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1997 haben sich Poison The Well aus Florida zu einer der ausdrucksstärksten
Hardcore Bands entwickelt, und spätestens seit ihrem Gang zum
Major und dem Album "You Come Before You" sind sie kein
Geheimtipp mehr. Bei ihrer Deutschland Tour trafen wir vor dem Konzert
in Köln auf Gitarrist Ryan, der aber scheinbar gar nicht an
einem Interview interessiert war und nicht viel zu sagen hatte...
Bumbanet: Euer neues Album „You Come Before You“
geht in eine andere Richtung, was hat sich geändert bei euch?
Poison The Well: Die Absicht dahinter ist immer noch dieselbe.
Unsere Musik ist immer noch sehr aggressiv und gleichzeitig sehr
melodisch. Wir haben diesmal aber nicht so viel Wert auf heavy breakdown
parts oder ähnliches gelegt. Insgesamt sind wir noch eine harte
Band, aber das wollten wir nicht mehr unbedingt so klar demonstrieren.
„You Come Before You“ ist auf jeden Fall mein Lieblingsalbum,
das Beste das wir jemals gemacht haben.
Bumbanet: Einen Teil des Albums habt ihr in Schweden aufgenommen,
wie kam es dazu?
Poison The Well: Das kam durch Pelle Henricsson und Eskil Lovstrom,
die unser Album produziert haben. Die Beiden sind aus Schweden und
wir sind dann in ihr Studio gegangen.
Bumbanet: Wieso habt ihr denn die Beiden als Produzenten
ausgesucht?
Poison The Well: Wir dachten einfach dass die den richtigen Stil
für uns haben. Die produzieren nicht Sachen nicht über,
ihr Sound klingt sehr natürlich. Trotzdem arbeiten sie mit
der neuesten Technik, sie kennen sich also aus.
Bumbanet: War es denn eine andere Situation das Album in
Schweden aufzunehmen?
Poison The Well: Nein, es war einfach nur ein anderer Ort. Ein
Ort ist wie der andere, es ist alles das Gleiche.
Bumbanet: Ihr hattet jetzt wahrscheinlich auch mehr Geld
für die Produktion zur Verfügung, hat das die Arbeit und
den Sound auch beeinflusst?
Poison The Well: Ja, wir hatten auf jeden Fall mehr Geld und daher
klingt der Sound auch viel besser. Das ist der Fall.
Bumbanet: Was hört ihr selber denn für Musik?
Poison The Well: Hardcore aus den 80ern höre ich sehr gerne,
die Bad Brains zum Beispiel. Ansonsten mag ich Black Sabbath, das
waren so ungefähr meine Favoriten.
Bumbanet: Seht ihr euch eigentlich selber als Hardcore
Band?
Poison The Well: Insofern man die Art und Weise nimmt, in der wir
in der Band leben: ja. Wir sind auf jeden Fall eine Punkrock, Hardcore
Band. Unsere Sachen werden immer günstig angeboten, unsere
T-Shirts sind billig, unsere Musik ist ehrlich und wir versuchen
nicht Rockstars zu sein. Wenn du mich fragst ist das Hardcore.
Bumbanet: Würdet ihr euch denn auch in der Hardcore
Szene ansiedeln?
Poison The Well: Ich würde einfach nur sagen, dass wir eine
Band mit Hardcore Idealen sind. Das hat nichts direkt mit unserer
Musik zu tun. Sonst könnte man auch sagen wir wären eine
Punkrock Band.
Bumbanet: Wie siehst du denn die Hardcore Szene zur Zeit?
Poison The Well: Es ist sehr cool. Ich weiß nicht wie es
hier ist, ich kenn mich nur in den Staaten aus. Im Moment ist es
etwas komisch, 60 Prozent der Kids kommen zu den Konzerten wegen
der Musik, der ehrlichen Musik, die anderen 40 Prozent kümmern
sich nur darum, was sie tragen.
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