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Interview: La Vela Puerca (1/2) News

Latin Rock kommt und La Vela Puerca aus Uruguay sind ganz vorne mit dabei. Das neue Album „A contraluz" der achtköpfigen Band läutet den Sommer ein und Vela Puerca bewiesen auf ihrer großen Europa-Tour im Kölner Gebäude 9 wie man Konzerte mit südamerikanischem Feuer veranstaltet. Wir sprachen mit dem sympathischen Gitarristen Santiago Butler...

Bumbanet: Viele Bands sehen ihr drittes Album als etwas Besonderes, ist das bei euch mit „A contraluz” auch so?

La Vela Puerca: Es ist einfach ein weiterer Schritt, aber es ist auch etwas Besonderes. Wir sind älter und reifer geworden, das kann man vor allem in den Texten sehen, aber auch in der Musik. Das ist einfach ein Prozess der abläuft. Auf „De Bichos Y Flores“ konnte man mehr tanzen, das hat sich geändert.

Bumbanet: Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

La Vela Puerca: Das ist wohl der erste Song, „Llenos de magia“. Außerdem mag ich „Un frasco“, das ist ein besonderer Song für uns, weil er einen anderen Stil hat, als ihn die Leute von Vela Puerca erwarten. Ein sehr schöner Song ist auch „Dice“, der ist nicht so rockig, ein lockerer Song.

Bumbanet: Ihr habt in der CD ein umfangreiches, gemaltes Booklet. Wie kam es dazu?

La Vela Puerca: Das ist etwas ganz Besonderes für uns, weil es das erste Mal war, dass wir mit einem Künstler aus Uruguay zusammengearbeitet haben. Sein Name ist Tunda Prada, der macht auch viel fürs Fernsehen, Animationen. Er ist ein sehr guter Zeichner, also haben wir ihn kontaktiert und er hat dann das gesamte Artwork gemacht. Wir hatten alle die gleichen Gedanken und Ideen zu den Songs, und er hat die Bilder auch gemacht während er sich die Songs angehört hat. So sind wir jetzt sehr glücklich mit dem Ergebnis.

Bumbanet: Ihr seid acht Leute in der Band, ist es da nicht schwierig sich abzustimmen und Songs zu schreiben?

La Vela Puerca: Sebastián Teysera ist unser Hauptsongwriter, er dirigiert alles und schreibt auch 90 Prozent der Texte. Er ist ein sehr guter Poet, er schafft es die Gefühle niederzuschreiben die viele Leute haben, er ist sehr sensibel.

Bumbanet: Gibt es bestimmte Einflüsse für die Band?

La Vela Puerca: Da wir acht Leute sind gibt es natürlich sehr unterschiedliche Einflüsse. Rock’n’Roll, Ska, Folklore aus Uruguay... so gibt es auch auf der CD einen Song mit einigen traditionellen Gitarristen aus unserem Land. „A lo verde“ ist so ein Song mit spanischen Gitarren. Aber Rock’n’Roll ist schon unser Haupteinfluss, als ich ein kleiner Junge war habe ich die Rolling Stones oder Beatles gehört. An neueren Bands mögen wir Radiohead. Ansonsten hören wir auch ganz andere Sachen wie Blues. Unser Ziel ist es aus all diesen Dingen einen guten Mix zu machen, aber nicht möglichst viele Stile in einem Song unterzubringen.

Bumbanet: Ihr seid mit eurem Album hier bei Universal Records, wie kam das, warum habt ihr euch für ein großes internationales Major-Label entschieden?

La Vela Puerca: So war das ja nicht. Wir sind eine kleine Band aus Uruguay, die am 24. Dezember ihren Geburtstag feiert und jetzt in ihrem zehnten Jahr ist. Vor ungefährt sechs Jahren haben wir in Uruguay unsere erste CD unter primitiven Umständen aufgenommen, der Sound war nicht wirklich gut. Wir hatten dann das Glück Gustavo Santaolalla kennen zu lernen, er ist ein sehr guter Producer und Musiker, er hat Bands wie Café Tacuba oder Maldita Vecindad produziert. Molotov auch. Außerdem macht er Filmmusik. Er macht quasi Promotion für den New Latin America Sound. Auf jeden Fall hat er uns dann auf sein Label Surco eingeladen, das mit Universal kooperiert. Also sind wir eigentlich von Surco Records, hier in Deutschland ist das halt anders, hier gibt es nur Universal. Gustavo hat unsere erste CD mit nach Los Angeles, wo er lebt, genommen und sie dort remastered. Außerdem hat er neue Instrumente miteingebaut. So gibt es unser erstes Album im Prinzip doppelt.

Bumbanet: Was kannst du uns über die Szene in Uruguay erzählen, gibt es da Verbindungen zu anderen Ländern in Südamerika?

La Vela Puerca: Die Szene wird langsam etwas größer. Uruguay ist ein sehr kleines Land, wir haben nur drei Millionen Einwohner und die Hälfte wohnt in der Hauptstadt Montevideo. So hat sich der Rock’n’Roll auch erst seit fünf Jahren entwickelt und es gibt noch nicht so viele Konzerte. Es gibt ein großes Festival in der Landesmitte, wo 70.000 Leute waren. Bands wie No Te Va Gustar haben da gespielt. Alles von Ska bis Metal. Uruguay ist halt nicht weit entfernt von Argentinien, Buenos Aires ist sehr nah und dort kann man Bands aus der ganzen Welt sehen. Deshalb fahren viele dahin. Allerdings hat Buenos Aires sehr viele Probleme, Südamerika hat viele arme Leute und damit auch viele soziale Probleme. Es ist auch schwer sich in Buenos Aires mit seiner Musik durchzusetzen, da gibt es viele Bands die 40.000 Zuschauer ziehen.

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Autor:
Bumbanet Redaktion (07.04.2005)
Photos:
Universal

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