| Bumbanet: Zurück zu eurer Platte – wie waren die Reaktionen darauf?
Stefan: Durchgehend positiv, bis auf einen, der aber alles Scheiße fand was wir machen.
Bumbanet: Einer schrieb, eure Turbo-Ska-Tage wären jetzt vorbei.
Rob: Der soll mal auf unser Konzert kommen! Es heißt dann immer mit Blick auf das Gesamtkunstwerk wir wären jetzt ganz woanders, aber dabei waren wir noch nie woanders als wo wir gerade sind ... im jeweiligen Moment ... also kaum greifbar!
Stefan: Man wird immer an dem gemessen, was man zuletzt gemacht hat, und an dem, was man zuallererst gemacht hat. Aber dass es noch Zwischenschritte gibt, und das sich jeder denkende Mensch im Laufe der Zeit verändert, das wird allen zugestanden, nur den Künstlern nicht.
Bumbanet: Im Frühling erscheint eine neue DVD von euch...
Rob: Das war geplant, aber Japan hat uns so inspiriert, da haben wir viele neue Ideen für Lieder bekommen. Außerdem hat sich der Musikmarkt verändert, wir haben jetzt ein eigenes Label gegründet, und deshalb wollen wir die neuen Lieder erst einmal veröffentlichen. Damit wir mal wissen wie sich das so anfühlt, sein eigener Plattenboss zu sein.
Bumbanet: Eine neue Platte? Wann soll die denn erscheinen?
Stefan: Das Album ist für den Herbst angedacht. Aber eine Single soll es schon im April oder Mai geben.
Bumbanet: Vor zehn Jahren schrieb die Bravo, ihr seid die „weltbeste Band in Sachen Ska“. Warum werdet ihr trotz eurer Erfolge so wenig in den „Mainstreammedien“ beachtet?
Stefan: Was ist denn Mainstream? Um es mal vorsichtig auszudrücken: Da laufen Dinge, die mit dem, was wir machen, ganz wenig zu tun haben. Manchmal kommen auf guten Kultursendern Bands, da ist man ganz überrascht, dass das Fernsehen auch so etwas bringt. Man könnte zuerst meinen, dass wäre Nischenprogramm für irgendwelche Halbstarken. Aber wenn man sich dann auf den Tourneen umschaut, dann sieht man wahnsinnig viele Leute und ein riesiges Publikum, davon können Castingbands nachts träumen! Die haben vielleicht mehr Airplay als wir, aber mehr Platten verkaufen die auch nicht. Das heißt, schon der Begriff Mainstream ist falsch. Die sind eigentlich das Nischenprogramm, wir sind der Mainstream!
Bumbanet: Aber Bands wie die Ärzte haben es geschafft, auch in dieser „Nische“ bekannt zu werden!
Stefan: Aber zu welchem Preis, „Männer sind Schweine“!
Rob: Ich finde es cool, wenn man sich in dem Feld gut bewegen kann, wie die Ärzte. Aber als wir jetzt zum Beispiel nach Japan eingeladen wurden, hat jemand einfach drei Konzerte organisiert und uns eingeladen, und das lief alles ohne die Medien. Darauf sind wir dann auch stolz. Wenn wir die Möglichkeit hätten, die Mainstreammedien, die du meinst, für uns zu nutzen, wären wir die Letzten die das nicht machen würden. Aber es kommt eben darauf an zu welchem Preis.
Bumbanet: Würdet ihr dafür deutsch singen?
Beide: Haben wir schon!
Bumbanet: Aber als Sony euch 1997 dazu bringen wollte...
Stefan: Moment! Da sollten wir Bruttosozialprodukt covern...
Bumbanet: Hat das Sony gesagt?
Rob: Das lief so, dass dort die alten Strukturen für uns zusammengebrochen sind und unser Ansprechpartner nicht mehr da war...
Stefan: ...und wir plötzlich in der Schlagerabteilung gelandet sind. Da hieß es, wir sollten Bruttosozialprodukt covern. Nichts gegen das Lied, aber ob jetzt deutsch oder nicht, dass muss nicht sein. Wir singen auch japanisch wenn’s sein muss...
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