| Nachdem
sich die vier smarten Kanadier mit "All Killer No Filler"
erstmal als softe Punkpop Ausgabe in die Charts schoßen, machten
sie jetzt ernst. Das neue Album ist purer Punkrock und strotzt nur
so vor Metal Riffs. Ein Image bleibt aber ein Image, und so strömten
bei ihrer Deutschland Tour vornehmlich Girls & Boys im Alter
ab 12 in die ausverkauften Konzerthallen, in Begleitung der Eltern
versteht sich. Davon will die Band aber nichts wissen wie unser
Interview verrät...
Bumbanet: Euer neues Album heißt “Does this
look infected?”. Was sieht denn so „infected“
aus?
Sum41: Meine Hände sehen immer infected aus, aber jetzt im
Moment – der Krieg ist infected, George Bush ist infected…
Ne Quatsch, der ist unglaublich super.
Bumbanet: Das neue Material klingt erwachsener und komplexer,
was hat sich in der Zwischenzeit bei euch geändert?
Sum41: Wir wollten nicht einfach ein härteres Album machen.
Ich denke der Grund, warum das neue Album komplexer und besser ist,
kommt daher, dass wir einfach gereift und bessere Songwriter geworden
sind. Das erste Album „All Killer No Filler“ war eher
vorhersehbar. Wir sind halt einfach bessere Musiker geworden, das
ist der Hauptgrund für die Veränderung.
Bumbanet: Gibt es denn etwas spezielles das ihr verändern
wolltet?
Sum41: Wir wollten weniger Pop machen, ganz einfach nur noch Punk.
Deshalb haben wir härtere Gitarren-Riffs und härteres
Drumming eingebaut. Wir haben gelernt wie man das macht.
Bumbanet: Gibt es jemanden mit dem ihr in Zukunft gerne
arbeiten oder auftreten würdet?
Sum41: Iron Maiden auf jeden Fall. Aber ich würde jetzt auch
nicht sterben um mit denen zusammen spielen zu können, das
wäre einfach nur eine schöne Sache. Wir mögen Kollaborationen
eh nicht so sehr. Da würden vielleicht auch die Foo Fighters
besser zu uns passen, die doch einen Style spielen, der uns ähnlicher
ist. Elton John macht ja auch ganz andere Musik als wir. Ich würde
mit jedem was machen, ich habe da keine Angst vor, aber es interessiert
mich auch nicht wirklich. Interessant wäre eine Compilation
mit anderen Bands zusammen.
Bumbanet: Könntet ihr euch denn auch vorstellen eines
Tages ganz andere Musik zu machen?
Sum41: Wir geben allem eine Chance. Ich meine dass neue Album ist
so hart, dass es bestimmt einige alte Fans nicht mehr mögen.
Genauso wie uns jetzt einige Leute erst seit dem neuen Album mögen.
Aber es gibt jetzt keinen bestimmten Plan, dass wir uns in eine
bestimmte Richtung entwickeln wollen.
Bumbanet: Was hört ihr selber denn zurzeit für
Musik?
Sum41: Nichts Neues. Es gibt bestimmt viele Bands, die coole neue
Sachen herausbringen, aber ich interessiere mich nicht dafür.
Was ich zurzeit höre sind Radiohead und die Cramps.
Bumbanet: Was beeinflusst euch denn neben der Musik?
Sum41: Ich glaube nicht, dass die ganzen Dinge, an denen ich neben
der Musik interessiert bin, mich wirklich beeinflussen oder unsere
Band. Aber ich schreibe ja auch nicht die Songs. Ich kann nicht
sagen, dass weil ich ein bestimmtes Buch gelesen haben wir diesen
und jenen Song haben. Unsere Songs handeln vom täglichen Leben,
Sachen die jeden Tag passieren können.
Bumbanet: Was haltet ihr denn von eurem Image, dass ihr
immer noch als Teenie Band geltet?
Sum41: Was sind denn Teenies für dich?
Bumbanet: Z.B. die ganzen 14-15 jährigen Girls heute
abend.
Sum41: Unsere Fans sind nicht mehr unbedingt alle in diesem Alter.
Da hat sich doch auch einiges durch das neue Album verändert.
Guck dir doch die Crowd heute abend an! Die werden alle so 15-21
sein. Als wir in München gespielt haben, sah ich Leute die
älter als ich waren, ich bin 22. Beim letzten Album stimmte
das sicherlich, aber jetzt hat sich alles geändert.
[Anmerkung der Redaktion: Wenn man die begleitenden Eltern mitzählt
kommt man sicherlich auf diesen Altersschnitt.]
Bumbanet: Ihr wollt also auch nichts mit diesem Image zu
tun haben?
Sum41: Wir versuchen nicht dieses Image zu haben, und ich denke
auch nicht dass wir es haben. Mir ist das egal, wenn wir 13jährige
Fans haben, aber Teenie Band klingt so, als ob wir nur versuchen
würden Platten zu verkaufen. Ich persönlich hätte
lieber 26jährige als 13jährige auf meinen Konzerten. Aber
grundsätzlich freue ich mich über jeden, der unsere Musik
mag, und es ist auch gut da eine Mischung im Alter zu haben.
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