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Interview: Redrama (1/2) News

Scandinavia comes! Nachdem Looptroop aus Schweden bereits ganz Europa rocken, macht sich der nächste Rapper auf, diesmal aus Finnland. Redrama spielte seine erste Tour hier als Support von Gang Starr, das sagt schon vieles, sein Debütalbum "Everyday Soundtrack" erschien direkt bei einem Major und enterte in seiner Heimat die Charts, und dabei macht er die Beats selber und spielt Gitarre. Redrama ist ohne Frage einer der talentiertesten Rapper aus Europa und hat eine große Zukunft vor sich, wir sprachen mit ihm in Köln...

Bumbanet: Wollen wir mal mit deinem Album anfangen, „Everyday Soundtrack“, in Finnland gibt es das ja schon seit längerer Zeit?

Redrama: Yeah, in Finnland kam das Mitte September heraus. Dort lief es auch schon sehr gut, die Single war für drei Wochen Nummer 1. In Dänemark wurde das Album auch schon releast.

Bumbanet: Wie würdest du deinen Style denn den Leute beschreiben, die dich noch nicht kennen?

Redrama: Ich würde sagen 50/50, gut die Hälfte ist consciousness Rap, ich beschäftige mich also viel mit Problemen, weniger politischen Themen, aber z.B. Rassismus. Die andere Hälfte ist dann mehr reiner HipHop Stuff, Battle und Wortspiele. Der Sound des Albums würde ich als meinen eigenen beschreiben, das ist natürlich ein Klischee, da jeder Musiker sagt, dass er seinen eignen Sound kreiert hat, aber ich arbeite schon sehr lange an meinen Beats und versuche immer, nicht zu stark nach den aktuellen Trends zu klingen. Mein Album klingt also nicht nach den Sachen, die momentan aus den Staaten kommen, sondern eher an die Welle von 1995/96. Ich höre auch eher die älteren Sachen, und mit diesen Sachen bin ich auch aufgewachsen, trotzdem mache ich jetzt nicht genau das gleiche, sondern einfach eine moderne Version davon.

Bumbanet: In deiner Biographie wird dein Sound als „european hiphop“ bezeichnet, für was steht das deiner Meinung nach?

Redrama: Auf der einen Seite ist meine Musik immer noch finnischer HipHop, weil ich aus Finnland bin, oder von mir aus auch skandinavischer HipHop, aber ich versuche immer, einen Sound zu machen, der sich über die Grenzen trägt, „making the sound as global as possible“. Ich mache also einen Sound, der auch bei jemandem ankommt, der nicht in Finnland lebt, der nicht zu strange klingt, egal ob man in Spanien oder sonst wo zuhört.

Bumbanet: Du hast angesprochen, dass sich deine Texte um bestimmte Probleme drehen, kannst du da etwas Spezielles nennen?

Redrama: Es geht z.B. um den american lifestyle, vielleicht ist es auch gar nicht amerikanisch, aber wir sind ja auch so brainwashed, das wir es nicht mehr merken. Das sind halt die Images, die in den Medien erzeugt werden, wie wir uns anzuziehen haben, wie wir uns zu verhalten haben, sei smart, sei sexy, sei reich, all dieser Scheiß. Man soll immer nur rennen, nie stehen bleiben und sich mit sich selbst beschäftigen, man bekommt vorgeschrieben, in welche Rolle man zu schlüpfen hat. Für mich bewegt sich die Welt viel zu schnell, man sollte etwas relaxen und sich darüber freuen, was man hat. Familie und solche Sachen.

Bumbanet: Würdest du denn sagen, dass sich in deinen Lyrics ein starker Bezug zu Finnland findet?

Redrama: Ja, auf jeden Fall. Viele Leute aus Finnland kamen nach dem Album an und sagten mir, dass sie sich mit vielen Dingen vom Album identifizieren könnten. Die meiste Zeit ist es in Finnland dunkel, meine Tracks sind zwar nicht depressiv, aber schon ein bisschen melancholisch. Trotzdem versuche ich auf dem Album aber auch immer in einer Sprache zu sprechen, die jeder versteht, man muss nicht Finne sein um die Inhalte nachvollziehen zu können, das meinte ich auch mit „european hiphop“.

Bumbanet: Hast du auf deinem Album alle Beats selbst produziert?

Redrama: Ich habe fast alle Beats selber produziert, genau genommen alle bis auf den ersten Track „Hang It Up“, der wurde von The Merchants produziert, das sind zwei Amis, deshalb haben wir den Track auch zusammen in New York gemacht. Und bei zwei weiteren Songs ist die Produktion von mir und meinem Mann Critical von MadCon, MadCon ist Teil der Alien Alliance. Im Grunde sind aber die ganzen Sachen von mir produziert.

Bumbanet: Steht denn für dich das Rappen oder das Producen an erster Stelle?

Redrama: Das ist schwer zu sagen, beides ist mir wichtig. Was mir am meisten Spaß macht, ist wenn die beiden Sachen zusammenkommen, wenn ich zu meiner Produktion rappe, das ist perfekt wenn beides harmoniert.

Bumbanet: Gibt es auch einen DJ an deiner Seite?

Redrama: Ja, es gibt zwei DJ's, die mich live begleiten, heute auf der Tour mit Gang Starr ist DJ Improvise aus Dänemark mit mir unterwegs, ansonsten ist es DJ Saber. Auf dem Album scratchen die nicht, ich hab ja auch kaum Scratches auf dem Album, ich glaub es sind nur 2.

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Autor:
Bumbanet
Photos:
Redrama.com, Bumbanet

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