| Er
ist der smarte Shooting Star und schüchterne Wonder Boy der
Dancehall Scene. Dabei ist er aber schon seit 15 Jahren aktiv und
hat schon mit Größen wie Buju Banton, King Tubby, Shaggy
und Foxy Brown gearbeitet. Mit "No Letting Go" rockte
er weltweit die Charts, jetzt folgte das Album "No Holding
Back". Was denkt unser Liebling so? Hier folgen seine Statements...
Jamaica
Ich denke, wir schauen einfach zu unseren Superstars wie Bob Marley
oder Shabba auf und alle wollen da hin, wollen diesen Erfolg. Es
ist Teil der Kultur. Es gibt ein Sprichwort in Jamaika, das besagt:
Wir mögen eine kleine Nation sein, aber dafür ist unser
Ego um so größer.
Vibe
Ich denke, es ist ein Vibe. Wenn ich zum Beispiel einen Track im
Kopf habe, dann lade ich einfach die Songs (in meinen Computer)
ein, rufe meinen Kumpel Lanky an, der dann immer eine Idee dazu
hat. Wenn man vorher schon die Musik hat, ist es einfacher, weil
dann gleich alles zusammen kommt und stimmt.
Songwriting
Es kommt immer drauf an: Manchmal bekomme ich ein Instrumental
und schreibe dazu den Song, manchmal gehe ich einfach nur ins Studio
und baue den Song von Grund auf neu zusammen.
NY-Jamaica
Ich habe das Album in New York und in Jamaika aufgenommen, hauptsächlich
um beide Energien einzufangen. Ich sage anderen Künstlern immer
wieder, die mir erzählen, dass sie in New York zum Beispiel
keine Songs schreiben können, dass es alles eine mentale Sache
ist. Songwriting geht im Kopf ab. Wenn ich jetzt meine Augen schließe,
kann ich sofort am Ozean auf Jamaika sein oder mich daran erinnern,
als ich in Deutschland war. Es ist eine reine Kopf-Sache, man muss
sich nur in die richtige Stimmung versetzen, und dann sein Ding
machen. Man darf nur nicht denken: „Oh, das kann ich nicht!“
Ich selbst schreibe meine besten Songs auf Tour. Natürlich
nehme ich sie nachher auf Jamaika auf, um den Vibe zu bekommen,
aber schreiben tue ich die meisten auf Tour.
Everything Is Music
Alles ist Musik. Wir sitzen hier und entspannen uns. (Da könnte
man draus machen:) „Ich war in einem Hotelzimmer, als sie
plötzlich hereinkam.“ Weißt Du, das ist ein Song!
Und dann könnte man etwas über ihren Gang oder ihre Figur,
dieses elegante Etwas sagen- es ist alles Musik!
Traumfrau
Ich mag keine Mädchen, die zu heftig rangehen. Mein Vater
meinte immer schon, dass das Ärger geben kann. Man muss sich
erarbeiten, was man will. Wenn es zu leicht geht, stimmt etwas nicht.
Ich liebe es, dafür zu arbeiten. Lass mich neugierig sein,
lass mich herausfinden wollen, was in dir steckt. So bin ich.
Videogirl
Es ist schon lustig, dass viele Leute zu mir kommen und mich fragen,
ob das Mädchen aus dem Video wirklich meine Freundin ist. Ich
sage dann: „Meine schauspielerischen Fähigkeiten scheinen
besser geworden zu sein, wenn man mir das wirklich abnimmt!“
Das war nur meine Freundin für den einen Tag, an dem wir das
Video gedreht haben.
Video
Wir wollten das Video ruhig und entspannt halten. Ich sehe viele
Videos in denen es nur um „Bling!“ geht. In meinen Videos
wird es immer den Strand und das Wasser und die Bäume zu sehen
geben- immer. Es muss immer erfrischend sein. Man soll es sehen
und sofort in den Urlaub fahren wollen, auf eine Insel. Ja, das
ist der Vibe.
