich habe mich sowohl live, als auch auf meinen Alben immer so gegeben, dass beispielsweise auch Leute, die mich persönlich kennen sagen würden: „Ja, das ist Fabi!”. Image ist schön und gut, aber ich hoffe einfach, dass sich im Endeffekt Ehrlichkeit auszahlen wird.

Bumbanet: Du sagst selbst, dass du nicht über alles rappen kannst, da dir die Erfahrung fehlt. Aber oft sind die Gangster Storys oder Party Geschichten einfach erfunden. Stehst du nicht auf diese Art von Rap oder kannst du dich mit solchen Sachen einfach nicht identifizieren?

F.R.: Wann habe ich das denn gesagt? Ich rappe immer über das, worauf ich Bock habe. Wenn ich mal auf den Film komme, Gangster Storys zu erzählen, dann mache ich das auch, aber natürlich würde ich das dann gut verpacken. Ich erzähle viele Geschichten auf meinen Alben und kann mich auch gut in die Lage anderer Menschen versetzen. Man könnte das mit einem Buchautor vergleichen. Und da würde doch auch keiner sagen: „Ey Herr Hitchcock, Sie haben diese ganzen Horrorgeschichten doch gar nicht selbst erlebt, Sie sind ja gar nicht real!”.


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Bumbanet: Dass dir die Erfahrungen fehlen, um einen Club Track zu machen, sagst du auf „Club Fantasy". Gehen dir Fragen nach deinem Alter und zu deiner Situation schon auf die Nerven? Oder kannst du verstehen, dass es ein interessantes Thema ist?

F.R.: Ich kann das gut nachvollziehen, da mein Alter das erste ist, was den Leuten auffällt, wenn sie sich mit mir befassen. Und auf die Medien bezogen verstehe ich das auch, da jeder Artikel eine Schlagzeile bzw. einen Aufhänger braucht. Solange sie sich dann dennoch meine Musik ohne Vorurteile reinziehen können, ist ja auch alles cool.

Bumbanet: Es ist interessant deine Entwicklung zu beobachten. Ist dir das bewusst, das du der erste in Deutschland bist, der seine Karriere so gestartet hat?

F.R.: Ich habe die Musikgeschichte zu wenig studiert, um sagen zu können, dass ich der erste bin, aber natürlich bin ich mir meiner Ausnahmesituation bewusst. Auf dem Song „Im Zenit” habe ich ja auch die Zeile „Ich muss sagen die Musik beängstigt mich / denn ihr kriegt durch die Tracks meine Entwicklung bis auf’s Letzte mit!”. Da meine Texte immer sehr persönlich sind, kann man meinen Reifeprozess schon sehr krass mitverfolgen, das ist sicher das, was meine Musik auch für Ältere so interessant macht.

Bumbanet: Wie sieht es aus mit einer Tour? Oder ist das ein weitentferntes Ziel für dich?

F.R.: Na, das ist jetzt aber eine große Wissenslücke! (lacht) Ich habe gerade meine Tour mit ca. zwölf Dates hinter mich gebracht und bin sehr zufrieden! Damals zu Zeiten meines Debüt-Albums hatte ich ja auch schon eine Menge Auftritte. Das Live-Ding wird mir auch in Zukunft noch sehr wichtig sein.

Bumbanet: Okay, davon habe ich wirklich nichts mitbekommen. Wenn das mit der Musik weiter so gut läuft, wirst du dann trotzdem erst eine Ausbildung anfangen oder erstmal dich voll und ganz auf deine Karriere konzentrieren?

F.R.: Erstmal werde ich versuchen mein Abitur so gut wie möglich zu bestehen, und dann mal schauen! Ob ich studiere, eine Ausbildung – oder sonst was mache steht noch in den Sternen. Fakt ist, dass ich finanziell niemals allein von Rap abhängig sein möchte. Damit kann man sich schnell in den Ruin treiben.

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Autor:
Magda M
Photos:
F.R.


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