| Man erinnert sich auf heute noch an "Boom-Shack-A-Lack", das in den 90ern die Charts aufwühlte und in etlichen Kinofilmen und unzähligen Werbespots Verwendung fand. Es war die Zeit, in der auch Shaggy mit "Oh Carolina" seine ersten Erfolge feiert. Um Apache Indian, der 11 Millionen Alben verkauft hat, ist es mittlerweile ruhiger geworden, was aber nicht heißt, dass der in Birmingham geborene Reggae-Künstler mit indischer Abstammung nicht mehr aktiv wäre. Diesen Sommer erschien das Album "Time for Change"...
Bumbanet: Du hattest deinen größten Erfolg in den 90er Jahren, waren es damals bessere Zeiten für Musik?
Apache Indian: Das Musikgeschäft hat sich sehr verändert, es läuft aber der ganzen Welt nicht sehr gut. Für mich persönlich hat sich allerdings wenig geändert, ich habe immer noch Spaß an der Musik. Man wird älter und weiser, ich toure viel mit einer Live-Band, die Leute kennen meinen Namen und die Alben. Ich trenne das Geschäft von der Musik und so kümmert es mich auch weniger, dass das Geschäft härter geworden ist.
Bumbanet: Würdest du das auch auf das Live-Spielen übertragen, hat sich das auch für dich verändert?
Apache Indian: Hier gilt das Gleiche, ich habe mehr Erfahrung, entsprechend arbeite ich jetzt anders mit meiner Live-Band zusammen. Alles ist persönlicher und ich kommuniziere direkter mit den Leuten.
Bumbanet: Beziehst du das mehr auf die Message oder den Vibe, der von dem Konzert ausgeht?
Apache Indian: Ich würde sagen Beides. Die Message ist sehr, sehr wichtig für mich, wer wir sind, woher wir kommen, was wir sagen, was der Sound repräsentiert. Und dann versuchen wir die bestmögliche Performance hinzulegen.
Bumbanet: Die Reggae-Szene ist Deutschland ist ja stark gewachsen, hast du einige Artists aus Deutschland kennen gelernt?
Apache Indian: Ich habe von Gentleman gehört, sein Album, seine Musik, das gefällt mir sehr gut. Ich hatte vorher nicht mitbekommen, dass Reggae hier so groß ist. Auf jeden Fall gibt es für mich in Deutschland noch viel zu entdecken, hoffentlich wird mein Album hier akzeptiert und wir können hier touren. Respekt an Gentleman!
Bumbanet: Viele Künstler schauen zu dir auf, hast du selber noch Vorbilder?
Apache Indian: Burning Spear, Bob Marley, Freddy McGregor und Beres Hammond, die ganzen Artists, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich habe schon mit sehr vielen Artists auf der ganzen Welt zusammengearbeitet, Frankie Paul zum Beispiel. Für diese Leute habe ich Respekt. Aber ich bekomme ja auch Respekt gezollt, ich bin seit sehr langer Zeit in der Reggae-Szene, es ist nicht einfach in der Reggae-Szene Fuß zu fassen. Ich habe auch viel Hilfe erhalten von den Leuten, die ich als meine Vorbilder erachte.
Bumbanet: Im Moment hat der Reggae durch den Dancehall und Künstler wie Sean Paul wieder einen Hype erlebt, kannst du dich mit dieser neuen Welle identifizieren?
Apache Indian: Ja, Sean Paul ist einer guter Freund von mir, ich war mit ihm letztes Jahr in Amerika auf Tour. Reggae hat seine Up und Downs, aber Leute wie Shaggy oder Sean Paul tun der Entwicklung sehr gut, Reggae hat sich zuvor noch nie so gut verkauft. Das einzige Problem das sich ergibt liegt in den Plattenfirmen, die jetzt unbedingt Reggae signen wollen, und das aus den falschen Gründen. Ein Jahr lang ist Reggae populär, im nächsten Jahr kann das schon wieder anders aussehen. Die Leute sollten an der Bewegung, an den Hintergründen interessiert sein, und nicht nur, weil sich Reggae gerade so gut verkauft. Aber trotzdem ist es natürlich gut, dass sich Reggae verkauft.
Bumbanet: Du bist momentan auf einem kleinen Label, kannst du dir vorstellen, wieder bei einem Major unter Vertrag zustehen?
Apache Indian: Ja, ich bin auf einem kleinen Label, meinem eigenen Label API, und ich denke, wir haben ein sehr gutes Album. Ich mag das Musik-Business nicht. Die Distribution macht Universal. Mein Label ist klein, aber es wird wachsen.
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