| Als der Klan galten sie um die Jahrtausendwende herum in der boomenden deutschen HipHop Szene als die heißesten Newcomer, ihr Album "Flashpunks" definierte harten deutschen Rap. "Hart aber Herzlich" kommen sie jetzt etliche Jahre später zurück, Italo Reno und Germany, Lord Scan haben sie zurückgelassen. Es ist ein neuer Style den die Beiden bringen, nichts für die harten Klan Fans, aber die Zeit haben sich ja auch geändert...
Bumbanet: Mit eurem Album seid ihr auf Platz 62 der Charts gelandet, hattet ihr selber bestimmte Erwartungen an den Erfolg?
Italo Reno & Germany: Man erhofft sich natürlich immer etwas, aber es war nicht so, dass wir gesagt haben wir wollen in die Top 10 gehen. Wir sind auf jeden Fall alle mit Platz 62 zufrieden, es ist cool dass wir überhaupt in die Charts gegangen sind. Das ist schon etwas Positives, vor allem wenn man vorher noch nie in den Charts war, ein Erfolgserlebnis ist das auf jeden Fall.
Bumbanet: Ihr habt euer Album „Hart Aber Herzlich“ genannt, kann man daraus schließen damals mit dem Klan war es nur hart und jetzt ist es auch herzlich geworden?
Italo Reno & Germany: Nein, mit der Klan Zeit hat das eigentlich nichts zu tun. Der Titel spiegelt einfach das Album wieder, eben wie die Faust aufs Auge. Es sind harte Tracks drauf wie „Bitch!“ oder „10 hoch 2“, aber dann ist da auch die herzliche Seite wie „Nur du“.
Bumbanet: Würdet ihr so jetzt auch euren neuen Stil nennen?
Italo Reno & Germany: Es ist immer schwierig sich einem bestimmten Stil unterzuordnen. Man verarbeitet in seiner Musik Erfahrungen, und die repräsentieren immer einen bestimmten Lebensabschnitt. Daher kann es auch sein, dass wenn in zwei Jahren das neue Album kommt, wir etwas ganz anderes machen. Kann sein dass dann wieder härtere oder ganz smoothe Sachen kommen. Deshalb lasse ich mich da nicht gerne in eine Stilschublade stecken.
Bumbanet: Ihr habt einige Features auf dem Album, Leute wie Curse und Olli Banjo kennt man auch aus eurem Umfeld. Habt ihr euch auch gezielt Leute gesucht, mit denen ihr etwas für das Album machen wolltet?
Italo Reno & Germany: Der Einzige den wir vorher nicht kannten war der Joachim Deutschland, wir sind sehr froh dass wir ihn kennen gelernt haben und dass es zu dem Song gekommen ist. Es war eine sehr gute Erfahrung, er ist ein super cooler Mensch und wir würden in Zukunft vielleicht auch gerne noch mehr mit ihm machen. Aber es stimmt schon dass die meisten Leute aus unserem Umfeld kamen und wir auch schon vorher mit ihnen zusammengearbeitet hatten.
Bumbanet: Habt ihr auf eurem Album auch selber Lieblingstracks oder kann man das bei einem eigenen Album gar nicht sagen, findet man da alles gleichwertig?
Italo Reno & Germany: Eigentlich nicht, denn jeder Song spiegelt ja auch eine eigene Stimmung wieder. Je nach Verfassung in der man ist hört man sich dann einen bestimmten Song an, wenn man nachdenklich ist, ist z.B. „Nur du“ dran. Das Album ist halt ein Ganzes, es ist schwierig da etwas herauszupicken.
Bumbanet: Eure Klan Zeit und euer Album „Flashpunks“ liegt schon lange zurück, da geht es euch ähnlich wie anderen Gruppen vom Put da needle Label, könnt ihr noch mal zusammenfassen warum es jetzt vier Jahre gedauert hat bis es weiterging?
Italo Reno & Germany: Gut, wir haben in der ganzen Zeit nichts Eigenes herausgebracht, aber wir haben in der ganzen Zeit auch nicht geschlafen. Wir waren immer vor Ort wenn etwas war, haben gelernt und Erfahrungen gesammelt. In dieser Zeit haben wir viele Dinge in unserem Leben gesehen und erlebt, Sachen die sich jetzt in unserer Musik widerspiegeln. Wir haben konstant gearbeitet, aber man musste natürlich auch erst mal ein Label finden, dies und jenes. Natürlich hatten wir auch mal Phasen wo wir auf entspannt und ruhig gemacht haben, aber im Prinzip waren wir immer konstant an der Sache dran. Es war auch ein Reifeprozess zwischen dem Klan und unserer Musik heute. Wir hätten schon vorher durchaus Material gehabt um ein Album zu releasen, vielleicht wäre es auch finanziell möglich gewesen das herauszubringen. Das wäre aber nicht der richtige Zeitpunkt gewesen, wir waren selber nicht an dem Punkt. Jetzt haben wir sehr viel und auch lange an dem Album gearbeitet, teilweise sind Tracks drauf, die zwei Jahre oder noch älter sind. Trotzdem sind diese Dinger noch heute ein Reißer, aber damals wäre dafür nicht die richtige Zeit gewesen. Unser Reifeprozess hat dreieinhalb Jahre gedauert, jetzt ist unser Album gereift und fertig, und dann kann man es auch releasen.
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