| Was fragt man eine Band, die 13 Alben und 24 Jahre hinter sich hat, in 10 Minuten? Nun, Hetson, der „Kleine“ in der Band, hat auch mehr zu berichten, als es weitläufig bekannt ist. Seine Stationen waren Circle Jerks und Redd Kross, und 1997 machte er es Gurewitz nach. Zusammen mit Steve Kravac, renommierter Musik-Producer aus Hollywood, gründete er Porterhouse Records. Bekannt geworden ist das Label bis heute nicht in der breiten Masse, und auch in Interviews scheint Hetson die Promo-Trommel nicht sonderlich rühren zu wollen, kommerziell ist es längst nicht so ausgerichtet wie Epitaph, bekannt geworden ist es aber für seine besonderen Bands. So ist auch das neueste Output, „Companions to Devils and Saints“ von Outlie, nicht eins, über das man alle Tage stolpert. Alte Mitglieder von Good Riddance und Downset treffen hier zusammen, Hetson wird wissen warum er sie gesignt hat, auch wenn er es nicht sagt.
Die 10 Minuten laufen. Er redet über dies und jenes. Dass die Amerikaner sich keine Gedanken machen, solange sie 150 TV Channels und ihre 3-Dollar Menüs bei Mc'Donalds bekommen. Dass jeder Präsident besser als Bush sein wird und John Kerry möglicherweise auch. Dass die Band immer mit den Texten von Greg Graffin einverstanden ist, auch wenn er sie ihnen manchmal erst erklären musste. Und wenn er dann sagt, dass es der amerikanischen Wirtschaft schlecht geht, tausende jährlich ihren Job verlieren, dann klingt das nicht so, als ob er Angst um seinen hätte. Man hätte ihn fragen können, ob er reich ist, ob er auch solche fetten Häuser mit 50 Meter Pool hat, wie sie immer bei MTV gezeigt werden. Manchmal ist es aber auch besser, wenn man solche Fragen nicht stellt, erst Recht nicht in einer solchen Atmosphäre wie in der Grugahalle. Man sitzt aber auch keinem Popstar sondern einem Punkrocker gegenüber. Also laufen die 10 Minuten weiter, die Politik jedoch nicht. Hetson findet die politische Situation heute genauso schwierig wie in den 80ern als die Band angefangen hat, und das beängstigt ihn. Die Dinge laufen mal besser und mal schlechter. Ein Stück Lebenserfahrung also. Über sein Leben scheint er sich aber nicht so viele Gedanken zu machen. Ziele hat er nicht wirklich, gute Songs schreiben, eine gute Show abliefern, schließlich ist es ja sein Hobby, dass hier zum Beruf geworden ist. Neben dem Beruf macht er aber auch nicht mehr Aufsehen um sich, das obligatorische TV und Mc'Donalds reichen. Nun die Minuten laufen weiter und so richtig kommen wir auf dieser Schiene nicht weiter, aber wo wir schon mal soweit sind, muss natürlich erwähnt werden, dass Greg Hetson auch Vater ist. Seitdem muss er sich schon mehr Gedanken um seine Zeit machen, wohin und wie lange er reist, die Kids müssen zur Schule. Aber jeder versteht die Situation, es funktioniert.
Die 10 Minuten sind noch nicht am Ende. Aber machen wir hier jetzt mal Schluss. Es kommt noch was zum neuen Album, zum typischen Bad Religion Sound... Am Ende sind wir trotzdem nicht schlauer. Aber wen interessiert es auch? Hören wollen alle nur die alten Hits, und wissen, was nach „The Empire Stikes First“ kommt. Wissen tut das auch Hetson nicht, sondern nur die Zukunft. Die Geschichte geht also weiter.
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