| So
langsam werden sie größer und größer, mit
ihrem neuesten Album "On a wire" sind die fünf Get
Up Kids auf ihrem bisherigen Höhepunkt angelangt. Wir unterhielten
uns mit Keyboarder James Dewee bei ihrem Konzert im Januar 2003
darüber...
Bumbanet: Was kannst Du so weit über diese Tour sagen?
Get Up Kids: Bis jetzt? Ich hab noch nicht richtig das Gefühl hier
zu sein. Wir waren gerade im August hier - das ist ja noch nicht
so lang her. Jedenfalls ist es diesmal viel Kälter.
Bumbanet: Kälter als in Kansas?
Get Up Kids: Ja, in Kansas wird’s schon kalt; aber erst im März
- und dann nur für eine Woche. Jetzt kann ich endlich meine
ganzen Pullis ausprobieren.
Bumbanet: Wann geht’s zurück nach Kansas?
Get Up Kids: Ich glaub am 20. Januar. Ich weiß noch nicht mal wo
genau wir überall in Deutschland spielen. Nachdem wir aus dem
Flugzeug aussteigen kümmert sich unser Manager um alles. Wenn
er „Ok folks, we´re going“ sagt, laufen wir einfach
hinterher.
Bumbanet: Habt Ihr euch die deutschen Städte vorher
schon mal richtig anschauen können?
Get Up Kids: Ja, das letzte mal als wir in Köln waren, sind wir
bei so’nem Typen geblieben, der uns die ganze Zeit rumgeführt
hat. Am Dom waren wir natürlich und haben dann alle Plattenläden
durchkämmt.
Bumbanet: Ihr seit in Lawrence / Kansas aufgewachsen. Glaubst
Du, dass die Gegend in der jemand aufwächst seine Weltansicht,
seine Gefühlswelt und dementsprechend den Musikgeschmack beeinflusst?
Get Up Kids: Ja, wobei Dich besonders auch die Orte beeinflussen, die
du danach siehst. Wären wir z.B. damals nicht bei dem Bekannten
aus Köln geblieben, den ich eben erwähnt hab, hätte
ich nie die Platte von „dieser Hamburger Band“ FETTES
BROT gehört . Als ich die zu Hause vorgespielt hab, haben alle
gefragt, seit wann Deutsche denn auch HipHop machen. Die konnten
das gar nicht glauben. (James ist nebenbei DJ). Aber es gibt nichts
vergleichbares wie wenn man 6 Monate unterwegs war und dann wieder
nach Hause kommt und an die Haustür klopft. Selbst das ist
immer wieder ein schönes Ereignis.
Bumbanet: Wie war das an einem Ort wie Lawrence aufzuwachsen.
Als Jugendlicher sehnt man sich doch nach aufregenderen Orten. Selbst
Großstadtkinder langweilen sich oft und wünschen sich
interessantere Orte. Wie war das bei euch? Ihr seid ja auch da wohnen
geblieben.
Get Up Kids: Ja, also Kansas ist schon ziemlich langweilig. Wenn man
aufwächst ist es schon anders als wenn man Erwachsen ist. Heute
sind wie so lange unterwegs und sind auch oft in New York. New York
ist überwältigend, doch wenn man dann zurück in Kansas
City ist, gibt’s nicht zu tun; außer den ganzen Tag
fernzusehen oder abends irgendwo essen oder in ne Bar zu gehen wo
es nicht überfüllt. Anstatt die Auswahl zwischen hundert
Orten zu haben sind es da nur zwei. Das genieße ich.
Außerdem ist es sehr viel billiger in Kansas zu wohnen als
in New York.
Bumbanet: Ihr müsstet doch genug verdienen um euch
darüber keine Sorgen machen zu müssen.
Get Up Kids: Eine schmerzliche Sachen, die ich mit der Zeit lernen musste
ist, dass alle an Deinem Erfolg verdienen, nur Du selbst nicht.
Ich bin zwar älter geworden, doch anscheinend bin ich noch
nicht verantwortungsvoll genug. Mir wurde in letzter Zeit sogar
mal der Strom abgestellt, weil ich vergessen hatte die Rechnung
zu bezahlen. Normalerweise hast Du ja immer einen Manager der solch
lästige Aufgaben erledigt.
Bumbanet: Bleibt das Touren an sich eigentlich immer interessant.
Ich kann mir vorstellen, dass es ziemlich überwältigend
war als Teenager zum ersten Mal aus dem kleinen Nest rauszukomen
und die große weite Welt kennenzulernen.
Get Up Kids: Es wird natürlich nie so aufregend wie das erste Mal.
Ich kann mich daran erinnern als ich zum allerersten Mal nach Europa
kam. Ich hatte deutsch in der High School und dann war ich tatsächlich
in Deutschland und konnte mit den Leuten reden. Das war so super.
|