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Interview: Eminem & 50 Cent 1/3 News

Anlässlich seiner neuen Veröffentlichung "Eminem Presents: The Re-Up" und der Single "You Don't Know" gab Eminem dem US-Magazin Vibe ein Interview zusammen mit 50 Cent, der auch in dem Video zur Single auftaucht. Auf dem Album, das als Mixtape-Projekt geplant war, sind vor allem Eminem's neue Labelmember vertreten: Stat Quo, Ca$his und Bobby Creekwater. Daneben sind Bizarre, Kuniva, Obie Trice, 50 Cent, Lloyd Banks und Akon mit von der Partie. Auszüge aus dem Interview lest ihr hier...

VIBE: Wirft man einen Blick auf euren Umgang mit der Öffentlichkeit, habt ihr beide euch in den vergangenen Jahren in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Em, du hast dich zurückgezogen, während du, 50, dich im Rampenlicht äußerst wohl zu fühlen scheinst.

Eminem: Ich habe das, was Fif gerade macht, auch acht Jahre lang durchgezogen. Nichts als Züge, Flugzeuge, Autos, und dann den Druck, vor all diesen Menschen aufzutreten und keine Line zu versauen, keine Scheiße zu bauen. Die Leute zählen auf dich; sie haben diese Eintrittskarten gekauft, um dich zu sehen. Das war alles Druck, und dazu kam dann noch derjenige Druck, dem ich in meinem Privatleben ausgesetzt war. Also kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mir sagte: „Alter, ich muss mal runterschalten.“ Aber wenn ich nun keinen Kollegen wie 50 hätte, auf den man in so einer Situation zählen kann, der nach draußen geht – ...

50 Cent: Wo er sich befindet, da gelten ganz andere Regeln. Man verliert leicht mal den Boden unter den Füßen. Ich bin sicherlich ein Star, ein Superstar. Ich gehe irgendwohin, und die Leute erkennen mich. Aber es gibt auch Orte, an die gehen wir, und die Menschen lassen alles stehen und liegen, um Em hinterher zu rennen.

Em: Fif geht schon ganz anders mit der Aufmerksamkeit um. Er kann sie aufsaugen. Ich neige eher dazu, mich abzukapseln, wenn alles zuviel wird.

50: Dabei muss man allerdings bedenken, dass ein solcher Rückzug in diese „Kapsel“ noch mehr Energie in deinem Umfeld generiert. Umso ungewöhnlicher du den Leuten vorkommst, desto größer wird dein Status... Ich denke, dass die Leute vergessen, dass ich eigentlich für ihn arbeite. Ich bin bei Shady/Aftermath unter Vertrag. Ich arbeite für Eminem und Dr. Dre. Ich muss rausgehen und die Arbeit erledigen, sichtbar sein, präsent sein, und muss immer mit qualitativ hochwertigem Material aufwarten.

VIBE: Ist dir die Entscheidung zum Rückzug schwergefallen? Schließlich trägst du nicht nur die Verantwortung für die ganze Eminem-Industrie – die Alben, die Tourneen –, sondern auch für das Label, die Kleidung...

Em: 50 hat keine Angst vorm Reisen; er mag es sogar, all die unterschiedlichen Orte zu sehen. Ich entwickelte mich mehr und mehr zu einem Stubenhocker, der nur mit seinem direkten Umfeld Kontakt haben möchte – ich wollte in der Nähe meiner Kids sein. Und nah an dem Ort, an dem ich meine Musik produziere.

50: Die Kids sind seine größte Leidenschaft. Er liebt sie über alles.


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VIBE: Habt ihr das Gefühl, dass es schwieriger geworden ist, sich Songs wie früher anzuhören, seit ihr damit angefangen habt, Alben zu produzieren?

Em: Es ist wahnsinnig einfach, eine Platte zu beginnen – aber eine Platte abzuschließen, sie fertig zu stellen, das ist wirklich schwierig. Wenn’s ans Abmischen geht, da drehe ich jedes Mal durch. Ich werde regelrecht verrückt. Weißt du, ich muss dann immer rumlaufen, aus dem Raum rennen, wieder zurückkommen... Wenn mein „Produzenten-Ohr“ aktiv wird, dann sitze ich manchmal bis drei, vier, fünf Uhr morgens da und denke über den Sound einer Snare nach.

50: Darum halte ich mich auch vom Mixen fern. Ich komme erst dann wieder dazu, wenn das Mix fertig ist und ich mir den fertigen Song anhören kann. Das liegt daran, dass ich geradezu Angst davor habe, dieses „Produzenten-Ohr“ zu bekommen. Ich will die Sachen unbedingt auch aus einer Art Fan-Perspektive hören und genießen können. Dazu kommt, dass ich den Luxus habe, mit Em zu arbeiten.

