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Interview: Curse (1/2) News

Es ist sein viertes Album, das haben noch nicht viele Rapper in Deutschland geschafft. Von "Feuerwasser" bis "Sinnflut" war es kein langer, aber doch ein weiter Weg, der den Mindener MC ganz nach oben gebracht hat...

Curse Audio Greeting (MP3 Download)

Bumbanet: Der Titel deines neuen Albums „Sinnflut“ ist als Wortspiel gemeint oder auf die allgemeine gesellschaftliche und politische Lager bezogen?

Curse: Das ist natürlich hauptsächlich ein Wortspiel, das sich auf den Inhalt des Albums bezieht. Es ist eine Flut von Songs, die Sinn haben, wo etwas hintersteckt, wo es nicht nur um Partyrap, sondern um Storytelling geht. Natürlich gibt es viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten für den Titel, aber der eigentliche Grund ist eben, dass das Album 78 Minuten lang mit Tracks richtig vollgepackt ist.

Bumbanet: Kann man bei deinen Alben auch eine Entwicklung sehen, dass sie immer positiver und ausgeglichener werden?

Curse: Nein, so würde ich das nicht sagen. Mein letztes Album war im Allgemeinen etwas offener und positiver als das jetzige, womit ich nicht meine, dass „Sinnflut“ negativ wäre. Auf dem letzten Album habe ich aber viel Wert auf so was wie „Alles wird besser“ oder „Hand hoch“ gelegt, davon ist auf dem neuen Album wenig wiederzufinden. Ich würde eher sagen dass mein neues Album einen ähnlichen Vibe wie mein zweites Album „Von Innen Nach Aussen“ hat, wobei man auch eine deutliche Weiterentwicklung hört. Mein neues Album ist eine Essenzierung von dem, was Curse ist, was Curse ausmacht und was Curse am besten kann. Es ist kurzum die Konsequenz aus den drei Alben zuvor.

Bumbanet: Viele reden immer davon, dass ihr neues Album ihr bestes Album ist, würdest du das auch sagen?

Curse: Ich glaube, das habe ich noch nie gesagt. Erstens ist das eine Geschmacksfrage und zweitens ist das eine Frage, die sich auch erst nach langer Zeit klären lässt. Und trotzdem gehen auch dann noch die Meinungen auseinander, die einen bevorzugen „Feuerwasser“, die anderen „Innere Sicherheit“. Mit solchen Superlativen halte ich mich daher zurück, ich finde jeder Hörer für sich findet nachher das beste Album oder den besten Song. Das hängt auch davon ab, in welcher Lebensphase du dich gerade befindest, was dich gerade bewegt, was du für ein Mensch bist. Natürlich gibt es bei jedem Album nachher Sachen, wo ich mir denke „hättest du dir da mal noch ein bisschen mehr Zeit gelassen“, aber das ist normal, das gehört dazu.

Bumbanet: Dein neues Album wurde zum ersten Mal von Sashliq und Claud produziert, wie kamst du auf die Beiden?

Curse: Sashliq ist ja gar nicht neu, sondern seit meinem zweiten Album dabei, dort hat er schon mehrere Songs produziert von „Denk an mich“ bis „Wüstenblume“. Er war auf jeden Fall sehr prägend für den Sound meines zweiten Albums und hat auch auf meinem dritten Album einige Tracks produziert. Claud ist dagegen jetzt neu hinzugekommen. Für mich hat sich das so ergeben, auch weil ich gemerkt habe, dass Claud und Sashliq sowohl menschlich wie auch musikalisch zurzeit am nächsten dran sind an dem was ich erreichen möchte. Das sind auch zwei Typen, mit denen ich mich sehr viel ausgetauscht habe und bei denen die Harmonie zwischen deren Beats und meinen Raps perfekt gewesen ist. Wir hatten gemeinsame Ideen und Konzepte. Die Jungs haben sich auch teilweise gegenseitig angestachelt, wobei das Interessante ist, dass sie sich bis zum heutigen Tag nicht persönlich kennen gelernt haben, sie standen sich noch nie gegenüber. Aber das wird sich bald ändern, bald ist Release-Party, da trinken die beiden mal ein Pils zusammen.

Bumbanet: Hast du dich speziell auf dieses Album vorbereitet, warst du wieder auf einer Reise oder gab es bestimmte Situationen, in denen das Album entstanden ist?

Curse: Das Album ist über einen längeren Zeitraum entstanden, es gab nicht so was wie eine Reise oder ein Treffen oder ein Event. Man muss das Album eher als Resultat von vielen Gesprächen, Gedanken und Erfahrungen zu sehen. Aber so war es auch bei den anderen Alben, auch wenn ich eine zweimonatige Reise vor meinem zweiten Album gemacht habe auf der einige Songs entstanden sind. Diesmal war es so, dass ich viele kleine Reise gemacht habe, in die Schweiz zu Claud, nach Wiesbaden zu Sashliq oder nach Berlin und Hamburg. Diesmal war das eher ein fortlaufender Prozess.

Bumbanet: Hattest du für „Sinnflut“ eine besondere Inspiration?

Curse: Die größte Inspiration war einfach ein Curse Album zu machen, das Curse repräsentiert und zeigt was Curse ist. Dafür bin ich tief in mich gegangen und habe mich lange unterhalten mit anderen Leuten, vor allem mit den Leuten, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich habe denen gesagt „macht mir mal Beats auf denen ihr Curse gerne hören würdet“.

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Autor:
Bumbanet Redaktion (30.11.2005)
Photos:
Sony BMG


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