| Ilhan Ersahin und Norah Jones, beide waren bei Wax Poetic engagiert. Ilhan, geboren in Schweden, gelebt in seiner Heimat Türkei, ausgewandert nach New York, ist als Mastermind des Projekts geblieben, Norah Jones wandelt jetzt bekanntlich auf Solopfaden. Zu hören ist sie noch auf dem Album "Nublu Sessions", neben
N'Dea Davenport
und Saul Williams. Nublu, das ist auch der Club und das Label von Ilhan in New York. Mit Marla Turner (Gesang), Jesse Murphy (Bass) und Thor Madsen (Gitarre, Laptop) war der Saxophonist und Electroniker Ilhan auf Tour in Europa, in Köln spielte er in nahezu privatem Rahmen vor 10 Leuten. Es war ein grandioses Konzert zwischen Jazz, Downbeat und Rock, zuvor gab uns Ilhan ganz in seiner Welt versunken noch ein Interview...
Bumbanet: Wie kam es eigentlich zu der Idee zu Wax Poetic?
Wax Poetic: Das Projekt hat in New York begonnen und heute ist es eine Band. Die Band ist eigentlich dadurch entstanden, dass wir dieses Jahr ein Album herausgebracht haben. Wir schreiben einfach Songs und kreieren coole Tracks, da steckt keine größere Idee dahinter. Es läuft einfach, verschiedene Produzenten kommen und gehen. Jetzt haben wir einen Booker in London, der diese Tour möglich machte, und hier sind wir jetzt.
Bumbanet: Du bist mit dem Saxophon aufgewachsen, wie kam es dass du dann angefangen hast Jazz mit Club Music und türkischen Folk Elementen zu mixen?
Wax Poetic: Ich war schon immer der Typ von Musiker der alles mixen wollte. Das sind auch einfach Einflüsse die ich aus meinem täglichen Leben bekomme. Durch das Saxophon bin ich natürlicherweise mit Jazz in Verbindung gekommen, und dann in New York bekam man viel Club Music mit, TripHop und so. In dem Teil von Manhattan, in dem ich wohne, trifft man auf viele verschiedene Musiker und Kulturen. Man lebt eng zusammen und ist den verschiedenen Strömungen ausgesetzt. Für viele Leute in Europa ist die Vermischung eine Wahl, man fragt sich wie man Jazz mit Beats mischen kann, das ist ein Denkprozess. Für Leute in New York ist das alles völlig natürlich, es passiert einfach. Die Verschmelzung vollzieht sich automatisch, da denkt niemand groß drüber nach.
Bumbanet: Einst hattet ihr mit Norah Jones eine heute prominente Sängerin, wie kam das damals?
Wax Poetic: Ich hab Norah kennen gelernt ein paar Tage nachdem sie in New York ankam. Zu dieser Zeit suchte ich eine Sängerin, da die alte Sängerin nach London gezogen war. Ein Freund von einem Freund kannte Norah aus Texas und hat den Kontakt hergestellt. Ich hab sie dann angerufen und sie hat direkt ja gesagt. Damals war sie noch nicht so bekannt.
Bumbanet: Wie sieht denn euer derzeitiges Line-Up aus?
Wax Poetic: Wir sind nur zu viert auf Tour, mit Marla Turner und ohne Drummer. Ich denke wir haben zwei verschiedene Outfits, einmal dieses hier, mit DJ das clubbiger ist, und dann zum anderen die Formation mit größerer Band und Drummer, was dann mehr in Richtung Rock geht. Das Line-Up ist eigentlich fließend, wie die ganze Nublu Scene, in der Mitte gibt es Key Players und der Rest wechselt. Es ist eine anhaltende Bewegung, verschiedene Projekte die irgendwie miteinander verknüpft sind. Nublu ist ja sowohl ein Label wie auch ein Club, den ich in New York habe. Da werden auch noch andere Projekte herauskommen, nicht nur Wax Poetic.
Bumbanet: War es denn ein Plan diesen Club zu eröffnen als du nach New York kamst?
Wax Poetic: Nein, ich habe den erst vor zwei Jahren gegründet. Es hat sich einfach ergeben, ich weiß gar nicht mehr wo die Idee herkam. Ich habe nur auf einmal gefühlt, dass ich es machen wollte.
Bumbanet: Sind das denn verschiedene Sachen für dich, die du auch trennst, oder ist es ein großes Ding?
Wax Poetic: Die Bar ist eine Bar, auch wenn ich nicht da bin. Und die Idee der Bar ist, ein Clubhaus für das Label zu sein. Du kannst da durch gehen und hören was beim Label abgeht.
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