| Nach ihren Konzerten in Japan tourten die Busters wieder einmal durch Deutschland und bescherten am 15. Januar 2005 den Karlsruhern im Substage ein unglaubliches Offbeat-Erlebnis. Nachdem das Publikum schon beim ersten Lied der Skapunk-Kombo Yakuzi abging und die ehemalige U-Bahnstation schnell eingeheizt war, schafften es die elfköpfigen Busters aus Wiesloch selbst die letzten Reihen der „unromantischen“ Karlsruher (Sänger Richard Tabor) zum Tanzen zu bringen. Vor dem Gig der sympathischen Skaband erzählten noch der Posaunist Rob Solomon Göhring und der Schlagzeuger Stefan Breuer wie es in Japan war, wann die nächste Platte erscheint und warum sie gerne wie Madonna wären...
Bumbanet: Wie war es denn in Japan?
Rob: Ja Hammer! Wir hatten ein paar Veröffentlichungen in Japan und dann hieß es schon, man würde uns dort kennen. Das hat zumindest der Gitarrist von den Rollins, einer japanischen Skaband behauptet, der meinte wir müssten mal kommen, uns würde hier jeder kennen. So etwas glaubt man wirklich erst, wenn man dann da ist. Das war brutal, auch dass die Shows so gut besucht waren, dass das Publikum unsere Lieder kannte und mitgesungen hatte, zumindest Bruchstücke von den Refrains, das war schon erstaunlich.
Stefan: Wenn man dort eine Weile ist, denkt man eigentlich man ist jetzt in Europa, nur in einem komischen Viertel. Japan ist in sofern ziemlich „normal“, ich denke dass es da in Mittelasien viel größere Unterschiede gibt. Wenn man dann allerdings wieder im Flugzeug sitzt und man sieht unter sich, was da alles dazwischen liegt, dann wird einem wirklich klar, dass das auf der anderen Seite der Welt ist. Mir ist dann noch einmal richtig schummrig geworden als ich gedacht habe: „Mensch, da singen die unsere Songs?“
Bumbanet: Ihr wart jetzt in Japan, habt schon Touren in den USA hinter euch, was kommt als nächstes?
Beide: Lateinamerika, Jamaika...
Bumbanet:...zurück zu den Wurzeln des Ska? Habt ihr dem jamaikanischen Ska auch eure letzte Platte Revolution Rock gewidmet?
Rob: Ja, das war schon länger ein Traum von uns, den Ska Stilecht zu machen, wie den jamaikanischen Ska der Sechziger und frühen Siebziger. Mein großes Vorbild ist Prince Buster, und mein noch größeres Vorbild ist Don Drummond, der auch bei den Skatalites [Jamaikanische Ska-Band seit 1963, Anm. d. Red.] viel mitgewirkt hat. Geschmacklich ist es bei mir einfach die jamaikanische Skaposaune, die ich so geil finde.
Stefan: Lee Perry ist auch der absolute Hammer! In Bezug auf Verrücktheit ist er unser großes Vorbild.
Bumbanet: Warum braucht die Welt gerade jetzt Revolution Rock?
Rob: Ja schau dich doch mal um! Naja, die Idee ist schon zwei, drei Jahre alt, die Platte Revolution Rock ist jetzt aber erst seit einem dreiviertel Jahr draußen. Es bezieht sich vor Allem auf diese ganzen Casting-Shows, die damals als die neue Erfindung dargestellt wurden...
Stefan: Ja, das war die eine Seite, die andere waren auch viele politische und wirtschaftliche Sachen die schief gelaufen sind. Als dann auch der Irakkrieg ausbrach haben sich einfach eine ganze Menge Dinge aufgehäuft, die uns auf den Sack gegangen sind.
Bumbanet: Dabei geltet ihr eher als unpolitische Band.
Stefan: Unsere Texte sind nicht unbedingt politisch, aber jeder Mensch regt sich doch auf, wenn mal wieder komplett gegen den gesunden Menschenverstand gehandelt wird.
Rob: Für mich ist schon Skamusik zu machen oder zu hören eine klare Einstellungfrage. Es gibt Menschen, die fressen das was ihnen serviert wird, und bei der Musik hören die dann eben das was im Radio läuft. Andere entscheiden sich für ihren eigenen Geschmack und eine alternative Musikrichtung, und da ist Ska für mich ganz vorne mit dabei.
|