„Die Pfütze des Eisbergs“ heißt das lang erwartete Solo-Debüt des Wahl-Hamburgers und beweist mit 15 starken Tracks, dass er weiterhin zu den besten MCs in Deutschland gehört. Also alles bei alten, aber nicht ganz: Denn nachdem er bei Eins, zwo stets mit seinem Partner DJ Rabauke an den Beats schraubte und danach seine Solo-EP „Das Schweigendilemma“ komplett selbst produzierte, ließ er nun andere (überwiegend die Audiotreats) ran und konzentrierte sich ausschließlich auf die Texte. Die haben es auch wieder in sich und mit Wortwitzen und mehrsilbigen Reimen wird wie immer nicht gegeizt. Zeit, mal durchzuhorchen, was Dendemann derzeit so zu sagen hat...
Bumbanet: Als ich dir am Telefon erzählt habe, dass ich dein Album gehört habe, hast du mich gleich gefragt, ob ich es aus dem Netz gezogen hätte. Du meintest, das ganze Album wäre sofort im Netz gelandet, aber man hatte dir im Vorfeld von einer Snippet-Version abgeraten. Jan Delay und Blumentopf haben ihre aktuellen Releases doch auch nicht in Originalversion an die Medien rausgeschickt.
Dendemann: Beide wurden deshalb aber auch von diversen Journalisten kritisiert. Außerdem gab es einige Missverständnisse. Ich glaube, es gibt sogar eine Jan-Delay-Plattenkritik, in der steht, dass nur die Schafe irgendwie nerven. Bei der Joy-Platte gab es auch einige, die gesagt haben, sie können sie nicht bewerten, weil die Songs nach zwei Minuten immer ausgeblendet werden. Da herrscht auf journalistischer Seite inzwischen eine enorme Sicherheit. Die sagen: Gib mir eine ordentliche Platte, dann kann ich auch etwas Ordentliches zu schreiben. „Ordentlich“ nicht im Sinne von „positiv“, sondern im Sinne von „realistisch“. Darauf hin habe ich gesagt, okay, dann muss das wohl so sein. Ich denke, ich habe mich sicherlich auch von folgender Idee breit schlagen lassen: Besser etwas Richtiges im Netz als etwas Anstrengendes. Das Topf-Album war nämlich am gleichen Tag im Netz. Es gibt mit Sicherheit zwei Sorten Mensch, den Sauger und den Käufer, aber es gibt auch einfach das Problem mit dem Geld. Wie oft hat man sich bei einer bestimmten Platte vorgenommen sie zu kaufen, wenn sie rauskommt. Zu dem Zeitpunkt, in dem man es hätte machen können, gab es allerdings schon wieder drei Neue, die man auch haben wollte und irgendwie bleibt man dann auf der Gebrannten sitzen. Inwieweit die Verkäufe davon abhängig sind, ob die Platte schon vor Release im Netz stand, kann ich weder jetzt noch in einem Jahr abschätzen.
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Bumbanet: Hast du denn die neue Blumentopf schon gehört?
Dendemann: Zum Teil. Die muss noch wachsen bei mir. Ich meine, was soll ich gut finden, wenn nicht das, aber so richtig kann ich dazu noch nichts sagen.
Bumbanet: Dein Label Yo Mama wurde von Four Music aufgekauft und diese von Sony. Wie fühlt man sich, wenn man plötzlich als Major-Artist dasteht?
Dendemann: Ich bin auch für das nächste und vielleicht auch noch für das übernächste Album Yo-Mama-Artist, also werde ich noch eine Weile mit Indie-Verträgen zu tun haben.