| Kevin Lyttle, der Mann der mit „Turn Me On“ die Welt eroberte. Damit tritt er in die Fußstapfen von Sean Paul, auch wenn der 27-jährige von der
Karibikinsel St. Vincent's weniger im Dancehall und mehr Soca zuhause ist. Im Prinzip vermischt sein Debüt-Album aber alle Style von Carribean Soca, HipHop, R'n'B und Dancehall. Jetzt gibt er die Chance in näher kennenzulernen und erzählt in 21 Statements über sich und seine Musik...
1. Intro
Ich versuche Songs zu schreiben, die einfach Jeden erreichen. Songs mit einer echten Geschichte dahinter. Denn die Leute können sich sicher eher mit etwas identifizieren, was ihnen selbst passiert ist.
2. Verantwortung
Ich habe (in „Turn Me On“) grundsätzlich eine „visuelle“ Geschichte erzählt, zu der man sich selbst das Bild im Kopf macht. Was auch immer man dabei annimmt, ist einem selbst überlassen. Ich habe es lieber der Einbildungskraft überlassen, als es rauh und vulgär auszusprechen. Ich denke, dass Künstler generell eine ernsthafte Verantwortung haben. Im Moment bin ich der populärste Künstler meines Landes. Und die Leute erzählen mir, dass ich sogar populärer als mein Premierminister wäre. Als Künstler so eine Verantwortung zu haben, populärer als der Premierminister zu sein, das halten viele einfach für selbstverständlich. Aber all das, selbst so bekannt zu sein, die Tatsache, dass so viele Menschen dich und deine Kunst kennen, ist eine wichtige und große Sache. Und man muss vorsichtig sein, wie man sich dabei repräsentiert. Man kann diesen Punkt gar nicht überbewerten, wie populär ein Künstler sein kann und wieviel Einfluß er damit weltweit in der gesamten Gesellschaft haben kann. Was man in seiner Musik sagt und wie man sich auf der Bühne oder im Video verhält, während man auftritt und performt, das sehen Kids und imitieren es dann, weil sie genau so sein wollen. Deshalb muss man vorsichtig damit sein, was man macht. Ich bin deshalb auch überhaupt kein Freund von Vulgarität und Gewalt (in Musik). Ich mag Positivität. Ich möchte nicht so gerne über Pistolen reden und darüber, wie ich einen niederschieße,- schlage oder boxe. Denn, wie ich schon sagte, das hören nachher Leute auf der ganzen Welt. Viele Künstler bekommen Probleme, weil ihre Musik andere angeblich zu allen möglichen Sachen anstiftet. In Amerika sagen sie von einem Künstler, dass seine Musik diese Kinder angestiftet hätte, in ihre Schule zu gehen und etliche von ihren Schulkameraden zu töten. Ich würde nie wollen, dass das Jemand über meine Musik sagt. (Musik) ist mein Baby, mein Lebensinhalt, das, was ich repräsentiere und tue, woher ich komme. Man kann das nicht selbstsüchtig betreiben, sondern muss dabei immer auch an den Gesamtzusammenhang und die Leute um einen herum denken, die man damit beeinflußt. Das ist einfach so. Also muss man sehr positiv sein und sicherstellen, das richtige zu tun.
3. Turning them on
Das passiert mir so oft, und zwar schon seit zweieinhalb Jahren, dass Leute in Kanada, in Amerika oder in der Karibik zu mir kommen und sagen: „Wir haben uns wegen dieses Songs kennengelernt“. Oder: „Wir haben deswegen geheiratet“. „Wir haben bei der Hochzeit zu diesem Song getanzt“. „Wir hatten zum ersten Mal Sex, als dieser Song lief“. Es ist eine gute Sache. Ich sage es ja immer wieder: Sex ist nicht schlechtes. Man muss offen damit umgehen. Ansonsten verknotet sich alles im Kopf. Man muss den Stress herauslassen.
4. Anatomie
Wenn ein Mann in Stimmung ist und einfach den Fernseher anmachen kann und da einen Haufen nackter Mädchen sehen kann, kann das schon zu einer großen Erleichterung führen. Das ist einfach die Realität, weißt Du? Die menschliche Rasse ist eine sehr, sehr schöne Sache. Das muss man zu schätzen wissen. Und hier drüben weiß man die menschliche, physische Anatomie und die Schönheit der menschlichen Rasse sehr zu schätzen. Das gefällt mir. Aber zurück zum Thema: Ich versuche mit meiner Musik im besten Sinne offen zu sein, aber dabei nicht negativ zu werden. Denn dafür haben wir Musik. Wenn man Musik nicht zum Guten benutzt, wird man damit nicht lange Erfolg haben.
5. Sex in Europa
Wenn (Kinder, trotz Verbots) einen Weg suchen, und dann in einer Situation sind, in der sie vielleicht erwischt werden könnten, werden sie nervös und können sich nicht vernünftig konzentrieren. Dabei kann es passieren, dass sie aus Versehen ein Baby machen. Weil sie sich eben nicht konzentriert haben und rechtzeitig das herausgenommen haben, was sie herein getan hatten, bevor das, was sie herein getan hatten etwas Bleibendes hinterlässt. Verstehen Sie, was ich sage? Ich liebe Europa wirklich. Das (die offene Einstellung zur Sexualität) ist nur einer der guten Gründe dafür.
6. Publikumsreaktion
Ich hatte schon seltsame Erlebnisse mit meinem (weiblichen) Publikum, zumindest von meinem kulturellen Standpunkt aus. Aber die Ladies stehen einfach auf meinen Gesangsstil, auch weil es den im Soca nicht so oft gibt. Das habe ich beigetragen und das unterscheidet mich auch von allen anderen. Selbst meine Managerin, die eigentlich längst nicht mehr im Geschäft war, hat deswegen wieder zu arbeiten angefangen, weil sie so davon überzeugt war, wie besonders ich als Künstler bin.
7. Ladies
Wenn es um die Ladies geht: die lieben alles, was ich mache. Sie hören mich und fangen an zu schreien und sich sehr besonders aufzuführen. Ich hatte da einige Erfahrungen, die man nur schwer in Worte fassen kann. In einigen Ländern haben die Girls bei meinen Auftritten schon sehr vulgäre Sachen gemacht. Ich meine, es ist doch nur Musik. Aber Musik macht die seltsamsten Sachen mit manchen Leuten.
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