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Interview: Denyo (1/2) News

Die Beginner zählen seit langem zu den Speerspitzen der deutschen HipHop-Szene. Nachdem sie mit „Bambule“ Ende der 90er einen Megaerfolg hatten, fingen sie damit an, sich auch als Solo-Künstler zu etablieren. Denyos Debüt „Minidisco“ ging seinerzeit etwas unter, was sicher auch an dem Meilenstein lag, den sein Beginner-Kollege Jan Eißfeldt veröffentlichte. Dessen „Searching For The Young Soul Rebels“ zeigte hierzulande vielen, wie deutschsprachiger Reggae mit Botschaft funktionieren kann, während Denyo seinem HipHop-Pfad treu blieb. Auch mit seinem Werk „The Denyos“ ändert sich das nicht, nur clubbiger kommt das Ganze daher. Im Interview zeigte er sich gut gelaunt und redefreudig, ganz so wie viele seiner Tracks klingen...

Bumbanet: Zum Einsteig die Standardfrage zu den Beats.

Denyo: Fast alles kommt von mir. Deshalb auch das Intro „The Denyos“; ich sehe mich halt als Band. Natürlich wollte ich mich aber nicht zu sehr auf mich selber konzentrieren, sondern auch mit anderen Leuten etwas machen. Mit Tropf habe ich viel gemacht, der hat das ganze Album auch gemischt und mitarrangiert. Einmal ist auch DJ Dynamite dabei, zusammen sind sie das komplette Dynamite-Deluxe-Produktionsteam von früher. Außerdem ist noch ein Beat von Chris Tall dabei, der eigentlich eher Techno und House produziert. Irgendwie ergibt sich das von selbst, dass man fast alles selber macht.

Bumbanet: Und was treiben die anderen Beginner derzeit?

Denyo: Jan ist mittendrin bei der Entstehungsphase seiner zweiten Platte. Mit Mad lege ich deutschlandweit als Soundsystem ziemlich häufig auf. Dazu macht er natürlich noch Videos. Er hat gerade etwas für Xavier Naidoo gedreht, was erst Ende des Jahres rauskommt. Zusätzlich hat er ein kleines Label namens Goog Child gegründet und will da Lieblingsmusik auf Independent-Basis veröffentlichen. Mad ist übrigens auch auf meiner Tour mit am Start, weil er für mich einfach der derbste DJ ist und das nicht, weil er so ein unglaublich gutes Fingerspitzengefühl für Cuts hat, sondern weil er ein sehr guter Show-Dramaturg ist. Wenn etwas auf meinem neuen Album gecuttet wurde, hat das alles Mad gemacht.

Bumbanet: Der textlich stärkste Song auf dem Album ist meiner Meinung nach „Dieb Inside“. Erzähl doch mal was über den Inhalt dieses Liedes, für die, die ihn noch nicht gehört haben.

Denyo: Ich will mit dem Song eigentlich ziemlich viel beschreiben. Es fängt bei mir selber an, weil ich zugeben muss, dass ich auch einen kleinen Dieb in mir habe. Letzten Endes hat das jeder, daher kommen auch bestimmte Widersprüche immer wieder. Wir als Beginner werden zum Beispiel von vielen als politische Band wahrgenommen, gleichzeitig tragen wir aber auch Nikes, weil wir es cool finden. Die wurden wahrscheinlich irgendwo auf der Welt von Kindern zusammengenäht, aber wir finden sie stylisch und da fängt das schon an. In Deutschland gibt es viele Menschen, die scheinbar ein mit Moral und Tugenden voll gestopftes Leben führen, aber eben nur scheinbar. Wenn man 18 wird und von der Werbung eingetrichtert bekommt, dass es enorm wichtig ist, ein geiles Auto zu fahren, unterschreibt man den Kaufvertrag, ohne das Geld dafür zu haben. Dann zahlt man als Jugendsünde zehn Jahre das Auto ab und ist am Ende 60.000 statt 20.000 Euro los. Das Linken machen sie bewusst und das ist legal. Da steckt der Dieb drin. Der Eine kommt in den Knast und der Andere nicht, weil er eine Krawatte trägt. So funktioniert unsere Welt, alle Menschen werden nach Geld und Einkommen sortiert und nach Strich und Faden verarscht. Als ich 1999 auf einmal wirklich viel Geld hatte, haben sie mich bei meiner Bank plötzlich mit Herr Lisk angesprochen und einen roten Teppich für mich ausgelegt. Als zwei Jahre später das Geld wieder weg war und ich Steuerschulden hatte, hat mich da keiner mehr mit dem Arsch angeguckt. Überall findest du diesen Dieb, der ist manchmal auch ganz lustig. Ein Mann macht immer auf irgendetwas, was er nicht ist, um irgendwelche Frauen rumzukriegen und andersherum genauso. All das zu wissen und aufzuzeigen, finde ich sehr amüsant.

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Autor:
Paul Schlagk
Photos:
Buback

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