„No Letting Go“ (1)
Ich habe „No Letting Go“ über ein Mädchen
geschrieben. Meine Ehefrau. Sie hat immer gesagt, ich solle doch
mal einen Song für sie schreiben. Ich habe früher oft
schon Mädchennamen in meinen Songs erwähnt: Keisha oder
auch Sasha. Ich meinte: „Ich werde jetzt einen Song für
dich schreiben. Ich werde zwar nicht deinen Namen erwähnen,
aber er ist garantiert für dich.“ Es passierte einfach
so, dass Lanky mir diesen Track schickte und ich am Keyboard saß
und mir meine Gedanken dazu machte, als sie herunter zu mir kam,
um mir etwas zu bringen. Da kam mir der Text in den Kopf: „Got
somebody, she is a beauty, very special, really and truly. Takes
good care of me.“ Denn sie hatte mir gerade Frühstück
gebracht. Der Text kam einfach so - und es ging immer weiter. Sobald
man mal den ersten kreativen Funken entfacht, ist es wie ein Feuer.
Man braucht nur die erste Zeile und dann kommt alles andere wie
von selbst. Aber ich konnte irgendwann nicht noch mehr schreiben,
weil ich es nicht übertreiben wollte- der Song war schon 3:40
lang.
Ehefrau
Ich bin schon mein ganzes Leben mit ihr zusammen. So lange ich
eine Karriere habe, bin ich mit ihr zusammen. Sie hat mein erstes
Kind zur Welt gebracht. Sie ist eine besondere Frau.
Kind(er)
Ich habe bisher nur ein Kind. (Eine Tochter) Aber ich trinke meine
Sassaparel- und Cheney Wurzel-Säfte, mein Medina, damit mein
Name weiterleben wird. Ich muss einen Sohn bekommen.
Religion
Als ich klein war, ging meine Mutter immer mit mir zur Kirche.
Gott war also immer schon ein Teil meines täglichen Lebens.
Wenn wir auch nur sehr wenig hatten, lehrte meine Mutter uns, dankbar
dafür zu sein. Ich habe meinen Hut nie so hoch gehängt,
dass ich nicht mehr herankam, oder Dinge übertrieben, mich
als Jemand dargestellt, der ich nicht bin. Meine Erziehung hat mich
zu dem gemacht, der ich bin, denn ich habe gelernt auch Weniges
zu würdigen. Gott ist ein großer Teil dessen.
Kategorien
Ich habe einfach immer unterschiedliche Ideen. Ich möchte
nicht, dass die Leute mich in eine bestimmte Kategorie packen. In
Jamaika meinten sie, ich wäre ein „Lovers Rock Sänger“.
Aber ich konnte auch das Tempo anziehen. Darum geht es: Musik ist
Tempo. Man kann R&B oder Soul singen und es etwas schneller
machen und schon ist es zum tanzen. Viele Leute verstehen das nicht,
aber wenn es um Musik geht, hat das Tempo viel damit zu tun, wie
und was man schreibt. Denn man muss seine Worte und seine Melodien
dem Tempo anpassen. Hat man einen langsameren Song, kommt man vielleicht
mit wenigen Worten aus. Dann kann man wie Gregory Isaac schreiben,
der mit 2 Worten auf 4 Takte auskommt. Ich weiß zwar nicht,
wie er das macht, aber er schafft es. Bei einem schnelleren Song
kann man vielleicht 16 Takte mit extrem viel Inhalt vollpacken.
Idole
Michael Jackson hat mich damals verrückt gemacht, wie alle
anderen Kinder auch. Ich hörte aber auch die Kassetten keiner
Mutter: Otis Redding, Al Green, Mahalia Jackson. Das lief einfach
bei uns zu hause. Dann ging es weiter mit einer berühmten jamaikanischen
Combo namens „The Heptones“, oder auch Alton Ellis und
natürlich alles von Bob Marley. Alles von Ska an. Ich habe
gleichzeitig meine Recherche betrieben. Außerdem bin ich in
Rae Town aufgewachsen, wo es Samstagabends immer „Oldies Session“
gab, bei denen ich also immer automatisch die alten Hits gehört
habe und dadurch lernte, wo die Musik herkommt. Die gehen so weit
zurück, dass man immer schon aus der Ferne das Vinylkratzen
der Singles hört. Aber es gab da diese gewisse Energie, die
mich angezogen hat.
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