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Interview: Such a Surge (1/4) News

Die 10-Jahresmarke haben Such a Surge schon längst überschritten, die Braunschweiger sind eben eine Crossover-Formation mit Tradition. Mit dem neuen Album "Alpha" kehren sie zu ihren Wurzeln zurück, "einfach Rock, keine Faxen" wie Bassist und Manager Axel Horn im Interview erklärt...

Bumbanet: Mit eurem sechsten Album „Alpha“ habt ihr wieder einen neuen Weg eingeschlagen, sind euch die Veränderungen von Album zu Album wichtig?

Such a Surge: Eigentlich nicht, wenn man die ersten vier Album von „Under Pressure“ bis „Surge Effekt“ hört hast du eine ständige Weiterentwicklung des Stils. Da gab’s dann mal einen Jungle-Track oder ein paar Experimente mit Loops. Ein Musiker muss ja immer versuchen weiterzugehen und wir haben uns ja nie großartig vom Grundstil entfernt. Nach dem „Surge Effekt“ haben wir ja schon gesagt „nach diesem Album ist das erste Buch Surge zugeschlagen“. Das klingt vielleicht ein bisschen arrogant, aber „Surge Effekt“ war das perfekte Crossover-Album. Danach gab es sowieso die Bandpause wo alle ihre Soloprojekte gemacht haben und wir aus Spaßgründen das Pain in the ass Album aufgenommen haben. Dann kam mit „Rotlicht“ ein Album das sehr stark von der Handschrift unseres Gitarristen geprägt war, wobei das in gewisser Weise bei allen unseren Alben der Fall ist, jedenfalls war „Rotlicht“ sehr stark von Dennis geprägt, der kein Bock mehr auf die ausgetretenen Pfade hatte. Er hat sich Richtung Indie-Rock entwickelt und wir sind als Band mit ihm diese Entwicklung mitgegangen. Daher fällt „Rotlicht“ ein bisschen raus, auch wenn wir es immer noch ein sehr gutes Album finden. Aber Dennis hat uns ja nach dem Album verlassen und mit Lutz kam ein neuer Regisseur an der Gitarre. Lutz hatte mit Antek schon jahrelang in einer Band gespielt, Revolver war auch ihr gemeinsames Ding. Der Lutz ist halt ein richtiges Rockschwein und wie beim Fußball, wo die Mannschaft anders spielt wenn ein neuer Regisseur oder Trainer kommt, war das bei uns auch. Dass das Album jetzt so krachig geworden ist liegt sehr viel an diesem neuen Einfluss und auch daran dass das wir wieder Bock drauf hatten. Einfach Rock, keine Faxen.

Bumbanet: Ihr habt auf dem Cover einen Gorilla, das Alpha-Tier, wie seid ihr darauf gekommen?

Such a Surge: Der Gorilla war als Erstes da, wir hatten Bock auf einen Affen. Dann hat unser Graphiker dieses Ding gesprüht und damit war das Artwork da. Wir tun uns eigentlich immer sehr schwer wie wir ein Album nennen, diesmal hatten wir auch sehr viele Vorschläge, aber die haben uns alle nicht gefallen. Irgendwann kam dann Alpha. Wir haben uns dann reingezogen was Alpha alles bedeuten kann und dabei sind wir natürlich auch auf das Alpha-Tier gekommen, Anfang wie ein Ende, Alpha ist ja sehr weit interpretierbar. Aber auch alle unsere Albumtitel sind sehr weit interpretierbar, das ist uns immer sehr wichtig. Da steht jetzt nicht eine massive Aussage hinter sondern jeder soll sich selber ein Bild machen. Ob wir jetzt ein Alpha-Tier sind weiß ich nicht, ich finde das müssen andere Leute entscheiden. Das wäre sonst zu viel Selbstbeweihräucherung, manche denken das vielleicht, manche nicht, manche denken Surge ist scheisse. Wir wissen was wir erreicht haben, aber darauf war der Titel gar nicht so ausgerichtet, sondern mehr auf Neuanfang, Anfang wie Ende .

Bumbanet: Aber warum gerade der Affe?

Such a Surge: Weil der Affe ein sehr süßes aber auch ein sehr aggressives Tier sein kann. Der Affe, der ja auch der Ursprung von uns selbst ist, spiegelt sehr viel wieder was wir für unsere Musik empfinden. Und Lutz unser neuer Gitarrero ist auch einfach ein großer Affen-Fan. Bei Surge denken immer alle unsere Sachen wären ultra-kopflastig, manche Dinge sind das vielleicht auch, aber eben nicht alles. Der Lutz hat das mit dem Affen einfach eingebracht, wir haben dann das Bild gesehen und gesagt „geil“. Der Affe sieht ziemlich böse aus, bei uns ist diesmal ja auch alles etwas dunkler, beim letzten Mal war es kunstvoller.

Bumbanet: Ihr habt jetzt auch einen Track gemacht mit Afrob für das Brothers Keepers Album. Früher hattet ihr solche Kollabo-Geschichten auch auf eurem Album?

Such a Surge: Wir wollten halt einfach ein straightes Album machen. Früher war auf jedem Album ein Feature drauf, seit „Rotlicht“ nicht mehr. Bei den beiden neuen Alben sollte einfach nur Surge sprechen. Wir haben ja für Ferris’ Album regelmäßig Songs gemacht, für Afrob wollten wir seit Jahren etwas machen, aber irgendwie hat das zeitlich nie gepasst. Jetzt sollte er einen Track für Brothers Keepers machen und wir standen auch seit Jahren mit Brothers Keepers in Verbindung und wollten auch. In einer Nacht und Nebel Aktion haben wir jetzt zumindest unseren Arsch zusammenbekommen gemeinsam einen Song für Brothers Keepers zu machen. Es ist nicht ausgeschlossen dass es mal wieder auf einem Surge Album Features gibt. Wir haben jetzt auch einen Song mit Bosse, dem Sänger unserer Vorband, aufgenommen, den Song haben wir aber aus den genannten Gründen nicht auf’s Album gepackt. Der kommt dann vielleicht mal auf einer B-Seite raus. Wir haben durchaus Bock mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten, auch gerade mit der HipHop Fraktion. Das ist immer super interessant, für Afrob z.B. ist es geil mal auf so eine Musik zu rappen, für uns ist es geil mit so einem MC zusammenzuarbeiten. Es befruchtet einfach beide. Klar, die reinen Afrob Fans werden damit nicht so viel anfangen können, bei unseren Fans sieht das etwas anders aus. Die harte HipHop-Fraktion weiß immer noch nicht wie sie mit einer E-Gitarre leben sollen.

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Autor:
Bumbanet Redaktion (05.03.2005)
Photos:
Such a Surge

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