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Interview: Maylay Sparks (2/3) News

Bumbanet: Wie kam es, daß du nach Kopenhagen gezogen bist? Ich habe gelesen, daß es etwas mit einer Verletzung während des Roskilde-Festivals zu tun hatte.

Maylay Sparks: „Das stimmt grundsätzlich. Ich war mit The Roots und Dilated Peoples auf Tour. In Roskilde sprang ich wie ein Verrückter von der Bühne und brach mir das Bein. Deshalb mußte ich ein paar Wochen hierbleiben. Ich entschied mich dann, die ganze Szene in Skandinavien etwas kennenzulernen, weil ich zum ersten Mal dort war. Das hat mich sehr beeindruckt, besonders die Atmosphäre von Kristiania [liberaler Stadtteil von Kopenhagen, Anm.d.Red.]. Jeder macht etwas Kreatives, Künstlerisches, und die Leute sind sehr offen. Man kann hier sogar legal Weed rauchen. Mit der Zeit hat es sich entwickelt, daß ich jetzt hier eine Familie habe und schon ein paar Jahre hier lebe.“

Bumbanet: Welche Unterschiede gibt es zwischen der europäischen und der amerikanischen HipHop-Szene?

Maylay Sparks: „Die HipHop-Szene ist noch jünger hier. Man ist offener für neue Ideen und rennt nicht nur dem Geld hinterher. Hier herrscht fast noch das Gefühl, das wir in den USA Anfang der neunziger Jahre hatten. In den Staaten ist man an HipHop schon zu sehr gewöhnt, hier ist HipHop noch Rebellenmusik.“

Bumbanet: Du hast ja sowohl amerikanische als auch dänische Produzenten auf deinem Album.

Maylay Sparks: „Ich habe mit DJ Noize und den Prunes aus Kopenhagen zusammengearbeitet, die haben mehr so diesen rohen Real-Time-DJ-Style. Ich bin aus Philly, und das ist bekanntlich eine DJ-Stadt, deshalb mag ich diesen Sound. Die Tracks von Context oder DJ Jaz aus den Staaten sind rhythmischer, mehr der Boom-Bap-Style. Ich fliege oft nach Hause, und wenn ich dort bin, dann nehme ich so viel auf wie möglich und bringe das Zeug mit nach Europa.“

Bumbanet: Beabsichtigst du, eines Tages zurück in die Staaten zu gehen?

Maylay Sparks: „Ich gehe ja andauernd zurück in die Staaten, aber was du meinst, ist sicher, ob ich mich dort wieder niederlassen will. Ich denke nicht. Ich mag Europa sehr, und wie gesagt habe ich jetzt eine Familie hier. Ich will hier sein. Es gibt große Vorteile wie das Sozial- und Gesundheitssystem. Die Regierung kann den Leuten hier wirklich etwas bieten. In den extrem kapitalistischen USA steckt man als African-American fast immer in einer stressigen finanziellen Situation. Wenn man arbeiten und seine Ziele verfolgen will, ist Europa ein guter Platz dafür. Deshalb werde ich hierbleiben.“

Bumbanet: Ich habe gehört, daß du auch mit Joe Buhda aus London zusammengearbeitet hast. Warum ist davon nichts auf dem Album zu hören?

Maylay Sparks: „Weil dieser Typ mir einfach keine Aufnahmen zukommen läßt. Mann, ich versuche seit über einem Jahr mit diesen Leuten Kontakt aufzunehmen. Die Dinger sind nicht einmal in England herausgekommen, also ist es sehr schwierig, in den Besitz dieser Aufnahmen zu gelangen. Ich habe einfach keine Kopien der Tracks, und deshalb konnte ich sie auch nicht auf das Album nehmen. Sonst hätte ich das auf jeden Fall getan.“

Bumbanet: Was ist mit der Philly-Underground-Szene? Geht da noch etwas?

Maylay Sparks: „Ja, aber die Labels sind vorsichtig geworden. Als die ersten von uns damals Erfolg hatten, The High & Mighty, Mos Def und all diese Leute, sprangen eine Menge von anderen Typen auf, die das Etikett „Underground“ vor sich her trugen. Leider waren viele von denen wack, und deshalb wurde der Markt mit einem Haufen Bulls*** überflutet und gesättigt. Deshalb hören die Leute jetzt vielleicht lieber wieder kommerzielle Musik.“

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Autor:
Stephan Szillus / Classic Media
Photos:
Rapster

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