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Interview: Kimya Dawson (1/2) News

Wer ist Kimya Dawson? Ich sehe die Fragezeichen schon förmlich über sämtlichen Bumbanetleserköpfen schwirren. Aber den Namen Adam Green haben bestimmt viele Leserinnen und Leser in letzter Zeit oft gehört. Dieser junge, charmante und sehr talentierte Musiker ist, wenn nicht gerade bei Kuttner sich solo in unverschämt schleimigen und unüberwindbaren Komplimenten suhlend, ein Teil der unbeschreiblichen ‚Moldy Peaches’. Und Kimya Dawson, um die sich hier alles drehen soll, ist ein weiterer Teil dieser Band.
Doch heute ist sie solo unterwegs und wird das so genannte ‚Anti-Folk Festival’ im Gleis 22 in Münster abrunden. Schwer beladen mit der Band ‚Schwervon!’, dem Jesusdouble und Gitarrenvergewaltiger ‚Viking Moses’ und der sanftmütigen ‚Jana Hunter’ scheint Kimya, die Vorreiterin des Positiv-Denkens, sich nicht vom Stricken eines wahnsinnigen Wohlfühlschals abbringen zu lassen...

Bumbanet: Ist die Künstlerin Kimya Dawson identisch mit der Person Kimya Dawson?

Kimya: Ja, sie ist genau dieselbe.

Bumbanet: Also steckst du alles von dir in die Künstlerin. Oder ist das nur eine Art performance?

Kimya: Das bin schon ich, jedoch gebe ich nicht ALLES preis, denn es gibt ja auch Dinge welche nur die Menschen, die es auch persönlich betrifft, angehen. Ich will diese Menschen nicht in Verlegenheit bringen oder ihnen wehtun. Außerdem gibt es Dinge, die gehen einfach nicht jeden etwas an.
Jedoch ist alles an mir echt. Es ist immer die Wahrheit, beinhaltet aber nicht alle Teile der Wahrheit.

Bumbanet: Ich habe mir ein paar Bilder von dir angeschaut, diese sind genau wie deine Musik und deine Bühnenpräsenz, im positiven Sinne, kindlich, unschuldig, simpel und hoffnungsvoll, aber spiegeln auch gleichzeitig eine gewisse Art von Wahnsinn wieder. Ist das die Mischung aus der deine Kunst an sich entspringt?

Kimya: Es ist einfach so, dass interessante Sachen geschehen, die aber auch irgendwie Angst einflößend sind. Man sollte versuchen das Beste daraus zu machen. Dinge, die anderen Menschen Angst machen, welche sie von sich schieben möchten, nehme ich für mich an, weil ich etwas Positives daraus ziehen kann.

Bumbanet: Manche Menschen würden die Art und Weise in der du deine Kunst zum Ausdruck bringst als eigenartig und wunderlich einstufen. Wie stehst du dazu, dass du auf der Bühne Puppen aufstellst oder in einem Hundekostüm deine Songs performst?

Kimya: Es ist alles irgendwie wie ein Märchen, meiner Meinung nach muss nicht alles so geradeaus und steif sein. Menschen müssen nicht so geradeaus sein, jedoch haben viele Angst die Grenzen zu überschreiten.

Bumbanet: Oder sie sind viel zu sehr damit beschäftigt darüber nachzudenken, was andere über sie denken und möchten nicht als verrückt abgestempelt werden.

Kimya: Ja, man sollte einfach nicht zu sehr etwas darauf geben was andere über einen denken. Wenn man beschließt: „Yeah, heute will ich ein Kind sein.“, dann sollte man das einfach tun.
Ich fühle mich aber nie dazu verpflichtet ein Kostüm zu tragen, heute z.B. möchte ich in Alltagsklamotten auf der Bühne sitzen und meine Songs spielen.

Bumbanet: Wie würdest du deine Songs und dein Songwriting beschreiben?

Kimya: Die Songs kommen zustande, wenn ich irgendwie überwältigt bin, im positiven und auch im negativen Sinne. Gedanken schwirren in meinem Kopf umher und es fühlt sich so an, als würde ich ausrasten. Daher muss ich diese Gedanken irgendwie bündeln, um nicht völlig abzustürzen. Das Beste für mich ist dann, alles in Musik umzuwandeln. Die Gedanken formen sich zu einer Melodie in meinem Kopf und so entsteht ein Song. Somit habe ich die Möglichkeit all das was ich erlebe zu verarbeiten- in einer von mir selbst kontrollierten Art und Weise. Das ist besser als Chaos in meinem Kopf.

Bumbanet: Kommen wir mal zu den Moldy Peaches. Im Oktober 2004 habt ihr ein Benefiz Konzert für Accidental Records gegeben. War das euer bis dato letzter gemeinsamer Auftritt oder habt ihr danach noch zusammen performt?

Kimya: Erst gestern stand ich zusammen mit Adam (Anmerk. Verf: Adam Green) auf der Bühne bei ‚Kuttner On Ice’. Wir haben drei Moldy Peaches Songs gespielt und noch zusammen gefeiert.
Es macht generell sehr viel Spaß mit den Moldy Peaches auf der Bühne zu stehen und wir werden bestimmt wieder zusammen auftreten. Aber es ist einfach viel angenehmer, wenn das nicht immer der Fall ist, sondern wenn man Musik zusammen macht, weil man wirklich Lust darauf hat. Es war niemals ein Job für uns, sondern ein paar Freunde die zusammen Spaß haben und Musik machen.

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Autor:
Meltem Arsu
Photos:
Krecs

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