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Interview: Rebel 1 (1/2) News

Schon in den frühen 80ern übte sich Rebel 1 im Sprühen und Breaken, demnach kann er zweifellos als Berliner Oldschooler durchgehen. Obwohl er bereits 1987 begann zu rappen, trat er erst in den letzten Jahren vermehrt als MC in Erscheinung. 2003 veröffentlichte er sowohl sein Solowerk „Rebellion“ als auch „Westberlin Kreuzberg 36“, ein Album, bei dem er sich das Mike mit Freaky Floe teilte. Derzeit arbeitet Rebel 1 vermehrt mit den Berliner Reggaemusikern Ganjaman und P.R. Kantate zusammen...

Bumbanet: Du warst im Laufe der Jahre immer wieder mit Bereich der Jugendarbeit tätig. Was hast du da für Erfahrungen gemacht, was konntest du für dich persönlich nutzen?

Rebel 1: Bei mir ist nicht mehr die Interesse da, mich an Jugendlichen abzuarbeiten. Ich ziehe meinen Hut vor Lehrern und Leuten, die gut vermitteln können und die Leute nicht runterreißen mit ihrer Kacke. Ich glaube an etwas Positives. Auch wenn ich selber battle und auch mal eine Breitseite austeile, habe ich sehr hohe Ideale und glaube an Sachen. Alles wird immer kränker, ich stehe trotzdem nach wie vor dazu, dass es um etwas Positives geht und das ist es wahrscheinlich, was ich von der Oldschool herübergerettet habe. So witzig ist das alles nicht, gerade bei der Jugendarbeit bin ich derbe angefrontet worden, hatte mit Kotzbrocken zu tun, wo ich dachte, warum gebe ich mich mit so welchen Schädeldecken ab? Warum mache ich diesen Job? Dann haben wir aber zum Beispiel wieder ein cooles Konzert organisiert und die Leute sind aufgetreten, haben da getanzt und dann kam wieder ein bisschen was zurück. Da merkte ich auch, je länger du die Stange gehalten hast, desto tiefer ging das Verhältnis mit den Jugendlichen. Dann hast du sie auch mal wirklich persönlich kennen gelernt, ansonsten kriegst du da eine Hülle von den Leuten präsentiert. Sie sind immer cool, reißen Sprüche, fronten dich an, verarschen dich. Wenn du siehst, das dieses Eis bricht, dann lernst du die Leute auch mal ein bisschen tiefer kennen und siehst den Menschen und hast auch etwas für dein eigenes Leben rausgezogen.

Bumbanet: Auf der „Westberlin Kreuzberg 36“-Scheibe greifst du DJ Tomekk an, mit dem du in den Anfangstagen des Berliner Radiosenders Kiss FM zusammen eine Sendung moderiert hast. Existieren da bei dir gewisse Neidgefühle, wenn du auf Tomekk rumhackst, während er gerade große kommerzielle Erfolge erlebt?

Rebel 1: Mit Tomekk war ich zu einem Zeitpunkt zusammen, wo er ein Niemand in der Stadt war. Er war ein DJ, der im Acud aufgelegt hat. Er hat mich dann angehauen, als er bei Kiss angefangen hat, Kabelradio zu machen. Über zwei, drei Monate waren wir da am arbeiten und ich habe ihn auch menschlich kennen gelernt. Menschlich ist er stark eine Nutte, würde ich sagen. Ich habe auch seine Skills als DJ kennen gelernt. Er war jemand, der alles kaputt gescracht hat. Der Höhepunkt war für mich dieses Stück „Ich lebe für HipHop“, wo ich dachte, das kann ja wohl nicht wahr sein. Tomekk ist jemand, der definitiv nicht für HipHop lebt, er lebt für seinen Geldbeutel, für sich, für sein Ego. Er ist ein guter Geschäftsmann, hat im Business Erfolg, aber rein menschlich möchte ich mit so jemanden nichts zu tun haben.

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Autor:
Paul Schlagk
Photos:
Rebel 1 und Freaky Floe

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