| Bumbanet: Du hast schon mit so vielen Künstlern zusammengearbeitet, gibt es da eine Erfahrung, die dich am meisten geprägt hat?
Apache Indian: Ich weiß nicht, es ist schön mit Künstlern aus Jamaika zusammenzuarbeiten, es ist schön mit Künstlern aus Indien zusammenzuarbeiten, es ist schön mit HipHop Artists zusammenzuarbeiten. Natürlich war es auch schön mit bekannten Leuten wie Frankie Paul, mit deren Musik ich aufgewachsen bin. In Erinnerung geblieben ist mir die Zusammenarbeit mit Pras von den Fugees für mein jetziges Album, er ist sehr nett. Ich habe auch einen Track für sein Album aufgenommen. Es ist eine Kollaboration mit Sean Paul und R.Kelly. Immer wenn es nicht nur um das Ergebnis geht, sondern du dich mit den Leuten auch gut verstehst, macht eine Zusammenarbeit Spaß.
Bumbanet: Mit wem hast du es denn noch nicht geschafft zusammenzuarbeiten?
Apache Indian: Da gibt es viele, mit Gentleman würde ich gerne etwas machen. Mit Freddy McGregor zum Beispiel auch. Gerade in England gibt es noch viele Leute, mit denen ich was machen will, da ist noch einiges geplant.
Bumbanet: Einige Künstler haben derzeit mit ihren schwulenfeindlichen Texten zu kämpfen und erhielten in einigen Städten Auftrittsverbote, wie siehst du das?
Apache Indian: Ich denke das ist nicht gut, man sollte die Schwulenszene in Ruhe lassen. Das ist natürlich eine schwierige Frage, im Prinzip bin ich für Freedom of Speech, dass du sagen kannst was du willst. Aber das steht natürlich im Konflikt zu den Gesetzen einiger Länder, das haben die Reggae Künstler jetzt auch gemerkt, sie haben gemerkt dass sie bekämpft werden, aber das werden sie ja sowieso schon. Ob die Zuschaustellung von Gewalt und Sex oder eben die Texte gegen die Schwulen, das ist für die das gleiche. Im Jamaika spricht man einfach so wie man fühlt und Musik ist eine gute Art das auszudrücken. Nur manchmal ist es eben besser, das nicht zu tun, das müssen einige Künstler noch lernen.
Bumbanet: Hast du schon mal in Indien gelebt?
Apache Indian: Nein, ich habe noch nie in Indien gelebt, in bin in England geboren, nur meine Eltern sind aus Indien. Natürlich war ich schon oft da. Vielleicht werde ich mal eines Tages dort leben.
Bumbanet: Aber du hast trotzdem musikalische Verbindungen zu Indien?
Apache Indian: Ja, natürlich, sehr viele Verbindungen sogar. Es gibt nicht viele Reggae-Künstler in Indien und der Einfluss der indischen Musik auf Reggae ist dort auch sehr viel größer. Hauptsächlich sieht man den indischen Einfluss aber in anderen Musikstilen, im HipHop zum Beispiel.
Bumbanet: Hast du dort schon Konzerte gespielt?
Apache Indian: Ja, aber es ist dort eigentlich auch nicht anders als hier. Die Leute lieben Musik, sie wollen Teil der Musik sein. Vieles vermischt sich dort unten auch, der traditionelle indische Sound erhält westliche Einflüsse, HipHop-Einflüsse, und viele Artists von uns gehen mittlerweile auch in Indien auf Tour und spielen vor einem großen Publikum. Shaggy war in Indien, Inner Circle waren in Indien, die lieben auch in Indien Reggae.
Bumbanet: Du hast auch viele Songs für TV und Film gemacht, wie kommt das, hast du Verbindungen zum Fernsehen oder zur Filmszene?
Apache Indian: Ich habe in Indien, da ich es auch als mein Heimatland betrachte, einige Filme und große Konzerte gemacht, meine größten überhaupt. Aber es ist natürlich auch schön Songs in Hollywood-Filmen zu haben. Die Inder sind sehr stolz auf meinen Erfolg in England und auch sonst in der Welt, weil es nicht viele indische Künstler gibt, die in den Charts sind. „Boom shack-a-lack“ ist in fünf Hollywood Filmen, das freut die Inder natürlich, weil sie auch Teil der Welt und des Entertainments sein wollen.
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