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Interview: AFI 1/2 News

AFI sind ein Phänomen. Obwohl die 1991 in Californien gegründete Band sich vom Hardcore-Punk immer weiter verabschiedet hat und mit ihrem neuen Album "Decemberunderground" auf Platz 1 der amerikanischen Charts landete, hat sie bei ihren Fans kaum an Credibility eingebüßt. In Köln sprachen wir während der Deutschlandtour mit Gitarrist Jade Puget, der 1998 zu AFI stieß. Während des Interviews war der ruhig und besonnen wirkende Musiker damit beschäftigt, die Sauerei im Tourbus zu beseitigen, die sein Kaffee in der Mikrowelle verursacht hatte...

Bumbanet: Seid ihr zum ersten Mal hier Köln?

AFI: Nein, wir haben hier in diese Halle schon im Jahr 2000 gespielt, mit Offspring.

Bumbanet: Spielst du denn gerne Konzerte?

AFI: Das ist klar, dass ich das mag. Ich bin Musiker, ich bin in einer Band. Auf Tour zu sein und vor Leuten zu spielen ist was alles ausmacht. Das ist der Grund, warum wir die Band überhaupt machen.

Bumbanet: Ihr habt schon sieben Alben veröffentlicht, wie entscheidet ihr da, welche Songs ihr live spielt?

AFI: Das ist schwierig, aber es gibt zum einen die Songs, die wir spielen wollen, und es gibt die Songs, die die Fans hören wollen. Daraus ergibt sich dann ein Mix, meist mit neueren Stücken.

Bumbanet: Wir oft ändert ihr denn eure Setlist? Von Tour zu Tour?

AFI: Manchmal ändern wir sie über Nacht. Nicht komplett, aber ein paar Songs werden ausgetauscht. Wir haben viele Fans, die uns auf der Tour folgen, die mehrere Shows von uns besuchen. Die wollen dann nicht jeden Abend dasselbe hören. Also bieten wir ihnen etwas Abwechslung.

Bumbanet: Kannst du auf Anhieb alle Songs spielen, dir ihr jemals aufgenommen habt, oder musst du üben?

AFI: Ich muss die Songs auf jeden Fall wieder neu lernen, so viele Songs kann man sich bei sieben Alben nicht merken. Aber ich kann schon viele spielen, nicht nur die, die gerade auf der Setlist stehen.

Bumbanet: Gibt es etwas Bestimmtes, das ihr bei euren Liveshows herüberbringen wollt, etwas, was euch besonders wichtig ist?

AFI: Wir packen sehr viel Energie in unsere Liveshows und bewegen uns sehr viel auf der Bühne. Andere Bands stehen oft nur meist steif herum. Das hasse ich, wenn Bands sich nicht bewegen. Die Energie die wir ins das Konzert stecken, gibt uns die Crowd zurück. Außerdem denke ich, dass die Lichtshow bei uns sehr wichtig ist. Wir haben da einen großartigen Typen, der das für uns macht.


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Bumbanet: Was geht denn in deinem Kopf vor, wenn du auf der Bühne stehst? Denkst du an bestimmte Dinge oder bist du ganz auf dein Instrument konzentriert?

AFI: Ich denke, ich bin sehr aufs Spielen konzentriert. Dabei schaue ich selbstverständlich auch aufs Publikum und reagiere auf die Leute. Ich kenne die Songs ja auswendig und muss nicht überlegen, was der nächste Part ist, aber ich bin schon sehr konzentriert.

Bumbanet: Heute habt ihr wieder zwei Supportbands. Wie wählt ihr die Bands aus?

AFI: Meistens sind das Freunde von uns, wie heute The Explosion. Wir haben auch schon öfters mit denen gespielt, die kommen aus Ecke, in der wir aufgewachsen sind. Sie waren noch nie außerhalb des Landes, das ist die erste große Tour für die.

Bumbanet: Was war denn bislang das Konzert, das dir am meisten Spaß gemacht hat? Oder gab es auch schon mal schlechte Erfahrungen?

AFI: Gerade am Anfang, als ich zur Band kam, haben sie viele nicht um uns gekümmert. Die dachten, wir sind eine kleine Band, die können wir behandeln wie wir wollen. Aber wir hatten jede Menge großartiger Shows. In Los Angeles haben wir in einer ausverkauften Arena vor 13.000 Menschen gespielt, das war unglaublich und mit Abstand das beeindruckendste Erlebnis.

Bumbanet: Ist euch der Kontakt zu euren Fans wichtig?

AFI: Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja einen großen Fanclub und versuchen auch immer mit denen Kontakt zu halten. Es ist uns wichtig, dass der Abstand zwischen uns und den Fans nicht zu groß ist, wir nehmen uns auch Zeit für die Fans.

Bumbanet: Davey schreibt ja die ganzen Texte, kannst du dich auch mit den Inhalten identifizieren?

AFI: Die Texte sind sehr offen für Interpretationen. Jeder kann da seine eigene Message herausholen. Aber ja, ich identifiziere mich mit den Texten. Sonst wäre es auch schwierig für mich in dieser Band zu sein. Ich finde die Texte von Davey großartig. Ich schreibe die Musik, und Davey schreibt die Texte zu meiner Musik, das ergänzt sich und passt zusammen. 

Bumbanet: Euer Erfolg ist mit dem neuen Album „Decemberunderground“ noch mal angewachsen. Was bedeutet der Erfolg dir persönlich?

AFI: Der Erfolg eröffnet uns viele neue Möglichkeiten. Wir können auf Tour gehen, ich meine, groß auf Tour gehen. Das ganze Equipment das wir mitnehmen, das wäre sonst alles in dieser Dimension nicht möglich. Wir können unsere Show mit all dem Licht richtig gut aussehen lassen. Das hängt alles damit zusammen, dass wir jetzt in größeren Hallen spielen und deshalb auch mehr Geld in die Shows stecken können. Ähnlich ist es, wenn wir ein neues Album aufnehmen. Wir können uns im Studio alle Zeit der Welt nehmen und uns gute Produzenten leisten. Das ist ähnlich wie eine Spirale, umso mehr Erfolg du hast, umso besser kannst du auch als Band werden.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
Photos:
Universal / Bumbanet


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