| At The Drive-In waren eine Band, die Akzente im Alternative-Genre setzten, unvergleichlich und nicht wegdenkbar. Als 2001 dann Ende war bildeten sich zwei neue Bands, dreiviertel der Band, Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar, gründeten Sparta, daneben stieg The Mars Volta hervor. Sparta hatten es nicht einfach mit ihren Wurzeln, dem sperrigen ATDI Sound, umzugehen, vielleicht auch deshalb schüttelten sie ihn komplett ab. Heute haben Sparta nichts mehr mit ihrer Vergangengeit gemein, es ist eine neue eigenständige Band mit zwei Alben, kürzlich auf Tour in Deutschland. Wir sprachen mit Drummer Tony Hajjar...
Bumbanet: Ihr habt euer neues Album „Porcelaine“ genannt, für was steht dieser Titel?
Sparta: Wir haben diesen Titel gewählt, weil wir darüber nachgedacht haben, was das Album uns bedeutet. Das Album ist sehr zerbrechlich, gleichzeitig aber auch sehr schön, zumindest finden wir das. Ich denke das Wort „Porcelaine“ beschreibt alles, was das Album hat, und wir wollten einen einfachen, kurzen Namen. So ist auch das Artwork, damit man sich ganz auf die Musik konzentrieren kann.
Bumbanet: Inwiefern unterscheidet sich euer neues Album von „The Wiretap Scars“, war es Absicht einen neuen Weg einzuschlagen?
Sparta: Es war keine Absicht, ich denke es hat sich auf natürliche Weise einfach so ergeben. Nach „The Wiretap Scars“ haben wir 18 Monate getourt, so hatten wir Zeit zu einer richtigen Band zu reifen. Geschrieben haben wir das Album zu dritt, als dann Matt, unser Bassist, dazukam hatte er zwei Tage all die Songs zu lernen. Bei „Porcelaine“ waren wir schon eine richtige Einheit, die Chemie stimmte.
Bumbanet: Was würdest du denn als eure Haupteinflüsse beschreiben?
Sparta: Die Einflüsse sind eigentlich alles was wir hören und alles womit wir aufgewachsen sind. Jim und Matt sind mit Punkrock aufgewachsen, Paul mit Metal. Heute hören wir mehr unterschiedliche Musik, wir versuchen viel Electronic zu hören. Auch Jazz nimmt einen großen Stellenwert ein, es ist einfach ein Mix aus allem. Es ist wie ein Melting Pot, aus dem sich etwas Neues ergibt.
Bumbanet: Viele Leute vergleichen euch immer noch mit At The Drive-In, kommt ihr damit gut klar oder geht euch das auf die Nerven?
Sparta: Es geht uns auf die Nerven, denn es liegt schon lange zurück, es sind drei Jahre vergangen. Von der Einstellung her habe ich mit schon vor zwei Jahren von At The Drive-In entfernt, und ich war schließlich in der Band. Wenn ich mich davon wegbewegt habe sollte das auch jeder andere schaffen. Man kann nicht in der Vergangenheit verweilen, die Zukunft kommt und wir lieben das was wir jetzt machen.
Bumbanet: Würdet ihr denn mit The Mars Volta touren?
Sparta: Wahrscheinlich nicht, Musik ist Musik und ich denke das würde nicht passen. Das ist einfach die Sache.
Bumbanet: Was ist denn der Grund, dass du mit Sparta Musik machst? Geht es einfach um die Liebe zur Musik oder geht es um die Message?
Sparta: Ich denke es ist Beides. Die Wahl hätte ich, ich könnte aufhören in einer Band zu spielen, ich könnte die Sachen zuhause machen. Aber man trifft immer eine Wahl und wir haben die Wahl getroffen in einer Band zu spielen. Dieser Wahl liegt die Liebe zur Musik zugrunde, wir würden nicht weitermachen, wenn die nicht vorhanden wäre. Es ist wie eine Beziehung mit Höhen und Tiefen. Wir versuchen immer gute Musik zu machen, die beste Musik die wir machen können. Dabei gibt es keine Kompromisse.
Bumbanet: Wie wichtig sind denn die Konzerte für euch, würdest du euch als Live-Band bezeichnen?
Sparta: Mittlerweile würde ich uns als eine Mischung aus Beidem bezeichnen. Wir hatten Glück genug viele Alben machen zu können, wir fühlen uns wohl im Studio, das ist wie ein Zuhause. Aber auch live fühlen wir uns heimisch, es ist einfacher da zureicht zu kommen. Das Studio kann einengend und anstrengend sein, aber wir kommen da untereinander sehr gut zurecht und haben auch immer Produzenten gewählt, mit denen wir gut arbeiten konnten, wo auch die persönliche Ebene stimmte. Deshalb kann ich uns nicht klar in die eine oder andere Ecke einordnen.
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