Em: Ich habe bei Dre gelernt. Ich habe ihm ganz genau dabei zugeschaut, wie er seine Songs aufnimmt. Manchmal habe ich dann gesagt, „Yo, das ist perfekt so! Der Song ist fertig!“, und Dre sagte nur, „Nix, der ist noch lange nicht fertig.“ An dem Punkt ging es für mich los, da bekam ich so nach und nach das besagte „Produzenten-Ohr“. Inzwischen ist es zu einer echten Krankheit geworden, einer Krankheit, die man nicht wieder loswird. 

VIBE: Was meinst du: Wie lange wirst du wohl noch als Performer aktiv bleiben? Wie lange wirst du noch Konzerte geben und Soloalben veröffentlichen?

Em: Das kann ich momentan nicht wirklich sagen. Da muss ich passen.

VIBE: Fühlt sich das alles denn noch immer neu und spannend für dich an?

Em: Mal so, mal so. Das schwankt bei mir. Manchmal kann ich mich vor Energie kaum bremsen, und dann passiert etwas in meinem Privatleben, das mich doch wieder ausbremst, das mich für eine Weile zurückholt. Sagen wir so: Ich sehe, wie verdammt viele Jungs ihre Tourneen absolvieren – ich werde hier keine Namen nennen –, und es scheint so, als wären sie nur auf Tour, um Geld zu machen. Was wiederum an der momentanen Lage der Plattenindustrie liegt, denn es ist verdammt hart, Alben zu verkaufen. Das Internet bringt uns um. Ich bin an einem Punkt meiner Karriere angelangt, an dem ich mich fast schon fürchte, ein neues Album zu veröffentlichen, weil es ganz leicht ein Flop werden könnte. Wissen wir denn, wie viele Fans wir haben, wenn SoundScan von irgendeiner Zahl redet, und genau 2 Millionen Menschen es sich als Download besorgt haben? Wer kann schon sagen, was das nächste Eminem-Album verkaufen wird? Wer kann sagen, was 50 verkaufen wird? Wir wissen es nicht.

VIBE: Gibt es eigentlich Dinge, bei denen ihr zwei nicht einer Meinung seid?

50: Ich muss dir da mal was Krasses erzählen: Bei sämtlichen Leuten, die ich im Musikbiz kennen gelernt habe, konnte ich eine Sache finden, die ich an ihnen auszusetzen hatte. Bei Em ist das nicht so. Ich habe nichts gefunden. Wenn’s um geschäftliche Dinge geht, liegen wir zwei absolut auf einer Wellenlänge, da werden wir nie Schiffbruch erleiden. Er ist ein Typ, der sagt, „Ruf 50 an, und frag ihn, ob er das für mich machen kann.“ Dabei könnte er genauso gut sagen, „50, komm her. Mach das.“ Das zeichnet seine Persönlichkeit, seinen Charakter aus. Insofern sehe ich Em irgendwo direkt neben meiner Großmutter – denn sie beide sind Menschen, die sich um mich gekümmert haben, als ich es alleine nicht geschafft habe.

VIBE: Warst du, 50, bei eurem ersten Zusammentreffen überrascht, dass es da jemanden gibt – Em –, mit dem du dich dermaßen gut verstehst?

50: Wenn du aufs Musik-Business anspielst, ja! Denn eigentlich spielt jeder, mit dem du in dieser Szene zu tun hast, den Coolen, macht dann aber [hebt die Hände, als ob er jemanden blockieren will] – oder sagen wir so: Es gab jede Menge Vertrauensbrüche. Eminem hingegen hat für mich ein perfektes Traum-Szenario geschaffen.

Em: Ich werde das nie vergessen. Bei unserem ersten Zusammentreffen, da haben wir den Song „Love Me“ für den „8 Mile“-Soundtrack aufgenommen. Ich, Fif und Obie waren das. Obie hatte seinen Part schon fertig, ich hatte die Hook im Kasten und machte mich dann an meine Strophe. Und 50 saß da und schrieb noch an seinen Zeilen, stand dann schließlich auf und rappte seinen Part – und während er dabei war, sagte ich zu mir, „God Damn“. Als ich dann nach den Aufnahmen aus dem Raum ging, sagte 50: „Das Weißbrot hat mir gerade das Leben gerettet.“ [Beide lachen]. Ich bin mir gar nicht sicher, ob du weißt, dass ich mitbekommen habe, wie du [dreht sich zu 50] es gesagt hast. Aber ich habe es ganz genau gehört. Ich habe bloß nichts dazu gesagt.

"Eminem Presents: The Re-Up" im Bumbanet Store





Autor:
Vibe
Photos:
Universal


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